Die erste Woche, seit dem meine Frau, nach 18 Jahren Zusammenleben, ausgezogen ist, haben der Junior und ich problemlos überstanden. Man könnte sogar sagen, die Woche verlief angenehm entspannt und das, obwohl ich mich nun um etliche Dinge mehr kümmern musste. Die unruhige ungemütliche Atmosphäre, die meine Frau hier in den letzten Monaten verbreitet hat, ist verflogen.

Auch meine Frau sieht nun wesentlich entspannter aus. Das Singleleben scheint ihr gut zu bekommen, was mich sehr freut. Sie kam neulich vorbei, damit ich ihr, wie immer zum Monatsende, die Lohnlisten für die Mitarbeiter im Computer vorbereite. In dieser Zeit hat sie einige kleine Putzarbeiten verrichtet und danach auch gleich unsere Wäsche mit zur Wäscherei genommen.

Unser Sohn verhält sich ganz normal zu seiner Mutter und auch sonst kann ich keine Veränderungen an ihm feststellen. Das immer umfangreicher werdende Lernpensum in der Schule, Fußball, sein neues BMX-Fahrrad und wo er die passenden Schuhe dafür herbekommt, nehmen seine Aufmerksamkeit zum Glück mehr in Anspruch, als die Probleme seiner Eltern. Zusätzlich hat mein Angebot, ihm das, im Gegensatz zu seinem Raum, wesentlich größere Schlafzimmer zu überlassen, für positive Ablenkung gesorgt.

Die von meiner Frau organisierte Putzfrau, die heute kommen sollte, ist überraschend erkrankt, soll aber am nächsten Sonntag wieder zur Verfügung stehen. Was haben wir für ein Glück, das ich nach dem Prinzip der Dreckvermeidung und Ordnung lebe. Eine Köchin wäre jedoch nicht schlecht, denn kochen ist zeitaufwendig und zählt nicht gerade zu meinen favorisierten Beschäftigungen, aber, alles zu seiner Zeit.

Im Großen und Ganzen bin ich bisher mit der neuen Situation als nun alleinerziehender deutscher Vater eines deutschthailändischen Sohnes in Kambodscha sehr zufrieden.