Der kambodschanische Badeort Sihanoukville liegt seit Tagen unter einer dichten grauen Wolkendecke, die heftige Regenfälle, Sturm und Gewitter mit sich gebracht hat. Die Ursache dafür soll eine ausgedehnte Schlechtwetterfront über dem Golf von Thailand sein, die hauptsächlich die Küstenregionen mit schlechtem Wetter versorgt. Teilweise ist es tagsüber so dunkel, das ich bei der Arbeit die Schreibtischlampe einschalten muss und das, obwohl sich direkt hinter mir ein großes Fenster befindet.

Nur wer unbedingt muss, verlässt jetzt das Haus, Touristen, die sich hier in der Hauptsaison tummeln, haben Sihanoukville so wahrscheinlich noch nie erlebt. Die Luft hat sich deutlich abgekühlt, was natürlich angenehmer ist, als die Hitze, die wir hier vorher hatten. Es herrscht aber auch eine wesentlich höhere Luftfeuchtigkeit, die hier und da Nachteile mit sich bringt. Zum Beispiel Wäsche trocknet nur sehr langsam und Materialien wie Leder fangen an zu schimmeln, wer in den Tropen lebt, kann davon ein Lied singen.

Der Strom fällt nun auch wieder öfters aus, was wohl ebenfalls auf die extremen klimatischen Bedingungen zurückzuführen ist. Gestern Nachmittag führte der Sturm sogar dazu, dass ein Boot mit sieben unvorsichtigen Fischern, nahe der Insel Koh Rong, gekentert ist. Stundenlang trieben die Männer bei rauer See im Wasser, bis sie endlich von einem Schiff der Marine, unbeschadet gerettet werden konnten. Dieses Jahr erlebt Sihanoukville einen wahrlich gelungenen Start in die Regenzeit, man kann nur hoffen, dass uns hier keine Schwimmhäute wachsen.