Stinkende Müllberge am Straßenrand.

Finanzielle Unterstützung für Abfallentsorgung

Man muss sich nicht lange in Kambodscha aufhalten, um zu erkennen, dass das Land ein massives Müllproblem hat. Stinkende Abfallhaufen an den Straßenrändern, sowie überall umherliegende Plastikflaschen und Plastiktüten gehören in weiten Teilen des Königreichs zum gewohnten Anblick. Die Gründe dafür sind die unzulänglich funktionierende Müllabfuhr sowie fehlendes Verständnis in der Bevölkerung.

Seitens der Regierung will man dem nun entgegenwirken, indem den 46 Provinzen und Städte eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 5.000.000 $ zugeteilt wurde. Der Generalsekretär der Nationalen Liga der Gemeinden/Sangkats (NLC/S), sagte gestern während eines Workshops zur Veröffentlichung der Umfrageergebnisse über Abfallentsorgung Praktiken auf Gemeinde- und Bezirksebene, dass die NLC/S beabsichtige, in Zusammenarbeit mit der Konrad Adenauer-Stiftung (KAS Kambodscha) bei der Dezentralisierung der Abfallwirtschaft zu helfen.

Weiterhin meinte der Generalsekretär der NLC/S, das um im Bereich der Müllentsorgung neue Regeln einführen zu können, zuerst Kapazitäten aufgebaut und Bezirksbeamte auf ihre neuen Aufgaben und Verantwortlichkeiten trainiert werden müssen. Auf lokaler Ebene sei man noch sehr unerfahren, was die Abfallwirtschaft angeht.

Die Regierung hat das 5 Millionen Dollar Budget zur Verfügung gestellt, um damit die Abfallwirtschaft des Landes zu verbessern, aber diese Aufgabe bringt Probleme mit sich. Das Größte ist, das die einzelnen Aufgaben noch nicht genau verteilt wurden. Erst vorkurzem habe das Umweltministerium Aufgaben der Abfallwirtschaft auf eine niedrigere Ebene der Beamtenhierarchie übertragen, welche erst noch auf die neuen Verantwortungen vorbereitet werden muss.

Ein Unterstaatssekretär des Innenministeriums sagte gegenüber der Presse, dass das Ministerium auch für die breite Öffentlichkeit Informationen über die Abfallentsorgung vorbereite. Momentan haben man noch keine Pläne diejenigen, die ihren Müll überall hinwerfen, mit Geldstrafen zur Rechenschaft zu ziehen. Aber es gebe eine Anweisung vom Ministerium, die Geldstrafen für die Müllentsorgung an öffentlichen Plätzen vorsehe. Diese habe jedoch keine Priorität.

Bevor Geldstrafen für illegale Abfallentsorgung eingeführt werden können, sei es von entscheidender Bedeutung die Bevölkerung erst über durch Müll verursachten negativen Auswirkungen auf die Umwelt eingehend zu informieren, so der Unterstaatssekretär. Die NLC/S plane bereits die öffentlichen Haushalte durch Training, zu einer umweltfreundlichen Müllentsorgung zu bewegen. Begonnen werden soll damit, nach der Vervollständigung einer Umfrage, aus dem September und Oktober des letzten Jahres, über die individuellen Bedürfnisse der 46 Provinzen und Städte.

Passend dazu, ein kurzer Videoclip von einem Kanal in der Hauptstadt Phnom Penh, der als solcher kaum noch zu erkennen ist.

Quelle: http://www.khmertimeskh.com/news/25476/millions-given-for-waste-management/

Bildquelle: https://urbanvoicecambodia.net/

Posted in Kambodscha.

13 Comments

  1. Obiges Video geistert schon monatelang in der „Khmertimes“ herum! Es würde mich schon sehr interessieren, ob inzwischen irgend ein kleines Anzeichen des Willens sichtbar wurde; z.B. der Säuberung dieses Flusses durch private, wie auch Regierungs-Kräfte…? Idiotisch mein Gedanke! Und utopisch zugleich…! Das schäumende Wasser gegen Ende des Clips zeigt dass die Kloake hoch toxisch ist! Und die Regierung will erst mal gemütlich beraten! 5Mio Dollar ist ja nicht Geld aus dem Staatshaushalt, sondern von NGO’s und Stiftungen, die leider realisieren werden dass wieder ein grosser Dollar-Beitrag an Entwicklungshilfe wirkungslos ins Wasser geworfen wurde!
    Man frage mal ein 10-jähriges Khmer-Kind aus einer typischen Khmer-Schule, ob es wisse warum heute „Schulfrei“ sei; -natürlich weiss man es nicht! -Das einzige Wissen ist dass man nicht zur Schule muss…

  2. Der kurze Film hat gezeigt, wie schlimm es in PP bereits mit dem weggeworfenen Abfall ist. Fuer mich persoenlich kein Wunder, denn dieser Fluss sieht seit mindestens 22 Jahren so aus !
    Den Gestank, den dieser Fluss verursacht, konnte man „Gott sei Dank“ im Film nicht riechen.
    Meines Erachtens muesste das Umweltbewusstsein bereits in den Grundschulen gelehrt werden.
    Was nuetzen die ganzen Befragungen, wenn die CINTRI-LKW’s mit den aeltesten Modellen durch z.B. PP kurven und bevor die kommen, bereits die vielen Muellberauber alle Plastiktueten oeffneten und brauchbares herauszogen und der Rest flatter vom Winde verweht davon.
    In der Zwischenzeit sehe ich auch fast jeden Tag auf meinen Fahrten in und um PP, dass sogar schon die abgemagerten Kuehe den Plastikmuell, der auf den Restwiesen herumliegt, mitfressen !
    Dass sich nun auch die Konrad-Adenauer-Stiftung um diese Dinge kuemmern will – wundert mich – denn, das wissen bestimmt die Wenigsten, die KAS in den 50-ziger Jahren zum Zwecke der politschen Bildung der deutschen Bevoelkerung gegruendet wurde!
    Es ist ein Unding, wenn die ganz grossen Luxus-Karossen jeden Tag an dem Strassen-und Plastikmuell vorbeifahren und nicht, aber auch garnichts geschieht.
    Letzte Woche hatte ich einen Freund aus Tahiti hier, der zwei Monate ganz SOA bereisst hatte und mir sofort sagte, dass Kambodscha das „dreckigste, vermueellte Land von allen gewesen ist !

  3. @ Manfred

    Bin froh um Deinen Kommentar! -Denn das Müllproblem kann man wirklich nicht mehr schönreden! Es betrifft ja nicht nur die Gesundheit der umgebenden Landschaft, sondern auch die Gesundheit an den Menschen und alles mögliche an „Getier“ wird „angezogen“ vom Müll.
    Vor Jahren hatte man die Ausrede dass zuwenig Müll-Trucks vorhanden sind! Heute, wo es mehr davon gibt, staune ich dass der Mülltruck 1 1/2 Stunden lang braucht in unserer Siedlung, um den Müll von einem einzigen Container aufzuladen! Man durchsucht ihn nach Verwertbarem! -Deshalb ist beim Wegfahren jeweils die ganze Strasse „vermüllt“ -und bleibt „vermüllt“! Unglaublich! -Aber wahr! Man wird in den Müll hineingeboren…

  4. Danke, @G.S. !
    Vorallem der letzte Satz wahr Spitze und trifft den Nagel auf den Kopf !

  5. Nur schnell zwischendurch:
    Es fällt mir auf dass sehr viele Leser die jeweiligen Blog-Berichte lesen!
    Aber warum schreibt nur ein verschwindend kleiner Teil seine Meinung zu einem Thema? Von den vielen Lesern würde es bestimmt ganz interessante neue Aspekte zu berichten geben, an die eine „Dauerkundschaft“ gar nicht denkt…
    Und weil so viele Blog-Leser-Aufrufe vorhanden sind, bedeutet das für mich dass zu diesem Land Kambodscha doch immerhin eine grosse, interessierte geistige Verbindung vorhanden wäre…

  6. Es bleibt wirklich zu befuerchten dass eine umerziehung gegen den muell eine generation in anspruch nimmt
    Es ist.wie eine sprache zu erlernen.
    Man will zeit gewinnen zur umverteilung des geldseegens

    Es sollte ein cambodschanischer muelltag.monatlich eigefuehrt werden.jeder soll belohnt werden.besonders die schulen..pro kg muell sortiert.wird mit den 5 mill.an die sammler bezahlt.j
    Das reizt an und bringt bewegung in dass muellchaos.
    Jeder muss werken.dass sich mit muell viel geld verdienen laesst.ferdi

  7. Müll-Situation in Kampot:
    Duch mein Viertel fährt jeden Morgen der Mülltruck, die Behälter werden nur oberflächlich durchsucht (da meist schon vorher von mehreren Sammlern durchsucht wurde) und dann geleert. Spätestens ein oder zwei Stunden später fegen die grünen Damen der Müllabfuhr die Straße und deponieren die rumflatternden Reste in fahrbare Tonnen die sie mit sich schieben. Ich habe mit einem Lehrer von einer Junior-High-School ein Abkommen, dass jede Woche eine Klasse 10$ erhält die auf dem Schulgelände und auf den Bürgersteigen um die Schule rum den Müll aufsammelt. Fast alle Schüler beteiligen sich, es funktioniert.

  8. @ helmut
    @ joe

    Eure beiden Ideen finde ich Klasse! Super! Beispielhaft!
    Ihr zeigt pragmatische Lösungsvorschläge auf, die letztendlich anspornen umzudenken! Aber warum; -und das frustriert mich immer wieder, kommen solche Ideen weder von der Lehrerschaft, noch von den zuständigen Ministerien, die erst mal beraten wollen, wie jetzt vorzugehen sei! -Und kommen solche Ideen von NGO’s? -Nein, -man spendet aus einschlägigen Quellen 5 Mio Dollar an die Regierung im Sinne „da habt ihr Kohle, -macht jetzt mal was“…!
    Deshalb beschimpfe ich auch ziemlich arg die geldgebenden Staaten wegen ihrer Spende-Politik die kopflos funktioniert; -oder zumindest ohne psychologisches Konzept…

  9. Es muss im Kleinen beginnen, was dereinst gross werden will! Deshalb werden auch wir nächstes Mal (Herbst 2016 bis Frühjahr 2017) kleine finanzielle Anreize bieten, damit wir in der näheren Umgebung möglichst „müllfrei“ leben können… Kinder sind wohl am besten erreichbar 🙂

  10. @K.F.
    Ich staune über das beispielhafte Engagement der Expats in diesem Land! Und Du hast wohl sehr recht wenn Du in der Jugend, den Kindern, die letzte noch verbleibende Hoffnung siehst! Da war ja erst der internationale Kindertag! Man sollte als Zeichen des Willens der Regierung auch mal einen nationalen „Güseltag“ ins Leben rufen…? Aber wo, an welcher Stelle finden wir „Entwicklungshelfer“ schon Gehör…?

  11. Ich habe einige Jahre in Cam als Lehrer an verschieden Schulen gearbeitet. Meine Schüler hatten das Verständnis für das Müllproblem und lebten es auch in der Schule. Es war aber auch die entsprechende Ausstattung vorhanden. Z.B. Mülleimer und Wischzeug.
    Ein Schüler von mir war mein Nachbar. Er benahm sich im Kreis seiner Familie nicht mehr entsprechend. Die Oma und die Mutter kochten hinter dem Haus und liessen den Müll herumliegen. Entsprechend verhielt sich auch mein Schüler auf ihrem Grundstück… Maximal wurde am Abend etwas gefegt.
    Wenn die Eltern nicht entsprechend vorleben, hat das ganze keinen Sinn.

    Es werden sich also wiederum nur ein paar Beamte an den Millionen bereichern….wahrscheinlich reicht es nach unten nicht einmal für einige Müllautos.

  12. Waren 2018 in Kambodscha es hat sich nichts geändert wird der Haufen zu groß wird er angezündet. Wenn PVC verbrennt werden ja auch nur Schadstoffe frei die leider auch woanders hinziehen. Und die Tütten treiben im Meer.Das ist aber in Malaysia und Vietnam nicht anders.So wird die Erde zu gefüllt..

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