Im feuchtwarmen Klima Kambodschas können sich selbst kleinste Wunden entzünden und zu einer Infektion führen. Eine Erfahrung, die ich im Laufe der Jahre schon einige Male selber machen musste, aber noch nie so heftig, wie das bei meiner Frau in der letzten Woche der Fall war. Der Auslöser war ein Mückenstich, am rechten Bein in Knöchelnähe, den sie aufgekratzt und sich nicht weiter drum gekümmert hatte.

Am vorletzten Freitag begann sich, diese Nachlässigkeit dann zu rächen. Der aufgekratzte Mückestich entwickelte sich zu einer waschechten Infektion, die mit Schmerzen und dem Anschwellen des Beines begann. Im Laufe des Samstags setzten auch Energielosigkeit, Kopfschmerzen und Schmerzen im Unterleib ein. Am nächsten Morgen hatte sie zusätzlich 40 Grad Fieber, Schüttelfrost und geschwollene Lymphknoten in der Leistengegend.

Nun konnte sie sich nicht mehr weigern, ich entschied, dass sie sofort ins Krankenhaus musste. Wir wussten das der Arzt unseres Vertrauens, Dr. Pavel Panivanov, mittlerweile von der International Clinic in die CT Clinic gewechselt hatte, an Sonntagen aber nicht war. Also rief ich ihn privat an, erklärte die Situation und bat ihn, sich eine halbe Stunde später mit uns in der Klinik zu treffen.

Als wir dort ankamen traf auch gerade Dr. Pavel ein, der veranlasste, dass meine Frau in einem Rollstuhl in sein Behandlungszimmer gefahren wurde. Wie in diesem Teil der Welt üblich, dürfen die nächsten Familienangehörigen bei den Untersuchungen dabei sein, was der Junior und ich auch taten. Der Arzt schaute sich das Bein meiner Frau an und untersuchte den Unterleib mittels Ultraschall.

Dass der aufgekratzte Mückenstich entzündet war und eine Infektion verursacht hatte, war nicht zu übersehen, aber die Ultraschall-Untersuchung ergab, dass meine Frau zusätzlich auch unter einer Entzündung der Gebärmutterschleimhaut litt. Er erklärte dazu, dass eine Infektion, wie sie meine Frau am Bein hatte, das Immunsystem eines Menschen derart belasten kann, dass der Körper extrem anfällig für weitere Infektionen wird. Dies gelte nicht nur für Frauen.

Er empfahl meiner Frau im Krankenhaus zu bleiben, damit sie unter Beobachtung steht und eine entsprechende Therapie mit Antibiotika durchgeführt werden könne. Wir willigten selbstverständlich ein und so wurde meine Frau, nachdem ihr Datenblatt ausgefüllt war, in die dritte Etage, in ein fensterloses Einzelzimmer mit Gästebett, modernem Bad, Flachbildfernseher, Wifi Internet und Telefon gebracht.

Dort verbrachte sie 4 Tage, in denen tägliche Bluttests durchgeführt und die Wunde regelmäßig gesäubert und versorgt wurden. Sie bekam in diesem Zeitraum 5,7 Liter Flüssigkeit durch einen Tropf, sowie 16 Spritzen verabreicht, und musste 3 Mal am Tag Pillen schlucken. Morgens und Abends kam Dr. Pavel in Begleitung des kambodschanischen Oberarztes, der auch Manager und Inhaber der CT Clinik ist, zur Visite vorbei.

Nach weiteren zwei Tagen des Leidens, nun unter ärztlicher Aufsicht, ging es meiner Frau am dritten Tag schon wieder deutlich besser, denn sie begann bereits den Oberarzt und die Krankenpfleger anzumeckern, weil ihr dieses oder jenes nicht passte. Am Donnerstag war es dann endlich so weit, laut Befund von Dr. Pavel war es nicht mehr nötig meine Frau im Krankenhaus zu behalten, wenn sie zu Hause das Bein ruhig und hochhält, weiterhin Medikamente nimmt und täglich zur Säuberung der immer noch vorhandenen Wunde erscheint.

Etwas später, während die Papiere für die Entlassung fertiggemacht wurden, erzählte mir Dr. Pavel, hinter verschlossenen Türen, dass der Oberarzt und Besitzer der Klinik, über seine Entscheidung nicht erfreut war, denn der hätte meine Frau aus Kostengründen gerne noch 1 bis 2 Tage dort behalten. Gegen Mittag war alles erledigt, meine Frau erhielt ein offizielles Schreiben des Krankenhauses, als schriftlichen Nachweis für ihren Arbeitgeber und ich bekam die Rechnung, auf der stand, dass der ganze Spaß 913,75 $ kostete.Rechnung für einen 5-tägigen Krankenhausaufenthalt in der CT Clinic in Sihanoukville.

Anzumerken bleibt noch, dass die CT Clinic keine eigene Küche zur Patientenverpflegung hat. Wer essen möchte und nicht täglich von seinen Angehörigen verpflegt wird, kann von der Speisekarte eines italienisch-kambodschanischen Restaurants mit Lieferservice wählen.

Trotz zahlreicher kursierender Negativberichte über die CT Clinic in Sihanoukville, waren wir im Fall meiner Frau mit der medizinischen Versorgung so weit zufrieden gewesen.