Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Erste Mitarbeiter-Revolte unblutig niedergeschlagen

Gestern war wieder Zahltag in unserer Firma. Genaugenommen der dritte Zahltag seitdem die Produktion in Sihanoukville aufgenommen wurde. Nun haben diejenigen, die schon drei Monate bei uns arbeiten und dementsprechende Leistung bringen eine Lohnerhöhung zu erwarten, worüber auch jeder Mitarbeiter bei der Einstellung informiert wird. Wohlbemerkt ab dem 3. Monat, also ab gestern den 01.09.2009. Das wurde jedoch von zwei Mitarbeiterinnen bei der Einstellung falsch verstanden. Die beiden jungen, energischen Damen haben nun schon jetzt vor Ablauf der drei Probemonate fest mit einer Lohnerhöhung gerechnet und waren gestern mächtig enttäuscht. Die Enttäuschung ging soweit, das sie eine kleine Revolte unter der gesamten Belegschaft ausgelöst haben.

Als asienerfahrener Auswanderer der mit der lokalen Bevölkerung zu tun hat, ist man jedoch auf alles gefasst, zu jeder Zeit. Gestern Abend kam dann auch der Notruf einer meiner Thai Vorarbeiter mit der Nachricht, das die Mitarbeiter ihn lautstark, verbal attackiert hätten um ihre ungerechtfertigten Lohnerhöhungen einzufordern. Als ich heute Morgen nun in die Firma kam, saß keiner der Mitarbeiter wie gewohnt an seinem Arbeitsplatz sondern man hatte sich in einer großen Gruppe zusammengerottet. Sie saßen alle zusammen auf den blauen Plastikstühlen und warteten was die Firmenleitung zu dieser Ungeheuerlichkeit zu sagen hatte. Das war für mich eine Situation die ich so noch nie erlebt hatte aber es ist mir irgendwie gelungen die Revoltierenden zu beruhigen und wieder zur Arbeit zurück zu bewegen.

Mit Charme und Hilfe meines Dolmetschers konnten wir alle Fakten offenlegen, erneut die Firmenstatuten für Lohnerhöhungen erklären, das wir Löhne nicht im Vorraus zahlen und haben auch nochmal das Abzählen der Monate an den Fingern geübt. Nun sind alle Mitarbeiter wieder glücklich und sehen mit Freuden ihrer Lohnerhöhung am nächsten Zahltag entgegen. Auch ich kann jetzt erstmal wieder meinen normalen Aufgaben nachgehen, jedenfalls für drei bis vier Wochen, bis wieder irgendein Mitarbeiter ein mehr oder weniger großes Problem hat, halt der ganz normale Wahnsinn in Kambodscha.

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