Was für ein Geschäft eröffnet man in Sihanoukville ?
Das ist die Frage die sich viele stellen die den Plan haben hierher auszuwandern. Ich will mal so anfangen, seit dem wir letztes Jahr hier angekommen sind halten wir Augen und Ohren offen was das Thema Geldverdienen als Ausländer in Sihanoukville angeht. Das wird einem so zur Routine wenn man so wie wir ein Arbeitgeber freies Leben führt. Mit dem Erwerb eines Einjahresbuisnessvisas hat man auch das Recht hier eine bezahlte Tätigkeit anzunehmen aber die Entlohnung wird in den allermeisten Fällen nach kambodschanischem Lohnniveau bemessen. Wenn man nicht von einer grossen, ausländischen Firma angestellt wird muss man hier über ein festes Arbeitsverhältnis garnicht nachdenken. Die einzigste Möglichkeit die ich kenne ist, das man in Phnom Penh als Englischlehrer Arbeit finden kann bei der man ein Gehalt bezieht was es möglich macht angenehm dort zu leben.
Also bleibt nur die Selbständigkeit und da fängt es an haarig zu werden weil was soll man tun? Viele machen den Fehler und wählen ein Geschäftfeld mit dem sie niemals im Leben etwas zu tun hatten nur weil es gerade in die Region passt. Und viele sind sich auch nicht im Klaren darüber was es überhaupt bedeutet selbständig zu sein und das auch noch im Ausland wo man weder die Sprache beherrscht (von schreiben und lesen wollen wir garnicht erst sprechen) noch den Markt oder die lokalen Geschäftsgebahren genau zu kennen. Ich schreibe das hier weil ich genau diese Fehler in meinen ersten Jahren in südost Asien gemacht habe. Im Endeffekt hat es mich Zeit, Geld und Nerven gekostet. Nicht jeder ist bereit all das auf sich zunehmen was ich erlebt habe.
Man sollte denken, das es sich anbietet etwas in der Tourismusindustrie zu machen, was ich allerdings für keine gute Idee halte. Was soll das sein? Ein Hotel, ein Guesthouse, ein Restaurant? Oder vielleicht eine Tauchschule? All diese Dinge sind mit teilweise nicht unerheblichen Investitionen verbunden. Jetzt wieder die Frage, bin ich Koch, bin ich Gastronom oder Hotelier? Habe ich die notwendige Qualifikation als Tauchlehrer oder wieviel Sprachen beherrsche ich eigentlich? Dann ist noch zu bedenken, das hier nicht unbedingt der Tourismusboom ausgebrochen ist und Fremdenzimmer und Restaurants gibt es mitlerweile ausreichend. Ihr seht es ist nicht ganz so einfach. Hinzu kommt dann noch, das teure Produkte hier garnicht laufen, ein Markenartikel oder Delikatessengeschäft hätte hier keine Chance. Kambodscha hat so wenig Kaufkraft das selbst McDonalds oder KFC hier nicht eröffnet.
Also was ist zu tun? Doch als steuerzahlender Staatssklave in Deutschland bleiben? Das kommt nun auf eure Risikobereitschaft an. Nach meinen Beobachtungen bieten sich Ansätze in den folgenden Bereichen: Vermittlung von KnowHow, Organisation und soziale Dinge. Was man daraus macht kann ich nicht sagen, das ist jedem seiner eigenen Kreativität überlassen. Es gibt mit Sicherheit auch noch mehr Möglichlkeiten die mir dann aber bisher verborgen geblieben sind. Es empfiehlt sich einfach loszuziehen und selber die Lage zu sondieren, so habe ich das jedenfalls damals gemacht. Wer vorher allzuviel plant, wie es ja des Deutschen Mentalität ist, plant oft umsonst weil hier kommt immer alles anders als man denkt. Bevor ich mich dem Computer zugewendet habe, haben wir es immer so gehalten ein Geschäft zu betreiben was sowohl von Touristen als auch von Einheimischen frequentiert wird, das kann man sehr schön über die Preisgestaltung steuern. Wir haben zum Beispiel in unserem kleinen Resort damals auch sehr billige, einfache Zimmer angeboten die hauptsächlich von Einheimischen belegt waren. Das Resultat war, das wir übers Jahr mit den billigen Zimmern mehr verdient haben als mit den teuren Bungalows die ja schon von den Baukosten viel höher waren. Wer sich nur auf ausländische Touristen einstellt muss sich nicht wundern wenn die mal nicht kommen und dann auch nichts in der Kasse ist.
Flexibilität, das ablegen von Sicherheitswahn getriebenen Einstellungen und Kreativität sind die Eckpfeiler für einen soliden Geschäftsaufbau in Sihanoukville und das gillt wohl für ganz südost Asien. Zur finanziellen Ausstattung eines Auswanderes gibt es hier einen schönen Spruch den ich zum ersten mal in Thailand gehöhrt habe:
- Wie macht man in südost Asien ein kleines Vermögen?
- Indem man ein grosses mitbringt!
Ich bin damals mit einem sehr, sehr kleinem Vermögen nach Asien gekommen, die meisten von euch wären damit garnicht erst losgeflogen. Sicherlich ist es von Vorteil ein wenig Geld in der Tasche zu haben weil ohne geht es nirgends. Es gibt da aber keine Richtwerte, ich habe Leute gesehen die kamen mit grossen Plänen und viel Geld und die waren nach 2 Jahren pleite und von der Bildfläche verschwunden und ich sehe mich der oft mit garnichts dagesessen hat und sich immer durchbeissen musste aber heute glücklich und zufrieden in seinem ganz persönlichen Paradies lebt. Die Meisten die sich mit dem Auswandern in so weit entfernte Länder beschäftigen werden den rest ihres Lebens damit verbringen das alles zu planen und geeignete Vorraussetzungen zu schaffen aber niemals dort ankommen wo sie eigentlich hinwollen und das ist auch gut so weil wenn allzuviel Landsleute hier aufschlagen haben wir bald Verhältnisse wie auf Mallorca und das wäre Grund genug wieder weiterzuziehen.
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April 20th, 2008 at 05:49
Sehr nett und informativ geschrieben - auch wenn es so manchem seine Illusionen rauben dürfte.
Das die Märkte im Ausland in punkto touristikbranche mehr oder weniger übersättigt sind, dürften auch nicht viele so bedacht haben.
Möglich wäre ebenfalls, auszuwandern und sein Geld im Internet zu verdienen. Egal wo auf der Welt man sich befindet - man hat im Idealfall immer ein Einkommen auf “Westniveau”.
April 20th, 2008 at 18:07
Einfach geil ein Webmaster zu sein ;)…Grüss euch alle!