Da ich seit Tagen nichts auf dem „Leben in Kambodscha“ Blog geschrieben habe, haben sich einige besorgte Leser erkundigt ob denn alles bei uns in Ordnung sei. Vielen Dank für die Anteilnahme, Don Kong und seine Familie leben noch und erfreuen sich bester Gesundheit.

Bedingt durch meine Tätigkeit am Computer muss ich unter anderem sehr viel schreiben, Texte entwerfen, Texte umschreiben, überschreiben, abschreiben … na ja, jedenfalls viel tippen. Dadurch bedingt kommt es vor, das bei mir im Kopf ein gewisses Vakuum entsteht. Dieses Vakuum sorgt dann für eine gewisse Demotivation auch noch auf dem „Leben in Kambodscha“ Blog etwas zu schreiben. Vielleicht hat der eine oder andere von euch schon einmal ähnliche Erfahrungen gemacht.

Hier mal wieder querbeet einige Infos aus Sihanoukville!

Ich habe mir beim Sport eine üble Verletzung im linken Unterschenkel zugezogen und musste meine Trainingsprogramm für einige Wochen arg umstellen, ja sogar tagelang das Training komplett einstellen. Aber nun bin ich wieder voll dabei, bei Kraftsport und Muay Thai. Vom Thaiboxen verzieren bereits wieder untertassen grosse, dunkelblaue Flecken meine Oberschenkel, meine Welt ist wieder in Ordnung.

Meine Mutter hat sich soweit im chaotischen Kambodscha eingelebt ist aber noch dabei sich ihre kleine, geordnete Welt nach gut deutschem Muster zu formen. Dabei staunt sie nach Monaten immer noch was hier unten alles abgeht und wie die Dinge hier laufen. Ihr Leitspruch lautet: „Na ja was soll’s, hier ist eben alles anders.“ Unser Sohn hat seinen ersten Liebesbrief von einer kleinen, koreanischen Klassenkameradin erhalten und macht sich grossartig in der Betreuung meiner Mutter.

Der irre, deutsche Auswanderer, der letzten Monat das Affentheater mit uns und unseren kambodschanischen Bekannten abgezogen hat, hat mir oben drauf noch eine E-Mail geschickt. Als ich die gelesen habe bin ich vor Fassungslosigkeit über diese Frechheit fast vom Stuhl geglitten. Die Nachricht war voll von wüsten Behauptungen, Beleidigungen und abstrusen Drohungen die, meiner Meinung nach, nur dem Hirn eines geistig Verwirrten entstammen können. Ich habe die ganze unschöne Angelegenheit jedenfalls in den Rundordner abgelegt und hoffe, das wir zukünftig von solchen Leuten nicht mehr belästigt werden.

Es müsse wieder mehr Touristen in der Stadt sein, man sieht jetzt wieder mehr weisshäutige Menschen in schlabberigen, kurzen Hosen und bunten T-Shirt’s rumwuseln. Auch Familien mit Kindern können nun in Sihanoukville Urlaub machen und ganz ungestört ihr Wiener-Schnitzel essen denn Roman hat in seinem „Austria Beergarden“ einen schönen Kinderspielplatz angelegt. An den Stammtischen finden sich nach und nach wieder die Herren ein, die immer nur über die Saison hier sind und sich Jahr für Jahr die selben Geschichten erzählen.

Die Firma läuft, den weltwirtschaftlichen Umständen entsprechend, zufriedenstellend auch wenn es in letzter Zeit zu kurzfristigen, logistischen Problemen gekommen ist. Schuld daran war das Hochwasser in Bangkok/Thailand und dem damit verbundenen eingeschränkten Postverkehr. Unsere immer lächelnden Nachbarn scheinen es aber nun in den Griff bekommen zu haben, alles flutscht wieder wie vorher.

In den kommenden Wochen erwarten wir den einen oder anderen alten Bekannten aus Deutschland der seinen Urlaub in Kambodscha verbringen will, darunter wie jedes Jahr mein alter Freund und Weggefährte aus alten Tagen. Auch der Chef aus Bangkok hat sich mit einer Gruppe von Freunden angesagt. Es verspricht eine turbulente Hauptsaison zu werden wo wir am Ende wahrscheinlich wieder froh sind wenn die Regenzeit einsetzt und Ruhe einkehrt.