Vorsicht: Schnueffelbanden in Sihanoukville, Kambodscha
Schon seit langem treiben Schnüffelbanden (das sind jugendliche Diebesbanden die sich ihr Geld zusammenstehlen damit sie sich Lösungsmittel, Klebstoff oder Verdünner zum Schnüffeln kaufen können) in Sihanoukville ihr unwesen. Bevorzugte Opfer der Einbrüche sind natürlich Ausländer weil die ja das Geld in ihren Heimatländern von den Bäumen pflücken und darum auch alle reich sind. Die Polizei von Sihanoukville, wovon ja viele in unserer Nachbarschaft wohnen, ist angeblich handlungsunfähig wobei man aber vermutet, das die Täter hier in der Nähe wohnen und hier jeder jeden kennt (wahrscheinlich ist das das Problem). Ein Insider hat mir mal im Vertrauen verraten, das höchstwahrscheinlich die Polizei selber diese Banden kontrolliert, was man sich wenn man die südost asiatische Polizei kennt auch gut vorstellen kann.
Nachdem wir schon von Diebstählen bei anderen Ausländern in unserer Gegend gehöhrt hat ist es und nun endlich auch passiert. In der Nacht vom 30.04.08 zum 01.05.08 hat man mir meine Digitalcamera und meine Mobiltelefon gestohlen aus dem Haus gestohlen, woran ich nicht ganz unschuldig war. Wie das, fragt ihr euch. Ich will es kurz hier schildern.
Mein Büro befindet sich in der ersten Etage unseres Hauses, das Fenster geht nach hinten raus, wo ein unbebautes verwildertes Grundstück liegt. Ich habe bis ca. 02:00 Uhr nachts am Computer gesessen und gearbeitet. Wie immer wenn ich Feierabend mache und nach unten ins Schlafzimmer gehe schliesse ich das Büroschiebefenster bis auf einen kleinen Spalt damit übernacht meine Zigarettenrauchschwaden abziehen können. Wohl bemerkt hier sind alle Türen und Fenster schwer vergittert. nachdem ich runtergegangen bin sind die Einbrecher hinter hinter dem Haus, über die Mauer, hoch am Wassertank und auf einem kleinen Sims and der fassade hoch bis zu dem Bürofenster (die Fussabdrücke sind noch an der Fassade zu sehen). Da haben sie das Fenster aufgeschoben und haben mit irgendwelchen Hilfsmitteln meine Kamera und mein handy und das Brillenetui mit meiner Ersatzbrille vom Schreibtisch geangelt.
Als ich am nächsten Morgen hochgekommen bin stand das Scheibefenster weit offen und ich habe sofort gesehen, das da etwas nicht stimmt. Das war dann das zweite mal in meinem Leben, das mir etwas aus dem Haus gestohlen wurde. Einmal in Deutschland und nun einmal hier in Kambodscha. In Deutschland habe ich den Schaden durch die Versicherung ersetzt bekommen (er wahr auch wesentlich höher als in diesem aktuellen Fall), hier dagegen bekommt man garnichts und kann die Sache als Erfahrungswert abhaken. Die Polizei zu rufen ist zwecklos und Zeitverschwendung, da sie halt nur dem Namen nach eine Polizei im herkömmlichen Sinne ist. Wir haben jedenfalls dem Polizisten der ein paar Häuser neben uns wohnt bescheid gesagt weil wir ja bekannt mit der Familie sind. Der dann nach nach einer Stunde mal vorbei und lamentierte mit meiner Frau auf Thai rum. Alles sinnloses geschwätz und wenig ergiebig. Ich habe ihm dann (auch auf Thai) gesagt, das ich mir eine Waffe kaufen werde und bei der nächsten Gelegenheit wenn jemand nachts wiederrechtlich mein Grundstück betritt sofort davon Gebrauch machen werde (ich war mal einige Zeit in einem Schiessverein, he, he, he). Er meinte damit würde ich mir hier als Ausländer unter Umständen Ärger einhandeln, ich solle den Einbrecher dann lieber totschlagen das wäre unproblematischer für mich. OK ich habe mir das gemerkt und werde mich daran halten sollte ich in einem Wiederhohlungsfall irgenwann mal einen dieser Ratten erwischen. Jetzt werdet ihr vielleicht sagen, man der Typ hat gestern wieder einen Arnold Schwarzenegger Film gesehen. Weit gefehlt Leute, das sind Wahrheiten die ich euch hier niederschreibe. In Thailand zählt schon ein Menschenleben nicht viel aber hier in Kambodsche ist es noch viel weniger Wert und je Ärmer der Tote war umso biller ist sein Tot gewesen. Ich habe damals in Thailand selber mitbekommen wie ein Toter, der überfahren wurde mit einer Zahlung des Fahrers von 3.000,- € an die Polizei und die Familie des Opfers einfach unter den Tisch gekehrt wurden. Ich gehe davon aus das die Kriminalitätsrate auch gegen Ausländer in beiden Ländern zukünftig ansteigen wird auf Grund der imens ansteigenden Lebensmittelpreise.
Wie auch immer, heute morgen hat meine Frau das verwilderte Grundstück hinter unserem Haus durchkämmt und siehe da, sie hat meine Ersatzbrille wiedergfunden, die die Täter wohl nicht brauchten. Sie hat auch direkt an der Grenzmauer zu unserem Grundstück mehrere kleine Plastiktüten und Papiertaschentücher gefunden die alle mit irgendeinem Klebstoff getränkt waren. Also die Schnüffelbrüder haben hier gesessen und noch eine Klebstoffparty abgehalten.
Ja, das ist Sihanoukville in Kambodscha wie es leibt und lebt und Gesetz und Ordung kann jeder nach wie vor so gestalten wie es ihm beliebt wenn er nicht allzu laut dabei vorgeht. Nicht falsch verstehen, ich schreibe das völlig Wertungsfrei denn auch wenn man mir hier nun Dinge im Wert von ca. 300,- $ gestohlen hat, was einem überall auf der Welt passieren kann, kann ich mit dieser einigermassen Gesetzfreien situation sehr gut leben. Es schärft die Sinne und aktiviert Mechanismen im Menschen die man in der westlichen Welt vor vielleicht 200 jahren auch noch kannte aber heute völlig verloren gegangen sind.
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May 11th, 2008 at 22:48
Hallo lieber Kamboscha-Freund,
seit 5 Tagen zurueck von einer Tour 4 Wochen durch Kambodscha, schauten mein Mann und ich gleich mal wieder rein in deinen hochinteressanten Blog, und mussten beim Lesen ueber die Komik deiner letzten Erlebnisse fast lachen. Uns ist naemlich 4 Tage vorher, am 26. April, ebenfalls unsere nagelneue Digitalkamera Canon in Sihanoukville geklaut bzw. wohl eher geraubt worden, und zwar auf der Ekareachstreet aus dem Lenkerkorb des Fahrrads, mitsamt kleinem Rucksack, von 2 Kerlen auf dem Moped, und unsere anschließenden Erlebnisse bei der Polizei sind so komisch identisch mit deinen. Den Bericht fuer die Versicherung musste ich selber verfassen und schreiben, man war im Großen und Ganzen nur interessiert, wieviel die Kamera und die Uhr Wert sind, und bei der Beschreibung des T-Shirts des Taeters schien es, als wisse die untereinander plaudernde “Ermittlergruppe” sogar, um wen es sich handelt. Ja, so geht das eben, wenn man nicht aufpasst, auch wir sehen es so. Sehr vermissen wir unsere SD-Karte mit einigen hundert Erinnerungsfotos. So muessen wir wohl nochmal hin, ein guter Grund! Auf dem Victoy-Hill wohnten wir 8 Tage, an 4 davon waren wir mit den Fahrraedern unterwegs. Haben wir uns da vielleicht mal gesehen, ich hatte so ein Gefuehl, als mich ein Mopedfahrer mal in der Marktstrasse mit “hallo” gegruesst hat? Schade, wir haetten uns treffen sollen. Lass mal was hoeren,
wir wuenschen dir und deiner Familie weiterhin alles Gute,
liebe Gruesse aus Sueddeutschland
May 19th, 2008 at 16:06
Marco, pass auf