Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Arbeitserlaubnis in Kambodscha für freischaffende Selbstständige

Den neu beantragten Reisepass habe ich inzwischen erhalten und auch gleich noch ein neues Jahresvisum dazu. Aber Pass und Visum sind nicht die einzigen Dinge, die es dieses Jahr noch zu erledigen galt. Immer bis zum Jahresende muss auch die Arbeitsgenehmigung für Kambodscha, erneuert werden. Bisher funktionierte das jedes Mal vollkommen problemlos, aber nun hat sich in diesem Bereich einiges geändert.

Der Beantragungsvorgang kann nun, nur noch über das Internet erfolgen, wofür das kambodschanische Arbeitsministerium extra eine Webseite eingerichtet hat. Neu ist auch, dass jetzt für die Beantragung der Arbeitsgenehmigung eine polizeiliche Anmeldebestätigung, der zuständigen Polizeistation erforderlich ist. Die schicken roten Büchlein, welche bisher die Arbeitsgenehmigung repräsentiert haben, gibt es nicht mehr.

Für Selbstständige, die eine Geschäftslizenz und eine Steuernummer haben, funktioniert das neue Beantragungssystem offenbar absolut reibungslos. Wie ist das aber nun bei einem Ausländer wie mir, der zwar hier arbeitet, aber kein Restaurant oder Hotel betreibt, sondern einen Webdesign Service? Für diese Branche gibt es in Kambodscha noch keine Lizenz, also auch keine Steuernummer.

Vorher hat nie jemand Fragen gestellt, da habe ich meine Arbeitserlaubnis immer noch im Namen der Firma erhalten, bei der ich damals als Geschäftsführer beschäftigt war. Es hat keinen Menschen interessiert, das diese Firma schon seit einiger Zeit nicht mehr existierte. Jetzt mit dem neuen Beantragungssystem geht das so nicht mehr. Also werde ich nun zum ersten Mal versuchen, als freischaffender Selbstständiger meine Arbeitserlaubnis für das kommende Jahr zu bekommen.

Auf der Website des kambodschanischen Arbeitsministeriums findet man unter „Self-Employed“ ein umfangreiches Anmeldeformular für freischaffende Selbstständige. Bevor ich mich jedoch dort registriere, erwartet mich die freundliche junge Dame vom Arbeitsministerium, im Laufe der nächsten Woche erst ein Mal zu einem Informationsgespräch.

Darüber, was dabei rausgekommen ist und wie es weiter geht, mit der Beantragung einer Arbeitserlaubnis für Kambodscha, werde ich hier dann berichten.

 

Posted in Auswandern and tagged , , .

10 Comments

  1. Hallo Don Kong; -wieder ein gutes Thema! Bin gespannt was Du dann später über den Ausgang Deines „Hürdenlaufs“ berichten wirst!
    Mich wundert’s jetzt schon dass wieder ein Ministerium eine Webseite aufschaltet, die im Ganzen gar nicht funktioniert! So können z.B. „FAQ“ oder „About us“ gar nicht angeklickt werden! Die ganze Online-Registrierung kann ja heiter werden…
    Ich nehme an dass Du jetzt ein Visum hast mit der Bezeichnung „EB“? Wenn’s zu toll würde bei der Dame im Arbeitsamt, kannst Du ja immer noch mit grau gefärbten Haaren hingehen
    und sagen dass Du jetzt „retired“ bist und ohne jegliche Arbeit hier lebst…smile…

  2. Wenn man das so liest kann man nur sagen, dass die besten Zeiten scheinbar nun auch in Cambo der Vergangenheit angehören. Die ausländischen NGO’s – welche überwiegend keine Steuern zahlen – haben hier „ganze Arbeit“ geleistet !
    Don Kong Originalton: “ Für diese Branche (Internetarbeiten) gibt es bisher keine Lizenz oder Steuernummer.“
    Wenn man hier also nun „schlafende Hunde“ weckt, dann sind die Khmer die ersten, die sofort Lizenzen und Steuernummern auch dafür einführen !
    Zwei frühere Bekannte von mir arbeiten weltweit nur übers Internet, sind seit einigen Jahren in PP und kein Mensch will von denen etwas, weil sie sich ganz normal dort bewegen, nach den Mottos: „Im Gelände so bewegen, dass man nicht auffällt“! Sowie: „Gehe nicht zu Deinem Fürst, wenn Du nicht gerufen wirst!“

  3. @Manfred
    Das kann gut sein, das deine früheren Bekannten in PP sich in Zukunft auch mit dem Thema Arbeitsgenehmigung auseinandersetzten müssen. Früher oder später wird das wohl jeder Ausländer tun müssen, der hier in Kambodscha arbeitet, da bin ich mir ziemlich sicher. Für mich wäre das jedenfalls kein Leben, ständig aufpassen zu müssen, dass ich nicht auffalle. Ich bewege mich lieber offen und aufrecht. 😉

  4. @Manfred
    Auch in meinem Quartier gibt es Leute die ihr Einkommen mit Computerarbeit verdienen.
    Niemand von der Regierung wird das jemals erfahren!
    Ich denke (weiss es aber nicht) dass das bei Don Kong nicht so einfach ist weil er „gelistet“ ist über viele Jahre. Wenn er plötzlich auffällt dadurch, bezw. plötzlich keine Bewilligung mehr einholt, wird er auffällig und muss sich „blöde“ Fragen gefallen lassen, die schwer damit zu begründen sind dass man jetzt plötzlich ohne Einkommen hier leben kann.
    Ich bin aber im Prinzip der gleichen Meinung wie in Deinem obigen Kommentar. Ein „Geldwäscher“ sollte gucken dass „weisses“ Geld weiss bleibt; -und „schwarzes“ Geld immer schön schwarz!
    Die neuen „Online-Deklarierungen“ generieren im Glauben der Regierung mehr Geld; -falls es denn nicht gleichzeitig wieder irgendwo versickert mit zunehmender Korruption…

  5. @G.S.
    Da liegst du genau richtig. Nur, dass man sich in dem Fall nicht nur blöde Fragen gefallen lassen, sondern auch Strafe zahlen muss. Meinen Informationen nach sollen über 600 $ anfallen, wenn man seine Arbeitsgenehmigung nicht verlängert, aber trotzdem weiterhin tätig ist.

    Wer glaubt, dass die Behörden nicht wissen, dass etliche Ausländer hier ihr Geld über das Internet verdienen, ist ganz schön naiv.

  6. Heute, 13.12.2016 kann man in der Phnompenhpost unter dem Artikel „Gost in the machine“ nachlesen, dass das neue System zur Arbeitsanmeldung über den Computer von Expates heftig kritisiert wird !
    Interessanter Artikel aus dem „Kingdom of Wonder“!!

  7. @Manfred
    Danke für den Hinweis! Ich habe den Bericht gar nicht angeklickt heute Morgen weil ich dachte „Geistergeschichten“ will ich gar nicht lesen…
    Aber nun eben doch: http://www.phnompenhpost.com/business/ghosts-machine
    „Erschrocken“ bin ich jedoch hier: https://www.fwcms.mlvt.gov.kh/workers/self/register
    Also hat das ganze Theater, das jetzt teurer wird weil eine IT-Firma auch noch abzocken will, wohl doch mit Geistern zu tun…
    Zudem besteht die Gefahr dass wenn man mit gutem Willen zum Arbeitsamt geht, um dort ein „Physical Aptitude Certificate“ einzuholen welches man zuhause einscannen muss und die Dame einem sagt dass gäbe es hier nicht, -man solle doch zu einem Arzt gehen, dass man dann an Ort und Stelle zusammenbricht und in der Klapsmühle wieder zu sich findet…

    @ Don Kong: Einbisschen Willen (manchmal einbisschen viel), alles im Khmer-Land einwenig gelassener zu betrachten, ist ja bei mir vorhanden! -Denn sonst wäre ich im falschen Land!
    Aber sowas haut mich schlichtweg um…smile…

  8. Sorry, Don Kong, habe meinen letzten Kommentar versehentlich unter den falschen Thread gesetzt (‚Reisepass‘ statt ‚Arbeitserlaubnis‘.

  9. @G.S. Fehlende Papiere und mangelnde Forensik bringen die örtlichen Behörden immer wieder in die Verlegenheit, die aus dem Zeitungsartikel spricht. Sie haben noch nicht einmal online-Zugriff auf die Daten der Immigration, wie ein früherer Fall erkennen ließ. Da werden noch heute handschriftliche Akten hin- und hergeschickt…klassisches Beamtentum mit entsprechenden Ergebnissen. Aus Pietätsgründen verzichte ich hier auf ’nen Smiley.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.