Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Wenn der Nachbar Terror macht

Freunde von uns erleben gerade, das das Leben in Kambodscha auch die Eine oder andere Überraschung bereit hält. Sie haben hier in Sihanoukville, ganz nahe am Strand, ein wunderschönes, bebautes Grundstück gemietet um dort ein Guesthouse zu betreiben. Das Gebäude mit den neun Zimmern haben sie liebevoll hergerichtet, haben ein neues Restaurant bauen lassen und den Strand mit Palmen bepflanzt. Obwohl sie erst zur nächsten Saison eröffnen wollen hatten sie schon Gäste, die die schöne, ruhige Lage am Meer zu schätzen wussten.

Alles war in bester Ordnung bis vor einiger Zeit der Betreiber des kleinen Hotels gleich neben dem Guesthouse gewechselt hat. Die umgängliche Dame aus England hatte das Geschäft aufgegeben und ein Khmer mit vietnamesichen Hintergrund hat es übernommen. Wie sich schnell raustellte hatte dieser Mann mit entspannter Urlaubsatmosphäre für Touristen wenig im Sinn. Genau vor seinem Hotel ließ er eine große Holzbude errichten, strich sie schwarz an und bestückte sie mit einer Stereoanlage und Lautsprecher so groß wie Kleiderschränke.

Von diesem Tag an war es, für unsere Freunde und alle die im Umkreis von einem Kilometer wohnen, mit der Idylle vorbei. Der neue Nachbar setzte sein Geschäftskonzept, mit ohrenbetäubender Techno Musik, um. Obwohl er nicht einen Gast hatte schaltete er schon morgens seine Stereoanlage an und ließ sie bis in die Nacht durchlaufen. Das ging einige Tage so weiter bis in einem nahe gelegenen Resort die Gäste auszogen und unsere Freunde dem Wahnsinn nahe waren. Höchste Zeit für sie mit dem Nachbarn ein ernstes Wörtchen zu reden.

Dem ersten Gespräch folgten noch weitere aber sie alle waren erfolglos, der Nachbar zeigte sich uneinsichtig und wurde sogar noch frech. Die Techno Musik stampfte weiterhin, in voller Lautstärke, aus der schwarzen Holzbude. Jedoch hatten sie einen Teilerfolg erzielt denn nun begann die Musik nicht mehr am Morgen sondern erst am Nachmittag. Aber auch das war schwer zu ertragen, ganz davon abgesehen wie sich das auf das Geschäft in der kommenden Hauptsaison auswirken würde. Daraufhin taten unsere Freunde was sie in Deutschland in so einer Situation auch tun würden, sie gingen zur Polizei.

Die Polizeibeamten kümmerten sich sofort um ihren Fall und nahmen Kontakt zum Nachbarn auf. Erst telefonisch dann kamen sie persönlich und schon wurde die Musik wurde leiser, viel leiser. Die gewohnte Ruhe setzte wieder ein und der Nachbar kam sogar bei unseren Freunden vorbei. Er informierte sie, das die Musik in Zukunft niemanden mehr stören wird weil er eine Schallisolierung anbringen lässt. Er wird sich dann überall persönlich davon überzeugen, das kein Laut mehr in die Nachbarschaft dringt. Na bitte, es geht doch, auch in Kambodscha.

Posted in Auswandern.

3 Comments

  1. Dieses Beispiel zeigt mal wieder ganz deutlich: Grenzen setzen ist zwingend. Sei es bei schlecht erzogenen Gören oder störenden Nachbarn! Das Zauberwort heisst ZIVILCOURAGE 🙂
    Magst Du einen kleinen Bericht über das neue Guesthouse am Strand bringen?

  2. @K.F.
    … einen Bericht über das neue Guesthouse am Meer wird es noch geben aber erst nach der offiziellen Eröffnung.

  3. Zwei Dinge überraschen mich an dieser informativen Geschichte. Allerdings im positiven Sinne. A dass die Polizei ausrückt wegen so etwas und B dass der Mann dann doch noch zur Vernunft kam. Anscheinend ist Kambodscha auch in dieser Hinsicht etwas anders als sein südöstlicher Nachbar.

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