Verkehrsteilnehmer in einer Kontrolle der Verkehrspolizei.

Kambodschas neue Verkehrsgesetze in Kraft getreten

Wie angekündigt sind am 1. Januar 2016 in Kambodscha die neuen Verkehrsgesetze in Kraft getreten. In der englischsprachigen Presse wird heute davon berichtet, dass in den ersten drei Tagen des Jahres bereits über 24.000 Verkehrsteilnehmer verwarnt oder mit Bußgeldern belegt wurden.

Nach Angaben des Innenministeriums wurden bisher insgesamt 30.312 Fahrzeuge von der Polizei kontrolliert, 8.898 davon sollen die Verkehrsgesetze verletzt haben. Die Fahrer von 5.226 Fahrzeugen wurden verwarnt, ohne dass sie ein Bußgeld bezahlen mussten, während 3.672 Fahrer zur Kasse gebeten wurden. Außerdem wurden 73 Fahrzeuge beschlagnahmt, die meisten davon, weil sie keine Nummernschilder hatten.

Kambodschas Polizeichef erklärte, dass schon am 1. Januar 7.519 Missachtungen der Verkehrsgesetze festgestellt wurden. Davon sollen 4.543 Verkehrsteilnehmer ohne Bußgeld davon gekommen sein und 2.925 mussten bezahlen. Mehr als hundert Motorräder wurden beschlagnahmt.

Weiterhin meinte der oberste Gesetzeshüter, dass etwa 80 Prozent der Verkehrsteilnehmer den Verkehrsregeln perfekt befolgen würden, während nur eine kleine Gruppe von Fahrern die Gesetze missachtet. Ein Großteil davon seien Motorradfahrer und deren Beifahrer, die keine Helme tragen. Die Geldstrafe dafür beträgt 15.000 Riel (ca. 3,75 $), die nun nicht mehr die Verkehrspolizisten direkt am Tatort kassieren dürfen, sondern auf der Polizeistation bezahlt werden müssen.

Hier in Sihanoukville habe ich seit dem Jahreswechsel persönlich jedenfalls noch gar keine Verkehrskontrolle gesehen. Lediglich, dass gestern an der Ekareach Street eine Gruppe von Hellblauen tatenlos am Straßenrand stand und den Verkehr beobachtete. Wollen wir mal schauen, wie es weitergeht mit der Umsetzung der neuen Verkehrsgesetze in Kambodscha. Bisher scheinen sich die Bemühungen der Polizei ja hauptsächlich auf Phnom Penh und das Umland zu beschränken.

Quelle: http://www.phnompenhpost.com/national/thousands-stopped-roads

Fotoquelle: National Police

Posted in Kambodscha.

10 Comments

  1. Kurz nach erscheinen dieses Artikels kontrollierte die Polizei am Goldenen Löwen massiv und an 4 Fahrtrichtungen. Auch Ausländer, die mit Helmen fuhren.

  2. In Kampot wird seit 1.1.2016 taeglich kontrolliert. Hauptstrassen nach PP und nach SHV —- Alle Fahrzeuge werden angehalten auch alle Kambodschaner.Vorher waren hier niemals Helmkontrollen.

  3. Ganz herzlos sind aber nicht, die blauen Angler am Straßenrand. Gerade hatten sie einen armselig gekleideten Khmer herausgefischt. Kein Helm, nur Kappe. Er fing sofort an zu jammern, er habe nur noch 5.000 Riel, die er für Benzin brauche. Sonst müsse er sein Moped bis nach Stoung Hav schieben. Dazu sei er aber zu schwach. Daraufhin ließen sie ihn unbehelligt weiterfahren.

    Solche Beobachtungen aus nächster Nähe kann man zu häufigen Kontrollzeiten machen, am besten in dem Straßencafé -oder besser: in der Holzbude- direkt neben dem riesigen 333-Karaoke-Schuppen an der Ekareach Street…fast schon ein Unterhaltungsprogramm mitlandeskundlichem Wert:-)

  4. Ich hatte mich ja schon gewundert, wie sie das bei Touristen handhaben werden, da sie keine Strafen mehr direkt kassieren können. Gäste berichten, dass sie angehalten wurden, weil erstens das Licht an war, und zweitens kein Nummernschild oder Zulassung. Kostete $5.00 in bar ohne Quittung und wurde in die Tasche gesteckt. Also das wird das System der Zukunft sein, denke ich mal. Ansonsten habe ich genauso viele Leute ohne Helm oder gar zu viert auf dem Moped fahren sehen, wie eh und je. Facebook ist voll mit Klagen über diese grosse Ungerechtigkeit.

  5. ….die Polizisten werden sich sehr freuen,wenn Ihnen Ausländer ins „Netz“ gehen, mit oder ohne Verkehrsbegehen, Hauptsache abkassieren……….anders sieht es da bei den Kambodschanern aus, die müssen ja direkt auf der Polizeistelle zahlen, also dem „Boss“ entgehen keine Gelder mehr………letztendlich wird wieder alles an der Strasse abkassiert, wie sollen denn ansonsten die Polizisten ihren Lebensstandard halten…………Löwe, gut gebrüllt!!

  6. Werden dann auch schwarze SUV’s mit getönten Scheiben und ohne Nummer beschlagnahmt? Das wäre doch mal ein Lacher, wenn der kleine Bonze mit seinem Wohlstandsspoiler aus der Karre muss, seinen gekauften Dienstgrad rauslässt und anfängt wild herumzutelefonieren.

    Ich denke in Zukunft wird trotzdem in Bar kassiert, der Preis wird aber ein wenig steigen.

  7. Und bloss 1750 Verkehrspolizisten in einem 15Millionen-Land sollen nun die Einhaltung dieser „Hauruck-Erlasse“ der Regierung kontrollieren…? -Und dann erst noch auf Druck hin von verschiedenen NGO’s deren „Ueberkopf“ die WHO ist…?
    Ich bin nicht der „Hellste“ und habe echt Mühe die nun täglichen Meldungen darüber in allen Zeitungen mit meiner Logik zu verstehen! Aber ich begreife nun doch langsam wie es damals war, als man den Leuten zu verstehen gab dass unsere Erde halt doch keine Scheibe ist…

  8. Ein wesentlicher Teil der Verkehrsgesetzgebung ist im Moment die Legalität der Motos. Die erhöhten Gebühren werden erst später so richtig zu Buche schlagen. Ziel ist es soviel wie möglich Motofahrer dazu zubringen die Einfuhrsteuer beim Zoll zu bezahlen. Ist alles etwas kompliziert, Gebrauchsanweisungsnötig und zeitaufwändig. Man muß als erstes zur Polizei und sein Moto anmelden. Danach geht es zur Zollbehörde am Hafen um dann bei der Nummernschildstelle in der Nähe von Angkor die Rundreise zu beenden. Derzeit sind allerdings keine Nummerschilder mehr vorhanden. Der Erfolg der Aktion war anscheinend besser als erwartet. Dafür kriegt man dann ein Stück Papier. Da in dem ganzen Prozedere noch ein paar Hürden eingebaut sind empfiehlt es sich eine Khmer sprechende Person mitzunehmen. Das Ganze kostet natürlich Geld bei allen Stellen, da kann dann schon einiges zusammenkommen.
    Sowie es aussieht haben sie schon richtig gut eingenommen. Hun Sen hat wohl am 31.12. erklärt daß sie die Gebühren für die Einfuhrsteuer deutlich senken werden. Damit ist die Aktion vorerst gestoppt, sollte man meinen. Da ist dann aber leider noch die Polizei die auch ihr Stück vom Kuchen ab will. Wer also ein nicht legales Moto hat sollte im Moment der Polizei aus dem Wege gehen und nach bekannt werden der neuen Preise es so schnell wie möglich anmelden. Wie gesagt Unterstützung um den ganzen bürokratischen Aufwand zu bewältigen dürfte angebracht sein.
    Im Moment ist tagsüber die Hauptgefahrenzone überwiegend der „Golden Lion“, und die üblichen Stellen an der Eakarech. Teilweise sperren sie zu nicht erwarteten Zeiten (wenn es dunkel wird) die Eakarech ab.
    Im übrigen halte ich es für richtig wenn ein Gemeinwesen Steuern erhebt, Es gibt Dinge die die die Gemeinschaft betreffen und von daher alle ihren Teil zur Lösung von Aufgaben beizutragen haben.
    Aus meiner Sicht sind allerdings 2 Punkte relevant. 1) Die Höhe der Steuern sollten dem Lebensstandard angepasst sein. 2) Für was wird das Geld ausgegeben? Bildung, Straßenbau, Gesundheit etc., habe ich keine Probleme mit.
    Ich fürchte das hier die Gelder überwiegend anderen Bestimmungen zufließen die nicht unbedingt dem Gemeinwohl zuzuordnen sind.

  9. Zitat: „Weiterhin meinte der oberste Gesetzeshüter, dass etwa 80 Prozent der Verkehrsteilnehmer den Verkehrsregeln perfekt befolgen würden, während nur eine kleine Gruppe von Fahrern die Gesetze missachtet.“ Die 20 Przent sind wohl alle in SHV und die 80 Prozent alle in PP 🙂

  10. Trotz neuer Verkehrsgesetze, z.B. die Helmpflicht bei Mopedfahrern, sieht man hier in PP, dass kaum mehr Mopedfahrer als bisher Helme benutzen.
    Vorallem faellt auf, dass gerade in den Gebieten, wo etnische/religioese Minderheiten leben/wohnen, fast keiner/keine einen Helm traegt ! Oder / vielleicht sind die davon befreit ?
    Was man die letzten 20 Jahre versaeumt hat, naemlich Verkehrserziehung, wird sich m.E. nicht mehr reparieren lassen ! Es wird auch im neuen Jahr genauso gefahren, wie in den vorherigen und auch in zukuenftigen Jahren.

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