Die lieben Nachbarn
Ihr habt ja schon gemerkt im “Hier ist Kambodscha” Blog sind die Zeiten der rosaroten Urlaubsortbeschreibungen von Kambodscha und speziell Sihanoukville vorrüber. Darüber kann man auf hunderten von anderen Webseiten und Büchern nachlesen, hier bei mir gibts die nackten Tatsachen auf den Tisch. Ich denke mit diesen Informationen kann der auswanderungswillige deutsche etwas anfangen wenn er denn mal hier ist. Oftmals ist das Einschätzen und der richtige Umgang mit der lokalen Bevölkerung kriegsentscheidend für die eigene Existenz in diesem wilden Land.
Heute hatte ich ein für südost Asien typisches Erlebnis mit der Nachbarschaft, das als gutes Beispiel für die Mentalität der Menschen hier dient. Einige von euch können sich vielleicht noch daran erinnern ich habe einmal über die Familie des alten Polizisten geschrieben die in unserer unmittelbaren Nachbarschaft wohnt, >> Not und heile Welt liegen dicht zusammen in Kambodscha auch in unserer Strasse << .
Nun kamen wir vorhin von einem ausgiebigen Frühstück zurück und wie immer sitzt der alte Polizist mit der Hälfte seiner Familie auf hellblauen Plastikstühlen vor dem Holzhaus in dem sie wohnen, drei Häuser neben uns. In der Zwichenzeit wo wir Frühstücken waren hat unser “noch” Vermieter schon das Schild “Zu Vermieten” an das Eingangstor zu unserem “noch” Haus angebracht. Das wurde von ihnen beobachtet und ich wurde sofort bei unserem Eintreffen darauf angesprochen (der Mann spricht etwas Thai wie ich). Da ich ihn akustisch nicht gut verstehen konnte, habe ich meine Frau und Sohn vom Motorrad absteigen lassen und bin dann zu ihm hingefahren. Bis auf den alten wurde ich mit eisigen Mienen empfangen. Er lächelte wie immer und begann sein Verhöhr (wenn ihr denkt ihr kennt neugierigen Menschen, dann kommt mal hieher weil hier haben sie nicht mal Scham). Was denn los wäre, ob wir ausziehen, ganz genau wohin wir ziehen, wie hoch die Miete ist, wer der Vermieter ist, woher wir von der Wohnung wussten u.s.w., das alles in weniger als einer Minute.
Natürlich habe auch ich ihn angelächelt wie es hier ja höfflich ist und ihn mit 3-4 allgemeinen Antworten abgespeisst weil es nicht ratsam ist den Leuten hier zuviele private Informationen zu geben. Als guter Beobachter habe ich natürlich seine Frau, die jüngere Tochter und die Tante im Augenwinkel gehabt und was mir deren Gesichter gesagt haben hat mit Lächeln garnichts zu tun gehabt. Ich bin recht sensibel in diesen Dingen und habe die Ablehnung und Missbilligung über unser Tun regelrecht spühren können wo sie doch vorher so übertrieben freundlich über all die Monate waren. Jetzt ist die Frage angebracht warum ist das so? Ich kann es euch sagen weil ich es schon unzählige Male erlebt und gespürt habe in all den Jahren in Asien.
Es ist Neid, Missgunst und in diesem speziellen Fall auch der Verlust der Vermittlungsprovision weil wir nicht sie angesprochen haben uns bei der Suche nach einem neuen Haus behilflich zu sein, sondern alles alleine gemacht haben. Jeder kambodschaner hier in Sihanoukville kennt mindestens einen Anderen der ein Haus oder sonstwas zu vermieten hat worauf dann bei Vertragsabschluss an den Vermittler eine Provision gezahlt wird. Ein beliebtes Geschäft der Kambodschaner mit den Ausländern die eine Bleibe für länger suchen. Alles legitim finde ich aber ich entscheide trotzdem immernoch selber an welchen Makler oder Hauseigentümer ich mich wende.
Bei dieser einstmals so netten Familie brauchen wir jedenfalls nicht mehr auf Hilfe hoffen, was uns natürlich vollkommen egal ist aber worauf ich hinaus will ist das Verhalten der Leute in solchen Situationen an sich. Jetzt besteht keine Möglichkeit mehr irgenwas bei uns abzugreifen, das war mal eine Einladung zum Essen für die gesammte Familie oder auch mal ein paar gute Kleidungsstücke von mir die mir zu klein geworden sind (ich betreibe mein halbes leben lang schon Kraftsport und wachse immernoch) oder die Aussicht auf eine Provision wenn sie Bekannten von mir ein Mietobjekt anbieten können, das dann auch tatsächlich gemietet wird. So geschehen mit einem Kollegen von mir wo sie sich in die Gespräche meiner Frau mit dem Vermieter eingedrängt haben und 200,- $ Provision kassiert haben für die Recherche arbeit die meine Frau geleistet hat. Wir gehen davon aus, das jetzt auch unser “noch” Vermieter nicht mehr gut auf uns zu sprechen ist weil das würde genau in das lokale Caraktermuster passen.
Das nur mal so als kleine Anektode aus dem alltäglichen Umgang mit den Menschen hier, damit ihr wisst worauf ihr euch einstellen müsst wenn ihr hier leben wollt.
Keine ähnlichen Posts.
















Leave a Reply