Swimmingpool im Ry´s Lotus Resort d´Angkor.

Ry’s Lotus Resort – Baurabeiten und Eröffnung

Im letzten Beitrag über die Entstehung von Ry’s Lotus Resort hatte mein Facebook Freund und seine Frau zwei Grundstücke in Siem Reap gekauft und begonnen ihr Vorhaben zu planen und vorzubreiten. Wie es dann weiterging erfahrt ihr in den folgenden Zeilen.

Nachdem die Pläne des kambodschanischen Architekten einschließlich der Grundrisse vorlagen, die amtlichen Formalitäten wie geschildert in Angriff genommen und diverse Gelder auch „unter dem Tisch“ geflossen waren, begannen die Bauarbeiten. Wie die Beiden jedoch feststellen mussten, mit wechselnder Besetzung, denn mal waren 4, mal 6, mal auch nur 2 Arbeiter zu gange.

Das hatte verschiedene Gründe: Waren es nicht gerade Festtage (von denen man zum Teil noch nie gehört hat), so waren es häufiger Familienfeierlichkeiten wie Hochzeiten, auch mal Begräbnisse, nicht so selten Krankheiten wie Erkältungen, oder eben während der Monate April bis September, der Monsun mit bisweilen tagelangem Regen. Da der Architekt auch noch andere Projekte betreute und somit nur selten auf der Baustelle erschien, waren die Arbeiter häufig sich selbst überlassen, hatten jedoch in der kambodschanischen Ehefrau meines Facebook Freundes einen verlässlichen Ratgeber, sodass sie im Wesentlichen die Aufgaben des Architekten übernahm.

Die Bauarbeiter fuhren nicht etwa am Abend nach Hause, sondern bauten auf dem Gelände nahe der Eingangsmauer ein großes Zelt auf, holten ihre Frauen nach, bauten einen Ofen, sodass die Frauen kochen konnten und übernachteten in diesem Gemeinschaftszelt. Sogar ein batteriebetriebener Fernseher wurde installiert, der für abendliche Unterhaltung sorgte. Dem Bauherrn war das natürlich recht, denn so wurde die Baustelle bis zur Fertigstellung auch nachts überwacht und war gegen Diebstähle (Zement, Steine, Fliesen) gesichert.

Restaurant auf der Dachterrasse in Ry’s Lotus Resort.Im September 2015 waren die 8 Villen, der Pool und der Maschinenraum so weit fertig. Auch der kleine Bungalow, der als Wohnstätte für das Ehepaar, welches die Beiden zur Betreuung des Resorts gewonnen hatten, war bereits bezugsfertig. Im Gegensatz zu den Villen mit Dachschrägen wies dieser Bungalow ein Flachdach auf, und war mittels einer Steintreppe gut als Panoramaterrasse und Open-Air-Restaurant zu nutzen.

Es waren zu diesem Zeitpunkt wichtige Entscheidungen zu treffen: Ein Platz zum Bau einer Küche musste gefunden, eine Rezeption mit dem notwendigen Inventar geschaffen und die Frage geklärt werden, ob ein eigener Generator mit entsprechender Leistung angesichts der doch häufigeren Stromausfälle aufgestellt werden sollte. Küche und Rezeption konnten gut in das Villenensemble integriert werden, jedoch musste der Generator nach den detaillierten Berechnungen des Strombedarfs (3 KW pro Wohneinheit plus ca. 4 KW für den Pool, für das gesamte Resort somit ca. 30 KW bei Maximalbelastung) so dimensioniert werden, dass er schon nicht mehr in den bereits fertigen Technikraum passte. Eine Lösung war jedoch schnell gefunden, er steht nun im Freien, hinter der äußeren Begrenzungsmauer, geschützt durch ein Dach und eine Plastikhaube.

Die Kapazitätsberechnung für den Strombedarf hatte zudem ergeben, dass die Verlegung eines triphasischen Stromkabels, dass ohne Probleme die benötigte Strommenge liefern konnte, die beste Lösung war. Das stößt bei kleineren Projekten wie diesem normalerweise auf Schwierigkeiten bei der Beantragung. Wieder war es dem Verhandlungsgeschick der Frau meines Facebook Freundes zu verdanken, dass sie diese Forderung durchsetzen konnten. Allerdings hatte das auch mit 10.000 $ seinen Preis (Material und Verlegung über 1200 m).

Pavillon im Lotusteich.Der Lotusteich, der den bebauten Teil des Grundstücks über eine Länge von fast 100 Metern flankiert, und der mit seiner Blütenpracht als landschaftsgärtnerisches Highlight der Anlage hervorsticht, regte den Bauherrn an, Gartendesign und Gestaltung, wie er sie in Japan und China zuvor kennengelernt hatte, auch hier zu verwirklichen. So beauftragte er einen Zimmermann, der auch die massiven Kleiderschränke in den Schlafzimmern der Villen gebaut hatte, einen sechseckigen Pavillon mitten im Lotusteich, erreichbar über eine kurze Holzbrücke, zu errichten.

Planungen über die Inneneinrichtung der Villen begannen bereits im Juli. Ein befreundeter belgischer Architekt, der den Beiden mit so manchem Rat zur Seite stand und soeben für sich und seine Familie eine großzügige Landhausvilla in der Nähe gebaut hat, vermittelte ihnen den Kontakt zu einem großen Möbelhaus in Bangkok („Index living“, ähnlich Ikea), wo sie dann im September fast das gesamte Mobiliar für die Villen einkauften, mit Ausnahme der tischlermäßig hergestellten Möbel. Diese konnten sie in Siem Reap in den zahlreichen Tischlerwerkstätten in erstklassiger handwerklicher Qualität, nach eigenen Vorgaben anfertigen lassen, z. B. massive Bettgestelle, Tische, Stühle und Garten – oder Terrassenmobiliar.

Die technische Ausstattung wie Flachbildfernseher, Klimaanlagen, Kühlschränke, Waschmaschinen und Küchengeräte konnten komplett bei LG erworben werden, die mit einem gut bestückten Ausstellungsraum in Siem Reap vertreten sind.

Neben den vielen positiven Erfahrungen, welche die Beiden im Laufe des vergangenen Jahres mit Handwerkern, Ingenieuren und wohlmeinenden Freunden und Bekannten gesammelt hatten, haben sie allerdings auch 2 (verschmerzbare) Rückschläge erlitten, aus eigener Schuld oder besser Unkenntnis. Zunächst ließen sie rund um den Lotusteich dort, wo er von drei Seiten an die begrenzende Mauer heranreichte, jedoch noch einen kurzen Streifen Erde freiließ, Bambushecken pflanzen, über eine Strecke von insgesamt 130 Metern. Ziel war dabei, die etwas unansehnliche Mauer mit dem hochwachsenden Bambus zu verdecken. Als der Monsun jedoch seinen Höhepunkt erreichte und der Wasserspiegel des Lotusteichs beträchtlich stieg, versank die frisch gepflanzte Bambushecke im Wasser und ging ein. Bambus braucht zwar viel Feuchtigkeit, darf aber – im Gegensatz zum Schilf – nicht im Wasser stehen.

Lotusteich in Ry’s Lotus Resort d’Angkor.Der zweite Reinfall war eher ein Kuriosum: Lotus wächst zwar scheinbar ungehemmt dahin, aber braucht doch eine gewisse Pflege. Das heißt, dass er etwa 2 Mal im Jahr unter der Wasseroberfläche geschnitten werden muss, um die alten unansehnlich gewordenen, und dann braunblättrigen Pflanzen zu entfernen, den jungen Trieben jedoch Licht zu geben, um sie nachwachsen zu lassen. Das geschieht meistens in 4-6 Wochen. Der Gärtner schnitt also die alten Pflanzen in zweitägiger Arbeit heraus, Resultat war eine glatte Wasseroberfläche ohne jedes pflanzliche Leben. Es sah alles wie abgestorben aus. Genau zu dieser Zeit kam die Frau meines Facebook Freundes auf die Idee, ca. 1000 Jungfische im gereinigten Teich auszusetzen.

Man konnte sie gut von dem Pavillon aus beobachten, wie sie im Schwarm herumschwammen und gierig nach ausgestreutem Futter schnappten. Nach einigen Wochen jedoch, und umso mehr nach 3 Monaten, sah die Wasserfläche immer noch spiegelblank aus. Keine einzige Lotusblume hatte den Weg nach oben gefunden. Es war ein trauriges Bild, und sie rätselten zunächst darüber, was wohl den Lauf der Natur so gewaltsam verhindert haben könnte. Dann kam die Erklärung: Die gefräßige Fischbrut machte sich über jeden neuen Lotussprössling her und nagten ihn ab. Diese Erkenntnis war zugleich ein Rezept zur Rettung des Lotusparadieses; sie trieben die Fische mit einer gewaltigen Futterladung in eine Ecke des Teiches und teilten diese dann mit einem im morastigen Grund verankerten feinlöchrigen Netz, das über die Wasseroberfläche ragte, vom übrigen, größeren Wasserareal ab. Und siehe da, nach zwei weiteren Wochen begann der geliebte Lotus wieder zu sprießen und bedeckte nach und nach die gesamte (fischfreie) Wasserfläche wieder mit seinen prächtigen rosa und weißen Blüten.

Wer sich fragen mag, wie kommt es zu dem eigentümlichen Namen Ry (Ry´s Lotus Resort d´Angkor, so der volle Namen des Resort), der sollte wissen, dass von den ca. 20 Vorschlägen für eine Namensgebung, die von meinem Facebook Freund gemacht wurden, nur dieser Vorschlag bei dem dafür extra konsultierten buddhistischen Mönch Gnade fand. Es ist der Name der Mutter seiner Frau!

Ry´s Lotus Resort d´Angkor wurde am 14. Januar 2016 in einer feierlichen Zeremonie eröffnet, auch hier mit einer ganzen Delegation von Mönchen aus der nahe gelegenen Pagode und mit 300 Gästen. Es war ein rauschendes Fest.

Die offizielle Webseite: Ry´s Lotus Resort d´Angkor

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3 Comments

  1. Bevor sich nun wieder „Bedenkentraeger“ melden, hier mein Besuchbericht dieser wunderschoenen, liebevoll gepflegten Hotelanlage:

    Am 08.Februar machten sich meine Familie und ich plus drei Schwaegerinnen von mir per Auto auf den Weg nach Siem Reap, um diese neue Hotelanlage fuer drei Tage zu besuchen.
    Die Reservierung per Telefon klappte gut und wir trafen gegen 18.00 Uhr abends dort ein.
    Die Beschreibung des Weges von der Stadtmitte zum Ry’s Lotus Resort d’Angkor war so genau, dass wir das Hotel auf Anhieb fanden.
    Man erwartete uns schon am Eingang mit herzlicher Begruessung – kuehler Wilkommensdrink und feuchte Tuecher wurden uns gereicht – durch den Manager / Bruder der Chefin.
    Wir hatten einen Familienbungalow mit zwei Schlafzimmern gebucht, direkt am Swimmingpool.
    Unser Bungalow war mit allem, was ein vollmoebiliertes Haus ausmacht eingerichtet, wie z.B. Einbaukueche (Ober-und Unterschraenke) mit sehr grossem Kuehlschrank, Spuele mit zwei Waschbecken, Gaskochplatten, saemtliches Geschirr, Glaeser, Bestecke, Toaster, Kaffeekocher, Microwelle, ect., grosser neuester TV, bequemes Sofa, Couchtisch usw., Schlafzimmer mit Einauschraenken, Nachttischlampen mit Dimmer, Schreib-/Toilettentisch ect. alle Zimmer mit Aircon, Toilette / Dusche mit Aussenfenster und alles gefliest und proppe sauber ! Aussen ein ueberdachter Freisitz mit Stuehlen und Tisch kleiner Vorgarten mit tropischer Bepflanzung.
    Das kleine, aber feine Restaurant mit Dachterasse ist sehr empfehlenswert, leckere Khmer-und internationale Gerichte, der Kuehlschrank ist mit den bekannten Getraenken, Bieren und Weinen gut bestueckt. Die Preise liegen fuer die Khmergerichte zwischen 2 – 5 USD,also recht guenstig.
    Das Fruehstueck ist reichlich und wir zogen es vor, direkt im Pavillion ueber dem Teich zu fruehstuecken.
    Das Resort ist sehr ruhig gelegen, ab und an fliegt mal ein Flugzeug beim starten in der Naehe vorbei, aber das macht dem positiven Gesamteindruck ueberhaupt nichts aus.
    Das Hotel ist familiengefuehrt, auesserst angenehm, man laesst keine Wuensche offen. Die Besitzerin und Ihre Mutter, sowie der verheiratete Bruder/Manager und seine Frau tun alles Moegliche, um den Gaesten einen sehr angenehmen Aufenthalt zu gewaehrleisten.
    Gerade die Chefin/Besitzerin ist schon morgens um 7.00 Uhr auf dem Hotelgelaende mit Personal unterwegs und richtet dekoriert persoenlich Tische, Liegen ect. mit frischen Blumen aus der Anlage.
    Fragt man die Chefin nach irgendwelchen Details zum Bau, Garten usw. der Anlage, ist man erstaunt, dass sie fast jedes Detail genau erklaeren wird.
    Die Professionalitaet hat uns sehr ueberrascht, aber das ist kein Wunder wenn man erfaehrt, dass der Bruder und Manager fast 5 Jahre im besten Hotel in Siem Reap, dem Raffel’s Le Royal arbeitete und die Chefin auch in einem exclusiven Hotel vor Ort mehrere Jahre taetig war.
    Hier spuert man noch die Liebe zum Detail und Freundlichkeit gegenueber den Gaesten, was andererorts oft schon verloren gewgangen ist.
    Uebrigens, das Resort war ueber die drei Tage als wir dort wearen, komplett ausgebucht vorallem auch von wohlhabenden Khmers aus PP die dort eine Nacht in der Abgeschiedenheit und Ruhe verbrachten.
    Preislich ist das Resort m.E. OK, wir zahlten pro Tag 60.-USD mit fuenf Erwachsenen plus Kleinkind.
    Man kann auch monatlich einen Bungalow mieten, was mit z.Z. ca. 400.–USD zu Buche schlaegt.

    Abschliessend kann ich allen nur raten, dieses aussergewoehnliche, gut durchdachte Resort zu besuchen so lange es noch ein „Geheimtipp“ ist, aber wie man sieht, nur drei Wochen nach Eroeffnung schon solch einen Zuspruch erfahren hat……das ist fantastisch !

  2. Nach den Fotos und nun auch durch die erste Beurteilung macht das Resort einen excellenten Eindruck. Als Hotelier habe ich mich da natürlich etwas näher damit beschäftigt und die Sache aus dieser Sicht betrachtet. Es sieht alles sehr wohl geplant und durchdacht aus. Es scheint in jedem Fall eine nicht unbeträchtliche Investition gewesen zu sein. Wie schon angemerkt, haben diese Leute den Vorteil, dass das Grundstück ihnen gehört. Nichtsdestoweniger muss man bedenken, dass es ca. 175 gleichwertige Resorts/Hotels in Siem Reap gibt, d. h. die Konkurrenz ist enorm gross. Mit 9 Einheiten wird es lange dauern bis die Investition erwirtschaftet sein wird, auch wenn die Preise in der nächsten Hochsaison angehoben werden dürften. Ich kenne einige Hoteliers im oberen Segment in ähnlicher Grösse in S. R., die während der letzten Regenzeit bei 10% bis 15% Auslastung lagen. Das wird das wirtschaftliche Ergebnis in den nächsten 2 Jahren entscheiden. Es ist wohl davon auszugehen, dass die Besitzer einen entsprechenden Hintergrund haben, um dies zu meistern. In jedem Fall tolles Design. Ich werde das bei unserem nächsten Besuch in S. R. wohl buchen. Man kann hoffen, dass es eine ähnliche Erfolgsstory wird wie das Deluxx Boutique Hotel in SHV hier.

  3. Endlich ist „die Katz aus dem Sack“! -Der Don Kong hat ja diese Geschichte enorm spannend geschrieben; gar so spannend dass ich im letzten Bericht zum Bedenkenträger „konvertierte“! Jetzt nach dem auflösenden 3. Bericht sage ich dem deutschen Bauherrn und seiner Khmer-Familie „Hut ab“ zum tollen ansehnlichen Ergebnis und wünsche viel Erfolg im harten Umfeld der Konkurrenz!

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