Kambodschanische ArbeitsgenehmigungEs ist wieder soweit, ein Jahr ist rum und wenn ich weiterhin in Kambodscha ohne Probleme arbeiten will, muss ich meine Arbeitserlaubnis  beim Arbeitsministerium verlängern lassen. Das ist an sich kein Problem, man muss ein Formular ausfüllen, man braucht eine Kopie seines Reisepasses, die unglaubliche Anzahl von 6 Passfotos und ein Gesundheitszeugnis eines kambodschanischen Amtsarztes. Arbeitet man in einer festen Anstellung muss noch eine Kopie des Arbeitsvertrages beigelegt werden. Je nach Situation, können auch noch zusätzliche Unterlagen gefordert werden.

Nun zu den Kosten der kambodschanischen Arbeitsgenehmigung. Die Arbeitserlaubnis selber kostet 100,- $, dafür erhält man ein schickes, weinrotes Büchlein welches einem Reisepass ähnlich ist. Zusätzlich fällt pro arbeitenden Ausländer eine Gebühr von 100,- $ an, die sie hier „Quota“ nennen, was auch immer das genau ist. Das ist aber noch nicht alles denn auch unsere lieben Beamten wollen noch ein Stück von Kuchen ab haben und das bedeutet, noch einmal 50,- $ Bearbeitungsgebühr. Nein, das ist kein Bestechungsgeld sondern eine ganz offizielle Gebühr, wie man sie auch von Ämtern z. B. in Deutschland kennt. Nun ist nur noch der Amtsarzt zu bezahlen und der kostet pro Untersuchung, für einen Ausländer, pauschale 35,- $. Wo man den findet und was genau zu tun ist erfährt man auf dem zuständigen Arbeitsministerium. Die gesamten Kosten für die kambodschanische Arbeitserlaubnis belaufen sich also auf jährlich 285,- $ pro Person (Stand 10/2011).

Gewerbetreibende und arbeitende Ausländer in Sihanoukville werden seit Juni letzten Jahres kontrolliert, ich habe darüber berichtet: Freedom Hotel 1 Tag geschlossen wegen fehlender Arbeitserlaubnis. Dabei ist es egal ob man selbstständig oder angestellt ist.

Es mag sein, das mancher Orts einige Ausländer heute noch ohne Genehmigung unbehelligt arbeiten können aber das wird mit Sicherheit nicht immer so bleiben. Kambodscha braucht Geld und man ist bemüht neue Ressourcen zu erschliessen. Ich wage sogar zu behaupten, das die Zeit kommen wird wo das Geschäftsvisum (Business Visa) in direktem Zusammenhang mit der Arbeitsgenehmigung stehen wird. Welche Alternativen es dann für den Ausländer geben wird, der hier ohne eine offizielle Tätigkeit lebt, kann nur zum spekulieren anregen.

Noch hat jeder die Möglichkeit ohne unüberwindbare Probleme eine kambodschanische Arbeitserlaubnis zu bekommen und das auch noch unabhängig davon für welche Tätigkeit. Es mag Ausnahmen z. B. im medizinischen und juristischen Bereich geben, für alle Anderen jedoch kein Problem. NOCH! Wie sich das Ganze dann entwickelt wenn Ausländer plötzlich nicht mehr als nützlich angesehen werden kann in Kambodschas benachbartem Land des Lächelns beobachtet werden. Der langfristige Aufenthalt für westliche Ausländer, ohne nachweisbares Einkommen, wird von Jahr zu Jahr schwieriger gestaltet und an eine Arbeitserlaubnis, ohne eine vor Ort gefragte Qualifikation, ist gar nicht zu denken.

Zum Schluss noch ein Hinweis an alle die in Kambodscha ohne Arbeitserlaubnis arbeiten und Geschäfte betreiben. Sollten eines Tages die netten Herren vom Arbeitsministerium bei euch vor der Tür stehen und euch auffordern endlich eine Genehmigung zu beantragen, bezahlt ihr rückwirkend für jedes Jahr welches ihr euch in Kambodscha aufgehalten habt (max. 5 Jahre *Angabe ohne Gewähr*). Unabhängig davon ob ihr die ganze Zeit gearbeitet habt oder nicht.

… in diesem Sinne, frohes Schaffen.