Verhaftete Chinesen nach einem Raubüberfall in der Provinz Siem Reap.

Ausländerkriminalität in Kambodscha 2018

In diesem Jahr gab es für die kambodschanische Polizei alle Hände voll zu tun. Beinahe täglich konnte man in den lokalen Nachrichten, von durch Ausländer begangene Straftaten lesen. Dass einige Leute in Kambodscha durch ihr Verhalten mit dem Gesetz in Konflikt geraten, war ja schon immer so. Ob abgelaufenes Visum, Erregung öffentlichen Ärgernisses, Drogenhandel, oder Kindesmissbrauch, die Palette der Vergehen ist vielfältig.

Von den Pädophilen ein Mal abgesehen, war die bisherige Ausländerkriminalität in Kambodscha jedoch nur eine leichte Brise, gegen den Wind, der jetzt hier weht. Nicht nur, dass sich die Anzahl an Straftaten durch Ausländer erhöht zu haben scheint, sondern das Problem hat sich offenbar auch räumlich ausgeweitet.

Während man zuvor nur von Fällen aus der Hauptstadt und aus den Touristenzentren hörte, begehen Ausländer jetzt sogar schon Einbrüche in der Provinz. Plötzlich sind auch Städte betroffen, deren Namen westliche Touristen vorher höchsten ein Mal irgendwo gelesen haben. Diese Orte haben alle eines gemeinsam. Dort werden große Spielkasinos betrieben, in denen viel chinesisches Personal arbeitet.

Die Zentren der neuen Ausländerkriminalität sind jedoch Phnom Penh und Sihanoukville. Gerade in Sihanoukville kann man sich ja noch gut an die Zeit erinnern, als die russische Mafia hier ihr Unwesen trieb. Gegen die Chinesen waren die Kollegen aus Russland jedoch eher ein gemütlicher Kegelverein. Das Ganze scheint nun eine neue kriminelle Dimension angenommen zu haben.

Wenn man mal von den unzähligen durch Chinesen verursachten Verkehrsunfällen, bei denen schon etliche Menschen ums Leben gekommen sind, absieht, stehen Entführungen, Folter und Mord ganz oben auf der Hitliste. Aber auch in der Internetkriminalität, sowie im Drogen- und Menschhandel sind chinesische Ausländer hier ziemlich aktiv. Dazu kommen Diebstähle, Raubüberfälle und hin und wieder eine Massenschlägerei.

Um die Lage unter Kontrolle zu bekommen, arbeiten kambodschanische und chinesische Polizeikräfte mittlerweile eng zusammen und das offensichtlich mit Erfolg. Hunderte von straffällig gewordenen Chinesen wurden in diesem Jahr, nach ihrer Verhaftung, zurück nach China abgeschoben.

Ist es in Kambodscha nun gefährlicher für Touristen?

Auch wenn die Ausländerkriminalität in Kambodscha zugenommen hat, besteht meiner Meinung nach für normale Touristen dadurch kein erhöhtes Sicherheitsrisiko. Ausnahmen sind, man leiht sich von Chinesen Geld und zahlt es nicht zurück, oder man wird durch Zufall von einem betrunkenen chinesischen Autofahrer umgefahren. In keiner, der von Chinesen begangenen Straftaten waren bisher westliche Ausländer involviert.

Was sich die Bleichgesichter hier untereinander antun, ist natürlich ein ganz anderes Thema. Nach wie vor besteht auch das Risiko für westliche Touristen, dass man bestohlen wird. Das trifft besonders auf Phnom Penh zu. Dort gab es in diesem Jahr wieder einige Fälle, bei denen Touristen das Telefon gestohlen, oder die Tasche von jemand, auf einem vorbeifahrenden Motorrad, entrissen wurde.

Bildquelle: The Phnom Penh Post

Posted in Kambodscha.

One Comment

  1. Hallo,
    freue mich wieder etwas aus Sihanoukville zu hören.
    Danke für das Schreiben
    Heinz

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