Das die medizinische Versorgung in Kambodscha eher bedenklich ist, ist kein Geheimnis, aber wie bedenklich die Situation wirklich ist, zeigt ein Bericht in der heutigen Ausgabe der Tageszeitung „The Cambodia Daily“ sehr deutlich. Bereits ende letztes Jahr hatte ein unlizenzierter Arzt in der Provinz Battambang, dadurch, dass er immer wieder dieselben Spritzen verwendete, mehr als 240 Dorfbewohner mit dem HIV-Virus infiziert. Nach diesem schrecklichen Vorfall ist das Gesundheitsministerium aufmerksam geworden und hat begonnen, in medizinischen Einrichtungen jeder Art Kontrollen durchzuführen.

Diese stehen nun kurz vor ihrem Abschluss und haben ans Licht gebracht, das in Kambodscha landesweit über 3.000 Ärzte und über 200 Zahnärzte ohne Lizenz praktizieren. Das Ergebnis führte dazu, das der Gesundheitsminister ankündigte, alle illegalen Arztpraxen und Kliniken schließen zu lassen. Eine Maßnahme die sich aber offensichtlich nicht so einfach umsetzten lässt, sodass illegal praktizierende Ärzte zunächst nur verwarnt wurden und aufgefordert die notwendigen Genehmigungen zu beantragen.

Unlizenzierte Ärzte mussten außerdem eine Vereinbarung unterschreiben, in der sie sich verpflichten keine Injektionen mehr bei den Patienten zu Hause zu geben. Im Falle eines Verstoßes wurde ihnen mit rechtlichen Konsequenzen gedroht. Eine besonders große Anzahl von Ärzten, die illegal praktizieren, habe man in Phnom Penh und in den Provinzen Battambang und Svay Rieng angetroffen. Viele davon haben mit der Behandlung von Patienten, gleich nach der „medizinischen“ Ausbildung durch die Eltern, begonnen. Sie üben ihre Tätigkeit meist in kleinen inoffiziellen Praxen und Kliniken aus, die in privaten Häusern untergebracht sind.

Quelle: https://www.cambodiadaily.com/news/over-3000-illegal-doctors-in-country-ministry-85893/