Einschussloch im Auto eines türkischen Geschäftsmannes in Sihanoukville.

Bandenkrieg unter Ausländern in Sihanoukville?

Einschussloch im Auto eines türkischen Geschäftsmannes in Sihanoukville.

Eines der Einschusslöcher im Heck des Wagens (Foto: Maxime Elvinger)

Im kambodschanischen Sihanoukville nimmt die Kriminalität unter den hier lebenden Ausländer offensichtlich gerade eine ganz neue Qualität an. Wo vor ein paar Jahren noch vorwiegend kambodschanische Diebe die größte kriminelle Bedrohung dargestellt haben, treten nun Ausländer mit Schusswaffen auf die Bühne. Es gab ja in der jüngsten Vergangenheit bereits Fälle von Schutzgelderpressung und bewaffneten Angriffen von Ausländern, bei denen auch Verletzte zurückgeblieben sind, aber was nun passiert ist, das gab es so noch nicht im schönen Sihanoukville.

Wer sich am Donnerstag gegen 23:00 Uhr in der Nähe des Kampongsom City Casinos, nahe dem Golden Lions Kreisverkehr aufgehalten hat, könnte die Schüsse gehört haben. Die wurden dort nämlich auf einen hier lebenden türkischen Geschäftsmann abgegeben. Dabei blieb der Türke unverletzt, wogegen ein unbeteiligter siebenundzwanzigjähriger Kambodschaner weniger Glück hatte und von einer verirrten Kugel am rechten Oberschenkel getroffen wurde.

Laut Polizeiangaben hat der Türke, der hier in Sihanoukville Bootstickets verkauft, am Mittwoch einen Israeli mit einem Messer angegriffen. Nun wird vermutet, dass der Anschlag von anderen ausländischen Geschäftsleuten und Restaurantbesitzern aus Rache dafür organisiert wurde. Als der Türke Donnerstagnacht in der Ekareach Road, nahe seiner Geschäftsstelle, in seinem Auto saß wurde plötzlich hinter ihm aus einem anderen Fahrzeug das Feuer eröffnet. Zwei Kugeln trafen den Wagen des Türken und mehrere Schüsse wurden wahllos in die Luft abgegeben.

Während nun in der Tageszeitung „The Phnom Penh Post“ die Täter der russischen Gemeinde von Sihanoukville zugeschrieben werden, werden in der „The Cambodia Daily“ vom Provinzgouverneur gleich drei Gruppen für den Anschlag verantwortlich gemacht. Dazugehören Türken, Israelis und eine Gruppe über deren Nationalität man sich noch nicht sicher sei. Weiterhin meinte er, das man weder wisse, wie viele Mitglieder jede einzelne Gruppe hat noch welche Restaurants darin verwickelt sind.

Ein Polizeisprecher sagte, dass man sehr besorgt über die Entwicklung sei und nun die Situation genau studieren würde, um zu sehen, welche Maßnahmen für die nahe Zukunft erforderlich sein werden. Es sei ihm ein Rätzel, woher die Ausländer all die Waffen haben. Die Polizei hat den türkischen Messerstecher jedenfalls erst mal verhaftet und ermittelt nun gegen die Täter und die Drahtzieher des Anschlags.

Quelle 1: https://www.cambodiadaily.com/news/turkish-target-arrested-after-sville-shooting-78846/

Quelle 2: http://www.phnompenhpost.com/another-alleged-russian-attack-sville

Posted in Kriminalität.

2 Comments

  1. Eigentlich sind neben dem unbeteiligten Khmer und diesem „armen“ Polizeisprecher der wohl immer noch rätselt, woher denn Barangs zu Waffen kommen, -auch alle „Anständigen“ zu bedauern! -Denn auf sie kommen vielleicht wegen ein paar „Aussätzigen“ Gesetze zu, über die man wieder lästern müsste! Wenn Schüsse fallen, befindet man sich eh schon in einem dunklen zweifelhaften Milieu! Solche Berichte gibt es in allen Städten der Welt! Leider! Das „schöne“ Sihanoukville wird wegen diesen Schüssen bestimmt nicht „beängstigend“ werden! Stimmt’s? -Der Sturm im Wasserglas…?

  2. Ja, das ist der Kern, @G.S.- tragisch für den unbeteiligten Khmer, schlecht für unseren Ruf und im Hinblick auf künftige Gesetze. Einen eher lustigen Aspekt hatte der Vorfall aber doch: Die Gerüchte! 🙂 In den kleinen Restaurants am Night Market waren die abenteuerlichsten Geschichten zu hören – von ’someone shoot someone‘ (was ja auch stimmte) bis hin zu ‚mehreren Toten‘, die da herumgelegen haben sollten. Die deutsche Zeitung mit den großen Buchstaben hätte es nicht besser hingekriegt! 🙂

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