In Kambodschas Nachbarländern Vietnam und Thailand war in den letzten paar Wochen so einiges los. Die Medien haben darüber berichtet, trotzdem hier die Geschehnisse nochmal kurz zusammengefasst. In Vietnam hat man die Chinesen mit Gewalt aus dem Land getrieben und in Thailand wurden die seit Wochen andauernden Antiregierungsdemonstrationen und die zunehmende Bürgerkriegsgefahr durch einen Militärputsch beendet.

Als in Vietnam bekannt wurde, das die Chinesen Anfang des Monats im südchinesischen Meer, in einem Gebiet welches von Vietnam beansprucht wird, eine Ölplattform installiert haben, hatte es begonnen. Sofort standen sich an der Bohrinsel, die sich dicht bei den Spratly Inseln befindet, vietnamesische und chinesische Schiffe gegenüber. Dabei wurden die Vietnamesen von den chinesischen Schiffen daran gehindert sich der Bohrinsel zu nähern.

Auf dem Festland wuchs während dessen der Ärger in der vietnamesischen Bevölkerung über das aggressive Vorgehen der Chinesen immer weiter an und entlud sich schließlich, in der Nacht vom 14. zum 15. Mai, in einem Akt von Zerstörung und Gewalt. Fabriken, von denen man meinte, das die Betreiber Chinesen sind, wurden verwüstet und abgebrannt. Chinesen und chinesisch stämmige Vietnamesen wurden angegriffen.

Das Ende vom Lied war ein enormer Sachschaden, auch für südkoreanische und taiwanesische Fabrikbetreiber, viele Verletzte und über 20 Tote. Daraufhin haben die in Vietnam lebenden und arbeitenden Chinesen die Flucht ergriffen und sich über die Grenze nach Kambodscha in Sicherheit gebracht.

Kambodschas Nachbar auf der anderen Seite, das einst lächelnde Thailand, wird derzeit von ganz anderen Problemen geplagt. Dort hat sich in den vergangenen Wochen der seit Generationen schwelende Konflikt zwischen der Landbevölkerung, die die gewählte Regierung gestellt haben, und der königstreuen Oberschicht, die Regierungsgegner, zu einem neuen Höhepunkt hochgeschaukelt.

Die Regierungsgegner hatten das Land durch andauernde Proteste und Blockaden nahezu regierungsunfähig gemacht. Der Ministerpräsidentin entglitt die Situation von Tag zu Tag mehr bis sie schließlich, unter dem Vorwurf des Amtsmissbrauchs, per Gerichtsurteil abgesetzt wurde. Die Gewalt eskalierte und Thailand drohte in einem Bürgerkrieg zu versinken. Damit es soweit nicht kam, dafür sorgte dann das Militär am Donnerstag, indem es die Macht übernahm.

Seit dem herrscht in Thailand, bis auf weiteres, das Kriegsrecht mit all seinen Einschränkungen für die Bevölkerung. Die abgesetzte Ministerpräsidentin und andere Politiker wurden von den Militärs verhaftet und es wurden Ausreisesperren gegen diverse Politiker verhängt. Thailands Armeechef hat sich zum Staatsoberhaupt ernannt und wie es genau weitergehen soll weiss wahrscheinlich nur er.