Preah Vihear Tempel

Internationaler Gerichtshof hat im Grenzstreit entschieden

Grenzgebiet Preah VihearGestern hat der Internationale Gerichtshof in Den Haag (Niederlande) im Streit zwischen Kambodscha und Thailand entschieden. Beide Länder hatten das 4,6 km² große Areal um den Preah Vihear Tempel herum, welches sich genau im Grenzland befindet, für sich beansprucht. Der Preah Vihear Tempel ist ein 900 Jahre alter Hindu Tempel welcher von der UNESCO als Weltkulturerbe gelistet ist. Der Grenzverlauf, der festgelegt wurde als Kambodscha noch eine französische Kolonie war, bot darum in der Vergangenheit immer wieder Anlass zu bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den beiden Nachbarländern. Die schwersten Gefechte hatten in 2011 stattgefunden, wobei 28 Menschen ums Leben gekommen sind.

Auf alten französischen Landkarten gehört der antike Preah Vihear Tempel zu Kambodscha aber nach der Unabhängigkeit von Frankreich 1953, begann Thailand Anspruch auf das Gebiet zu erheben. Im Jahr 1962 wurde dann durch den Internationalen Gerichtshof der Besitzanspruch des Tempels für Kambodscha bestätigt aber die Besitzansprüche für das Gelände um den Tempel herum wurde nicht ausreichend genug definiert. Nachdem Kambodscha nun den Internationale Gerichtshof gebeten hat die Entscheidung von 1962 zu bestätigen und auch das Gebiet um die Tempelanlage herum mit einzubeziehen ist am gestrigen Tag die Entscheidung gefallen.

Der Internationale Gerichtshof hat bestätigt, das der Preah Vihear Tempel und die umliegenden Areale zu Kambodscha gehören und Thailand aufgefordert alle seine Militär- und Polizeikräfte aus der Gegend abzuziehen. Obwohl von beiden Regierungen im Vorfeld versichert wurde die Entscheidung des Internationalen Gerichtshofs anzuerkennen wird nun befürchtet, das in Thailand national orientierte Gruppen verstärkten Druck auf die Regierung ausüben. In Bangkok hat es bereits Protestmärsche gegeben, wobei Ministerpräsidentin Yingluck Shinawatra vorgeworfen wird, mit der Anerkennung der Entscheidung der Richter in Den Haag, thailändisches Staatsgebiet dem Feind überlassen zu haben.

Posted in Kambodscha.

3 Comments

  1. In Thailand wird leider keine Ruhe einkehren. Die nationalistischen Shinawatra-Gegner sezieren derzeit jeden Buchstaben des Gerichtsurteils. Momentan sind sie bei dem Begriff ‚Promontory‘ (dem Felsvorsprung).
    Seit Anbeginn dieses Konflikts haben sie immer wieder die hanebüchensten Spitzfindigkeiten ausgekramt. Dabei ist das Urteil klar und gebietet auch Zusammenarbeit zwischen Thailand und Kambodscha. Da sie aber -wie schon immer- das Wort ‚Feind‘ benützen, ist nichts Gutes zu erwarten.

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