Ein klassisches Konzert mit Violine, Cello und Piano in Sihanoukville am 07. Mai 2015.

Konzert mit klassischer Musik in Sihanoukville

Ein für lokale Verhältnisse ganz besonderes Ereignis hat es gestern in der Schule unseres Sohnes gegeben. Dort wurde nämlich zu einem klassischen Konzert mit Violine, Cello und Piano geladen. Musiziert wurde in der großen, Amphitheater ähnlich aufgebauten, Veranstaltungshalle der Schule. Um 18:30 ging es los, indem zuerst die drei südkoreanischen Musikerinnen vorgestellt wurden. Dabei stellte sich heraus, dass die Damen absolute Profis sind, die Musik auf Universitäten studiert haben, in großen Orchestern spielen und auch sonst in der Welt der klassischen Musik nicht ganz unbekannt zu sein scheinen.

Koreanisches Trio spielt klassische Musik bei einem Konzert.Als es dann mit einem Violinen-Solo losging, standen mir fast die Tränen in den Augen, denn nach über 16 Jahren hatte ich nun endlich wieder Mal die Möglichkeit klassische Musik live zu erleben. Ein Genuss für die Ohren und Balsam für die Seele. Ich kenne mich in klassischer Musik zwar nicht besonders gut aus, habe aber meine Phasen, in denen ich Mozart, Vivaldi, Bach und einige Andere sehr gerne höre. Dazu gehörte damals in Deutschland sogar der eine oder andere Konzertbesuch. Auch meine Frau und unser Sohn lauschten sichtlich ergriffen den Klängen der Violine.

Konzertbesucher bei einem Konzert mit klassischer Musik in Sihanoukville.Es folgten sieben weitere Stücke, von denen eines von Nicolo Paganini stammte und ein anderes von Jacues Offenbach, der Rest war mir vorher nicht bekannt gewesen. Unter den leider nur wenigen Zuschauern befanden sich viele Koreaner, aber auch kambodschanische Studenten und einige Lehrer der Schule. Trotzdem es unter dem Dach der Veranstaltungshalle heiß war wie in einem Backofen, schienen alle begeister von Sihanoukvilles wahrscheinlich erstem klassischen Konzert gewesen zu sein, denn am Ende gab es großen Applaus. Auch für uns drei war das Konzert ein tolles Erlebnis gewesen, weil kulturell bekommt man hier in Sihanoukville ja sonst nichts geboten.

Posted in Sihanoukville.

10 Comments

  1. Ich kann die Tiefe Eurer (besonders Deiner!) Freude sehr gut nachvollziehen! (Hat vielleicht auch etwas mit dem Alter zu tun, wo man empfänglicher ist für wahre Musik-Kunst?) Jedenfalls macht das unserem „Alter“ entsprechend mehr Eindruck als ein kaZantip-Festival! Und wenn ich hier von „Alter“ spreche: Von wegen! -Jetzt geht’s doch erst richtig los, denn bei reifen Früchten sagt man ja auch nicht es seien „alte Früchte“! Schön von Dir auch zu hören dass es hier in dieser typischen Touristen-Stadt auch ab und zu mal einen „kulturellen Kracher gibt“! Ab und zu an Sonntagen fahr ich mit unserer Kleinen zur Kirche nahe des Don Bosco Ausbildungscenters! Da „rührt“ es mich auch, wenn ich diesen schönen Liedern zuhöre…! Toller „anderer“ Blog-Beitrag mal zur Abwechslung!

  2. Kunst und Kultur finden in Sihanoukville ansonsten ja kaum statt. Klar, dass ein Interessierter das geringe Angebot aufsaugt wie ein Schwamm, weil das einfach gut tut. Wirtschaftlich haben Kunst und Kultur in Sihanoukville keine Chance. Allenfalls ein Freundeskreis könnte derartige Veranstaltungen ’stemmen‘. Wer weiß, vielleicht wird sich ein solcher eines Tages finden. Einen ‚AI‘ (Anonyme Intellektuelle) soll es Gerüchten zufolge ja bereits geben… 🙂 🙂

  3. Toll! Stück für Stück entwickelt es sich. Ebenso eine Bereicherung wie die Entwicklung des Otresmarktes oder anderer kultureller Dinge. Die Leute vom Musicstore nähe Ochateul sind da übrigens sehr aktiv. Wer auf Violinkonzerte steht dem kann ich nur Beethoven Violinkonzerte mit Daniel Barenbohm als Dirigenten empfehlen. Bei der notwendigen Ruhe geht das richtig ab. Hier mal ein Link dazu. Ich hoffe er funktioniert. https://www.youtube.com/watch?v=YIB03fS179s

  4. Vielleicht lässt sich ja in ferner Zukunft eine der vielen Hallen die sich Casino nennen mal in eine „Music-Hall“ umfunktionieren? -Aber bis dann sind wir wohl alle auf der „Wolke 7“ am Harfenspielen…! Spass beiseite -und wenn’s erlaubt ist, -auch von meiner Seite noch 2 Beispiele dieser immerwährenden Musikkunst! Natürlich M. Sindelar, darf dieser Daniel Barenboim nicht fehlen!
    https://youtu.be/P73Z6291Pt8
    https://youtu.be/Ofzlw0pofPE

  5. @G.S. @Herby Der Gedanke hat was, wenn in der zukünftigen Music Hall von SHV extra für die Anonymen Intellektuellen „Spiel mir das Lied vom Tod“ ertönt. Nennt man wohl Ironie des Schicksals.

  6. @M.Sindelar outet sich als Nichtmitglied der Intellektuellen und ist zugleich der irrigen Ansicht, der menschliche IQ sei altersabhängig.

  7. @Herby Alter Kollege der Spaßfraktion (ich hoffe du erinnerst dich). Mein Kommentar war ironisch gemeint. Zur Hilfe Intellektuell und „Spiel mir das Lied vom Tod“ ist ja in SHV manchmal nicht von der Hand zu weisen. Übrigens dein Abschiedskaraokeabend hat meiner Frau und mir Freude bereitet. PS: Bis bald in SHV

  8. Wie heisst doch Dein Wahlspruch, M.Sindelar?: ‚Alles wird gut’…und mit Spaß in allen Lebenslagen wird’s noch besser! Freu‘ mich auf unser baldiges Wiedersehen.

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