Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Meine bisher gefährlichste Situation

Zuerst möchte ich um Nachsicht bitten weil die großen Kambodscha Fotos die ihr normalerweise sehen könnt, wenn ihr die kleinen anklickt, sich zur Zeit nicht öffnen. Da ist irgendein Problem mit dem Server auf dem ich die Bilder abgeladen habe. Ich denke jedoch, das sich das innerhalb der nächsten 1-2 Tage wieder erledigt haben wird.

Nun zu der kleinen Vorstellung die ich heute Vormittag am Ochheuteal Beach erlebt habe. Wie immer, habe ich bei stahlenden Sonnenschein in einem Strandrestaurant gesessen und den grusligen Kaffee getrunken, den man überall in den Strandbuden ausschenkt. Unser Sohn hat fröhlich im Wasser gespielt, eine leichte Brise hat geweht, die Welt war in Ordnung. Ich hatte es schon mal erwähnt, am Ochheuteal Beach wimmelt es von kambodschanischen und vietnamesischen Frauen und Kindern die dort Früchte, Massagen, Fußpflege und billigen Holzschmuck an den Touristen bringen wollen. Zwischendurch humpeln auch noch die einbeinigen Bettler vorbei und fragen nach Geld, damit muss man hier leben.

Ich sitze also nun so da und gucke Löcher in die Luft, als plötzlich eine junge, kambodschanische Strandverkäuferin im Eiltempo und lauthals fluchend, mit einem großen Küchenmesser bewaffnet auf die Terrasse zukommt auf der ich bisher alleine gesessen habe. Etwa 1,5 Meter neben mir kommt sie zum stehen und ging in Kampfposition. Dann überschlugen sich die Ereignisse. Eine zweite Strandverkäuferin mit einer 2 Meter langen Bambusstange in den Händen, ebenfalls laut meckernd und umringt von ca. 15-20 andren Verkäuferinnen, kommt aus der gleichen Richtung auf die erste vor Wut schäumende Frau zu. Von einem Moment auf den Anderen saß ich wie auf einer Bühne mitten in der Hauptkampflinie.

Ohrenbetäubendes, mir unverständliches Gezeter aus unzähligen Frauenkehlen erfüllte die vorher so friedvolle Stille. Mit einem Auge auf die Dame mit dem Messer und dem anderen auf die lange Bambusstange, rasten mir meine Fluchtoptionen durch den Kopf. Wenn es in diesem Moment einer der Furien die Sicherung komplett durchbrennt und sie zum Angriff auf die andere ansetzen sollte, bestand die Möglichkeit das ich entweder mit dem Küchenmesser verletzt zu werden oder die Bambusstange auf die Birne bekomme. Ein flüchtiger Blick in die blutunterlaufenen Augen der Messerschwingerin hat mich aber dann doch dazu bewogen einfach ruhig sitzen zu bleiben und möglichst unbeteiligt auszusehen. Das Bambus wurde unter fürchterlichem Wutgeschrei gegen blitzschnelle, angedeutete Messerattacken geschwungen, andere Frauen schrieen mit und versuchten die Kontrahentinnen zu entwaffnen. Vor meinem inneren Auge sind schon die Schlagzeilen in der deutschen Presse abgelaufen „Deutscher durch Zufall von kambodschanischen Frauen am Strand von Sihanoukville erstochen“ oder so ähnlich.

Aber ich hab es überlebt und die beiden Kämpferinne zum Glück auch, nach ungefähr 15 Minuten schafften die umherstehenden Frauen es, die Beiden je in eine Richtung abzudrängen und so die Gefahr einer blutigen Auseinandersetzung zu vermeiden. Ich habe daraus einiges gelernt, erstens das ein schöner, friedlicher Sonntag Vormittag ganz schnell ins Gegenteil umschlagen kann und zweitens, das man niemals eine dieser Frauen erzürnen sollte weil das kann im Krankenhaus oder im Sarg enden. Schönen Sonntag aus Kambodscha noch!

Posted in Sihanoukville.

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