Wie man als deutscher Auswanderer in Sihanoukville, Kambodscha lebt
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Der Kontakt zur Heimat reisst nicht ab - Die Deutschen

July 31st, 2007 admin

Seit fast neun Jahren habe ich nun Abstand zu Deutschland gewonnen und irgendwann fängt man an die daheimgebliebenen Landsleute und das System in dem sie leben müssen mit anderen Augen zu sehen. Durch den Kontakt zu deutschen Touristen, deutsches Fernsehen (Deutsche Welle) oder die Telefonate mit der Familie, die Verbindung zur Heimat reisst nie ab. Zwangsläufig verfolgt man dadurch die Entwicklung und die Ereignisse mit, die sich um die 13.000 km nord-westlich von hier zutragen. Und was ich sehe und höhre gefällt mir nicht!

Da ich ja nun den direkten Vergleich mit einer völlig anderen Kultur und deren Lebensweise habe ist es immer sehr verlockend über Sinn und Unsinn der bundesdeutschen Sicht der Dinge nachzudenke. Schon mal weil man ja selber in dieser pseudofreien Wohlstandgesellschaft gebohren und aufgewachsen ist. All die “guten und richtigen” deutschen Werte die man ja praktisch schon mit der Muttermilch eingesogen hat werden dann aber plötzlich von alleine in Frage gestellt. All die vorher, als ich noch in Deutschland gelebt habe, so lebensentscheidenen Dinge wie die Einhaltung der mannigfaltig auferlegten Verordnungen und Gesetze zur Besteuerung der Einnahmen oder die Wahl der richtigen Haftpflichtversicherung werden zur Farce. Man beginnt sich zu Fragen, ob denn die Deutschen mit ihren Glassplattenwohnzimmertischen und Grossbildfernsehern (aus denen sich der Durchschnittsbürger ja mittlerweile seinen gesamten Wissenschatz zieht) wirklich in einer so freien Welt lebt wie man immer glauben mag.

Ich bitte hier darum mir es nicht übel zunehmen aber ich mutmasse, das der Grossteil der bundesdeutschen Bevölkerung gar nicht weiss was Freiheit eigentlich ist weil sie sie immer nur in einem beschräkten Umfang erfahren haben. Was ist persönliche Freiheit? 30 Tage Urlaub im Jahr? Ein teures Auto? Oder der bizarre immer stärker werdende Trend der Menschen in Deutschland immer älter zu werden (Vitaminpreparate und anderer Kram wird gekauft wie noch nie, meiner Meinung nach sollten die Leute lieber mehr frisches Obst und Gemüse essen). Also man möge es mir nicht verübeln aber ich finde diese Entwicklung und die Wertvorstellungen die immer mehr vorherrschen wiederlich.

So, der Eine oder Andere wird jetzt vielleicht sagen, man der Typ da in Kambodscha hat den Megaknall im Kopf mit seinen Ansichten. Das ist inordnung so und diese Leute interessieren mich auch nicht weiter. Es wird aber auch bestimmt welche unter meinen Lesern geben, die nachdenken über meine Worte und vielleicht die Dinge ähnlich sehen wie ich. Diese Leute haben schon den ersten Schritt zur Freiheit unternommen, wenn auch erstmal nur in Gedanken.

Kbal Chhay Wasserfall bei Sihanoukville

July 25th, 2007 admin

Sihanoukville und das Umland haben natürlich noch etwas mehr zu bieten als Strand und Meer. Ein sehr beliebtes Ausflugsziel bei Kambodschanern und Touristen sind die Kbal Chhay Wasserfälle die eine Höhe zwichen 3 und 5 Metern haben.

Wir haben wiedermal den morgentlichen Sonnenschein ausgenutzt und uns auf den weg zu den Wasserfällen gemacht. Von der Bundestrasse 4, Richtung Phnom Penh biegt man ungefähr bei Meilenstein 213 links in eine breite, rote Sand und Schotterpiste ein und dann gehts einfach immer nur geradeaus. Weit und breit keine Menschenseele ist auf der Piste zwichen Bundestrasse und Wasserfall zu sehen, so das wir uns öfters gefragt haben ob wir hier überhaupt in Richtung Wasserfall fahren oder auf dem Weg nach nirgenwo sind. Nach ca. einer halben Stunde Fahrt kommt man dann aber doch bei einem Häuschen an in dem ein Parkranger sitzt. Der Eintritt zu den Kbal Chhay Wasserfällen kostet o,50 amerikanische Cents oder 2.000,- Riel pro Person, Kinder frei. Das war ein Ausflug der sich gelohnt hat, vor allem mein Sohn hat sich beim planschen im Wasser mit den anderen Kindern besonders wohl gefühlt.

(Zwichen November und Juni wärend der Trockenperiode lohnt es sich nicht die Wasserfälle zu besuchen)

Das Terrain brauche ich hier nicht zu erklären, dafür sind die Bilder da. Ihr könnt auf dem letzten Foto sehen, das bereits wieder dunkle Regenwolken aufziehen und wir sehen jetzt zu, das wir nachhause kommen bevor es losgeht.

Kambodscha Kbal Chhay Wasserfall
Wasserfall Kbal Chhay Wasserfall
Kambodscha Wasserfälle Kbal Chhay Wasserfall
Badende Leute Kambodscha

Kambodschanischer Alltag - So lässt es sich aushalten

July 23rd, 2007 admin

Unsere Bekannten sind wieder Richtung Thailand abgefahren und bei uns ist der Alltag eingekehrt. Die meiste Zeit sitze ich am Computer und meine Frau lässt es sich mit meinem Sohn gutgehen was ihr auch wirklich zusteht, immerhin hat sie über Jahre unsere ehemalige Bungalowanlage fast alleine bewirtschaftet. Sonnenschein und starke Regenfälle wechseln sich ab, es ist schwühl geworden. Die Haut ist ständig von einem dünnen Schweißfilm überzogen. Das ist genau das Klima was ich so mag, feuchtwarmes Tropenwetter, allerdings vermisse ich den Jungel der mich an unserem vorigen Standort jahrelang umgeben hat. Bemerkbar macht sich diese schwühle Hitze besonders beim trainieren im Sportstudio. Pierres Sihanoukville Gym ist lediglich mit kleinen Wandventilatoren ausgestattet und die quirlen die nach Schweiß riechende Luft nur etwas durcheinander. Mich hat dieser Umstand dazu bewegt meine Trainingsintensität noch zu erhöhen, schwitzen soll ja gesund sein.

Wenn wir Glück haben und es ist gleich morgens eine sonnige Priode dann machen wir uns sofort auf den Weg zum Strand (inzwichen haben wir Serendipidy Beach als unseren Hausstrand auserkohren). Eigentlich würde ich auch noch diese Zeit vor meiner Kiste sitzen aber wenn ich dann sehe wie sich mein Sohn über den Starndausflug freut gibt es gar keine Alternative als loszugehen. Meist kommen wir dann gegen mittag nachhause und ich kann mich wieder meiner heissgeliebten Arbeit zuwenden.

So lässt sich das Leben aushalten und ich bin ganz ehrlich, mich überkommt auch nach fast neuen Jahren noch ein schmunzeln wenn ich so darüber nachdenke was meine Freunde in Deutschland zum Beispiel an einem Montag morgen um 10:35 Uhr so anstellen wärend ich im lauwarmen Golf von Thailand plansche.

Snake House Sihanoukville

July 19th, 2007 admin

Durch Zufall haben wir vor zwei Tagen auf der Strasse Freunde von uns getroffen. Ein Ehepaar, das auch in Süd-Ost-Asian lebt und das wir nun schon acht Jahre lang kennen. Mit den Beiden haben wir schon so einiges erlebt und wir alle haben uns riesig gefreut uns wiederzusehen. Die Beiden sind für ein paar Tage auf Urlaub nach Sihanoukville gekommen weil auf der Insel, wo sie ein schönes, kleines Guesthouse betreiben, auch Regenzeit ist und keinen Gäste da sind.

Heute sind wir alle zusammen in ein ganz besonderes Restaurent gefahren, das “Snake House” (deut.: Schlangen Haus). Ein in Kambodscha einzigartiges Hotel und Restaurent in mitten eines wunderschönen Jungelmässigen Gartens in dem überall grosse Käfige mit Papagaien und Kakadus stehen, die ab und zu eine unglaubliches Gekreische veranstalten. Das wäre ansich ja nichts besonderes in einem Tropischen Land wie Kambodscha, aber in diesem Garten wimmelt es auch von unzähligen einheimischen Schlangenarten und anderen Reptilien. Aber ihr braucht keine Angst haben, die lieben Tierchen mit der schönen Haut und den spitzen Zähnen sind natürlich alle hinter Glass. Im ganzen Rastaurantbereich gibt es Terrarien in denen alle in Kamboscha lebenden Schlangen zu besichtigen sind, von der gelben Riesen Python bis zur Spei Cobra sind alle Arten vertreten und das sind verdammt viele. Einige Terrarien sind in die Tische eingelassen, so das man durch die Glasstischplatte direkt auf die Schlange schaut und umgekehrt.

Mitten im Restaurent umrundet von Tischen und Stühlen lebt ein Krokodil auf einer grünen Insel mit eigenem Badeteich. Sitzt man an einem Tisch neben der Insel, isst man sozusagen sein Essen Auge in Auge mit dem Krokodil. Auch hier besteht keine Gefahr, das das gefrässige Reptil einem das Steak vom Teller schnappt weil es angekettet ist. (Ich möchte hier nebenbei aber ganz deutlich anmerken, das ich im Grunde das gefangenhalten von wilden Tieren bis aufs schärfste verurteile.)

Das Snake House wird von einem oder mehreren Russen betrieben wie man deutlich hier auf der Webseite und den teuren Autos auf dem Parkplatz sehen kann. Die Speisekarte ist der Nationalität des Eigentümers entsprechend angepasst und hält was sie verspricht. Über ein sehr gutes Stroganoff sowie schmackhaften kambodschanischen Gerichten ist alles zu bekommen, das teuerste Gericht gibt es für 6,- $. Unfassbar diese kleinen Preise in einem so aufwendigen Umfeld, so guter Küche und einem sehr gutem Service. Wenn jemand von Euch mal hier runter kommt solltet er auf jeden Fall einen Abstecher zum Snake House machen, es lohnt sich. Nicht wundern wenn ihr nur gucken wollt und nichts verzehrt, kostet es einen Dollar.

Snake House Restaurant Krokodil im Snake House Restaurant
Snake House in Sihanoukville, Kambodscha Süd-ost-asiatische Schlange

Serendipity Beach - So lässt es sich leben

July 14th, 2007 admin

Nachdem ich beim letzten mal die traurige jüngste Geschichte von Kambodscha in groben Worten beschrieben habe ist es Zeit wieder in die Gegenwart zurück zukehren und uns den angenehmen Dingen des Lebens zu widmen.

Die dunklen Regenwolken der letzten Tage sind verschwunden und Buddah hat uns einen ganzen Vormittag Sonnenschein geschenkt. Grund genug mit der Familie zum Strand zu fahren. Inzwichen ist auch ein sehr guter Freund von mir aus Thailand hier angekommen mit der Absicht auch erstmal auf unbestimmte Zeit in Sihanoukville zu bleiben. Er hat natürlich bessere Vorraussetzungen als ich vor knapp 2 Monaten, er hat ja mich der ihm alles zeigen kann! Eine Zimmer in meinem Haus für die ersten Tage ist natürlich selbstverständlich und weil er nun schon mal da ist nehmen wir ihn gleich mit zum Strand. Hier im Blog gibt es eine kleine Karte wo die Strände um Sihanoukville rum eingezeichnet sind, da könnt ihr euch orientieren von welcher Ecke ich hier gerade schreibe. Mit dem Mofa sind es von meinem Haus ca. 10 Minuten fahrt.

Wellen von ca. 2 Meter Höhe branden an den Strand, wie zu dieser Jahreszeit üblich was mir aber nur um so mehr Spass macht im Wasser zu toben. Pech für meinen Sohn, der ist noch zu kurz für so grosse Wellen aber im Sand zu spielen gefällt ihm nicht weniger. Der Strand ist gesäumt mit Restaurants und Strandbars die zu dieser Zeit aber weitestgehend leer sind. Wir haben uns einen Laden mit guter Musik ausgesucht und es uns dort bequem gemacht. Was ein bischen nervt sind die unzähligen Standverkäufer die einem ununterbrochen irgendetwas anbieten. Von Fusspflege, Massagen, handgemachte vietnamesische Frühlingsrollen, Muschelketten über bunte Wickeltücher und Bücher ist das Angebot sehr reichhaltig. Ab und zu kommen auch ein paar einbeinige Bettler (wahrscheinlich Minenopfer) und fragt nach Geld oder Zigaretten. Nun gut, damit kann ich Leben. Man sitzt sehr schön, der Kaffe ist mittelmässig und das Essen geht so aber es ist alles sehr billig. Rumpsteak mit Backkartoffel und Knoblauchbaguette kostet 3,- $. Gegen ca. 13:00 Uhr ziehen schon wieder die ersten dunklen Regenwolken über dem Meer auf und für uns wird es Zeit die Sachen zu packen sonst wird meine Frau auch noch nass obwohl sie garnicht im Wasser war, irgendeiner muss ja immerhin auf unsere sachen aufpassen. So, jetzt seht euch schnell die Strandbilder an bevor es anfängt zu schütten.

Sihanoukville Strand Serendipity Beach
Kambodscha Strände Strände Süd-Ost-Asiens

Das grausame Regime von Pol Pot

July 12th, 2007 admin

Wenn man in Kambodscha unterwegs ist fragt man sich zwangsläufig wo sind hier eigentlich die alten Menschen und wo kommen die ganzen jungen Menschen her die hier überall auf den Strassen unterwegs sind, in den Geschäften und Banken bedienen und auf den Märkten ihre Waren feilbieten. Nach meiner Schätzung sind ca. 70 - 80% der Leute hier zwichen 1 und 30 Jahre alt. Ich komme mir manchmal mit meinen 40 Lenzen wie ein alter Mann vor. Die Ursache dafür ist allerdings weniger erfreulich und hat mit der jüngsten Geschichte des Landes zu tun. Ich kann mich noch schwach daran erinnern, das ich als Kind ab und zu die Schreckensmeldungen über das Fernsehen aus dem damaligen Kambodscha mitbekommen habe. Die Roten Khmer haben ein wildes Gemetzel veranstaltet, wer ganz genaues über diese üblen Gesellen wissen will liest bitte hier nach. Hauptiniator war ein wahnsinniger, kommunistischer Diktator namens Pol Pot der ein grausames und blutiges Regime geführt hat. Er war der Sohn eines Bauern und später Lehrer an einer Privatschule in Phnom Penh. Als er in die Politk ging , war seine Plan aus Kambodscha ein kommunistischen Einheitsstaat zu machen. Auch im Nachbarland Vietnam vertrieben zu dieser Zeit gerade die ebenfalls kommunistischen Vietcong die amerikanischen Invasoren aus dem Land. In Kambodscha kam keine fremde Macht um den kommunistischen Wahnsinn von Mr. Pol Pot zu stoppen und die französischen Kolonialherren waren bereits vor all dem abgereist.

Nach dem Motto ein dummes Volk ist leichter zu regieren, fing Pol Pot an die gesammte Intelligenz des Landes grausam auszurotten. Lehrer, Professoren, Ärzte, Akademiker jeglicher Richtung und Menschen die Vermögen hatten sowiso standen auf seiner Abschlussliste. Der Rest der Bevölkerung wurde in unmenschlichen Zwangsarbeitseinsätzen dahingerafft. Und ob das nicht schon übel genug war, entbrannte auch noch ein blutiger Bürgerkrieg im Land. Ich bin kein Historiker und möchte euch auch mit all den Jahreszahlen und detaillierten Hintergrundinformationen nicht langweilen, wenn ihr mehr über diese schreckliche Zeit lesen möchtet klickt einfach auf die Links die ich hier überall in den Text eingefügt habe (Wikipedia weiss alles!). Zurück zum Thema, so kam es nun das innerhalb der Jahre wärend das Pol Pot Regime regierte Millionen von Menschen gefoltert und umgebracht wurden, darunter auch etliche Ausländer die damals hier zu tun hatten oder hier lebten. Es gibt noch zwei sehr interessante Gedenkstätten dieser schlimmen Zeit. Das eine sind die “Killing Fields” (es gibt einen Film zu diesen Thema mit dem selben Namen, Nick Nolte spielt die Hauptrolle) und das kambodschanische Todesgefängnis “S 21″ das man heute besichtigen kann wie in Deutschland die ehemaligen Konzentrationslager (und da dachten man immer die deutschen KZ Aufseher waren gut im Foltern, weit gefehlt). Auf Grund dieser damaligen Säuberungsaktionen ist eine komplette Generation nahezu ausgelöscht worden was dem Land bis heute unvorstellbaren Schaden zugefügt hat. Man hat prognostiziert, das Kambodscha noch weitere 40 Jahre brauchen wird ehe es wieder auf dem gleichen geistigen und wirtschaftlichen Niveau ist wie zum Beispiel Nachbarland Thailand, das ja niemals irgendwelche Probleme dieser Art hatte. Man muss sich vorstellen, das die wenigen überlebenden Bauern hier praktisch wieder von Null angefangen haben und eins ist klar ohne Investitionen aus dem Ausland läuft gar nichts.

Kurios ist, das noch immer Untersuchungen des internationalen Kriegsverbrechertribunals zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausstehen und das nach über 30 Jahren.

So, wie schon mal erwähnt ich bin kein Historiker und habe mich auch nicht intensiv mit dem kommunistischen Regime des Pol Pot befasst, hoffe aber den Kern der Sache in dieser kurzen Ausführung deutlich dargestellt zu haben. Wenn jemand irgendwelche geschichtlichen Fehler findet dann bitte schreibt mir hier einen kurzen Kommentar und ich werde es korrigieren.

Die lange Strasse am Hafen

July 10th, 2007 admin

Heute hat es mal einen ganzen Tag lang nicht geregnet, es war zwar hier und da bewölkt aber die Sonne kam immer wieder durch. Wir haben sofort die Gelegenheit ergriffen und sind in Sihanoukville auf Fotosafari gefahren. Heute ist mein Sporttag, das heisst es um 10:30 Uhr bei Pierre im Sportstudio, eine Stunde Bein und Schulter Training dann ab nach Hause. So, jetzt kann es losgehen! Wir haben uns die Gegend um den Hafen rum ausgesucht also die Ecke wo auch das Massage Restaurant BiBa zu finden ist. Wir sind der Meinung  man erlebt ein Land intensiver und lernt mehr darüber wenn man das Leben der einfachen Leute auf der Strasse beobachtet. Dafür bietet sich nur eine Gegend fern ab vom Tourismus an.

Dem jungfräulichen Betrachter bieten sich hier 6 Motive an, alle in der selben kilometerlangen Strasse am Hafen geschossen. Wer hier wohnen muss hat nicht gerade das grosse Los gezogen, das kann man glaube ich ganz deutlich sehen. Die Häuser auf der einen Strassenseite sind meist aus Stein gebaut und beherbergen kleine Geschäfte “die Wohlhabenden” und auf der anderen Strassenseite stehen Hütten wo man gar nicht glauben würde, das darin überhaupt jemand wohnt “die ganz armen”. In den Hütten auf den Fotos leben teilweise ganze Familien mit mehreren Kindern, unglauglich aber wahr. Zwichendurch tauchte dann die kleine Notfallstation am Strassenrand auf, der behandelnde Arzt hat sich auch gleich in Positur gesetzt als er mich mit meiner Kamera gesehen hat. Obwohl es den meisten Leuten die dort wohnen beschissen geht haben wir uns sehr wohl gefühlt. Wir haben Obst und frischen Fisch von den Fischern eingekauft und bei einem netten jungen Pärchen im Laden Kaffe getrunken.

Auf dem Wasser gebaute Holzhäuser von Fischern Kleine Notfall Station in einer Gegend mit armen Leuten
Hütten am Strassenrand in der Hafengegend Hütten von armen Leuten in Sihanoukville
Typische Strasse mit Häusern in Kambodscha Alltag in einer unbefestigten Strasse in Sihanoukville

Sihanoukville und seine fünf Strände

July 7th, 2007 admin

Heute morgen hat die Sonne geschienen und ich habe sofort die Gelegenheit ergriffen, hab meine Familie aufs Mofa gesetzt und bin mit ihnen Richtung Strand gefahren. Erst zum Kreisverkehr mit dem goldenen Löwen, der ist übrigens das Wahrzeichen von Sihanoukville, dann weiter direkt zur Serendipity Beach einer meiner liebsten Plätze am Meer hier. Ahh, endlich wieder Sonnenschein und salzige Meeresluft, das tut gut nach tagelangem Regen. Gleich rechts ins Strandrestaurant, zwei Kaffe und nen Limonensaft. Ist auch gut besucht hier am Meer, mehrere weisse Touristen und auch kambodschanische Wochenendausflügler aus Phnom Penh tummeln sich in Sand und Wasser. Der Kaffe und der Saft kommen und eh wir die hälfte ausgetrunken hatten kam in einem affenartigem Tempo eine fast schwarze Wolkenfront übers Meer direkt auf uns zu. Meine Frau bestand noch darauf ihren Kaffe auszutrinken und das war ein Fehler. Als wir vom Strandrestaurant los gefahren sind waren bereits vereinzelt kleinere Tropfen gefallen aber als wir dann auf der Höhe vom Goldenen Löwen waren hat es uns erwischt. Unterstellen ist quatsch weil das kann noch Stunden so weitergehen, da ist es besser in den sauren Apfel zu beissen und Gas zu geben. Bis auf die Haut durchweicht sind wir dann nach ungefähr einer Stunde vom Samstagsausflug wieder zurück gekommen.

goldener_loewe1.jpg

Auf den nächsten Strandtag werden wir wohl noch eine Weile warten müssen, dafür werden wir dann gleich an allen fünf Stränden die Sihanoukville zu bieten hat das Leben geniessen. Sihanoukville ragt wie eine stumpfe Landspitze ins Meer und ist von 5 Hauptstränden umsäumt. Victory Beaches, 7-Chann Beach (Independence Beach), Sokha Beach, Ochheuteal Beach und Otres Beach die ein bischen weiter entfernt liegt. Also für einen Badeurlaub in der Hauptsaison zwichen November und Mai einfach ideal. Und zum Glück auch noch nicht so überlaufen mit Pauschaltouristen wie andernorts. Ich werde in der kommenden Zeit auf die einzelnen Strände genauer eingehen und auch Bilder schiessen aber dafür muss die Sonne dann doch länger als 1 1/2 Stunden am Tag scheinen.

sihanoukville_karte.jpg

Auf dieser kleinen Karte von Sihanoukville kann man die Lage der einzelnen Strände sehen.

Dunkle Wolken über Kambodscha - Die Regenzeit!

July 5th, 2007 admin

Alle reden vom Klimawandel aber hier in Kambodscha scheint sich das Klima noch nicht gewandelt zu haben. Wir haben Regen, Regen und nochmal Regen, so wie es für diese Jahreszeit auch normal ist. Der Regen sieht manchmal aus wie eine graue Wand. Die Wolken kommen übers Meer aus Süd-Westen, da sagt man dann in den Tropen glaube ich Süd-West Monsun dazu.

Ich mag die Regenzeit die hier in dieser Region Asiens von Juni bis etwa Oktober geht, je nach dem. Alles ist wunderbar grün und es ist nicht so heiss wobei ein Regen in den Tropen kein Vegleich mit dem kalten Nass in Deutschland ist. Viel unternehmen kann man nicht in dieser Jahreszeit, das ist wahr aber ich habe sowiso keine Zeit am Strand zu liegen, ich sitze am Computer weil von irgendwas muss die Reisschüssel ja gefüllt werden. Jetzt zahlt sich auch aus, das wir ein sehr grosszügiges Platzangebot in unserem Haus haben, so hat mein Sohn immernoch genug Auslauf auch wenn er nicht draussen spielen kann und ich kann in Ruhe arbeiten. Die einzigen Wege die ich zur Zeit mache sind zu Pierres Sportstudio oder mal zum Markt nen leckeres Baguette essen und nen guten kambodschanischen Kaffe trinken. Eigentlich wollte ich noch mal bei nacht zum Blue Mountain fahren und nen paar Fotos von den Bordellen und den Mädchenmeuten schiessen aber das werde ich wohl auf trockenere Zeiten verschieben.

Übrigens, der Geldtransfer per Western Union nach Kambodscha funktioniert tadellos, wir haben hier eine grosse Western Union Filiale und mein Geld ist ohne Probleme ausgezahlt worden. Auch meine bisherigen Bankgeschäfte bei der ANZ Royal Bank Cambodia haben gut funktioniert, Konto mit täglicher Verfügbarkeit und EC Kart, Geld ziehen kann man an allen Bankautomaten innerhalb Kambodschas. Der Service ist sehr freundlich und bemüht bei gutem Englisch (die Damen sehr attraktiv), ob professionell in der Abwicklung von grösseren Geldgeschäften kann ich nicht beurteilen aber fürs normale hin und her ausreichend. Was bei mir noch in regem Gebrauch ist wenn es um Geldeingänge geht ist meine ePassporte Karte. Mit deiser Karte kann ich hier an jedem Bankautomaten Geld ziehen und das dazu sehr kostengünstig. Für meine Zwecke ist die Karte ideal. Kurz gesagt es ist hier kein Problem internationale Überweisungen und Geldtransfers zu empfangen. Gutes kann ich auch von der Post hier sagen, die von mir nach Deutschland geschickte Foto CD ist pünklich auf den Tag genau nach einer Woche, unbeschadet angekommen. Genau das hat mir der Postbeamte auch vorrausgesagt und ich fand es bemerkenswert in Süd-Ost-Asien eine so präzise Vorraussage zu bekommen.

Der zentrale Markt von Sihanoukville

July 3rd, 2007 admin

Sihanoukville bietet einen relativ grossen, interessanten Markt wie er in Süd-Ost-Asian typisch aber nicht mehr überall zu finden ist. Im Gegensatz zu Thailand, wo mittlerweile auch die grossen Einkaufszentren einzug gehalten haben, war ich erstaunt das kier in Kambodscha das asiatische Markttreiben noch voll im gange ist. Der zentrale Markt von Sihanoukville hat 7 Tage die Woche geöffnet und bildet für mein Dafürhalten das Zentrum der Stadt.

Marktstand mit Früchten Frisches Gemüse auf dem Markt

Für Westler ist dieser Markt im ersten Augenblick etwas ungewohnt mit seinem scheinbar nicht endenden Labyrinth an engen und niedrigen Gängen und all den Gerüchen von Gewürzen, getrocknetem Meeresgetier und Garküchen. Teilweise ist man gezwungen nur auf schmalen Holzplanken, die über Abflusskanäle gelegt sind, die Gänge entlang zulaufen. Meine Frau und ich, wir lieben diesen Markt weil so typisch asiatisch ist, eben ein geordnetes Chaos.

Schüssel voller Meeresfrüchte Marktstand mit getrocknetem Fisch und Krabben

Alle zwei Tage gehen wir zum Markt um uns mit frischen Lebensmitteln einzudecken. Es gibt alle erdenklichen Obst.- und Gemüsesorten die in diesen Breiten wachsen, lokales Rinderfilet für 5,- $ und frischen Baracuda für 3,- $ das Kilo um nur einen Bruchteil von dem zu nennen was es hier gibt. Meine Frau, die ja asiatin ist, hat sich sehr schnell mit den örtlichen Marktgesetzen vertraut gemacht und kennt auch die Preise sehr genau.

Auf einem Markt wie diesem gibt es keine sprachlichen Verständigungsschwierigkeiten, hier kann auch jedes Geschäft mit Zeichensprache abgewickelt werden.

Gleich neben dem Markt ist auch meine Friseurbude die aussieht wie eine windschiefe Autowerkstatt, wo ich mir meinen Kahlschlag für 0,50 $ abhohle und wo mindestens 5 Leute von der Strasse zusehen wie ich geschoren werde. Ich kann mir nicht helfen aber man bekommt manchmal den Eindruck wir sehen für die Kambodschaner aus wie Ausserirdische.

Beobachtungen zum Buddhismus

July 1st, 2007 admin

Es ist Sonntag morgen in Sihanoukville und es ist bewölkt, angenhem kühl. Vor 10 Minuten hat es aufgehöhrt zu regnen. Ich schaue hier aus dem Fenster und sehe einen sanften, grünen Hügel. Zwichen mir und dem Hügel stehen Palmenhaine über denen sich der feuchte Dunst sammelt. Ein Hahn kräht, Vögel fangen wieder an zu singen die wärend des Regenschauers verstummt sind. Auf dem weg hinter meinem Haus ziehen zwei buddhistische Mönche in orangen Wickelgewändern und mit Regenschirmen ausgestattet ihres Weges. Es herrscht eine unglaublich sanfte und friedliche Atmosphäre.

Ein herrlicher Sonntag morgen und das obwohl in Buddhistischen Ländern der Sonntag ein Tag wie jeder Andere ist. Selbst nach so vielen Jahren in Asien habe ich den deutschen Rhytmus immernoch im Blut, der Sonntag ist heilig und etwas anderes als der Rest der Woche.

Dieses friedliche Miteinander was man sowohl in Thailand als auch in Kambodscha beobachten kann halte ich für einen direkten positiven Einfluss der Religion auf die Menschen hier! Man kommt einfach nicht drum rum Vergleiche anzustellen. Aber wie komme ich nun auf die Theorie, das friedliches Miteinander und soziales Verhalten mit der Religion eines Landes zu tun hat? Zwichendurch sollte ich noch erwähnen, das ich Atheist und das mir Religion und Glaube immer ein Fremdwort war. Zurück zum Vergleich, zum einen erlebe ich diesen zusammenhang immer wieder bei meiner Frau, die strenggläubige Buddhistin ist. Zum anderen habe ich selber vor einigen Jahren eine Zeit in einem Tempel bei Mönchen gewohnt, wo man sich zwangsläufig mit dem Buddhismus auseinandersetzt.

Kambodscha ist ein schönes Beispiel, das Land ist arm und die Korruption blüht, das ist bekannt. Ein Polizist verdient hier im Monat ca. 30 - 40 $ womit er nicht weit kommt, selbst bei den geringen Preisen hier. Dieser brave Polizist nun, sieht natürlich keine Veranlassung sich für diesen Hungerlohn mit besonderem Einsatz seiner Aufgabe zu widmen. Besonders viele Gesetze scheint es hier sowiso nicht zu geben und im Strassenverkehr wahrscheinlich überhaupt keine. Trotzdem ist die Kriminalitätsrate denkbar gering weil die Leute hier von sich herraus eine andere Einstellung zum Umgang mit Mitmenschen haben. Das führe ich auf ihren Glauben zurück. Was ich sagen will ist, das im Vergleich zu ähnlich armen Ländern, wo die Bevölkerung zum grössten Teil katholisch ist, eine vielfach höhere Kriminalitätsrate herrscht. Ich bin auch der Meinung, das wenn man z.B. in Deutschland den Leuten soviele Freiheiten lassen würde wie sie die Leute hier geniessen und eine Armut wie hier herrschen würde, wäre man sich auf der Strasse seines Lebens nicht mehr sicher. Warum? Weil ja auch Deutschland einst auf einem christlichen Fundament errichtet wurde.