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Endlich ist es geschafft

Let's Party, meine Eltern haben es geschafft!
(Bildquelle: Passion of the Weiss)
Den Leben in Kambodscha Blog schreibe ich nun seit Juni 2007 und heute habe ich einen begeisterten Anruf meiner Eltern bekommen worin sie mir mitteilten, das sie gestern im Internetladen an der Ecke waren und meine Webseite gelesen haben. Natürlich nur die erste Seite weil sie verständlicherweise nicht wussten wie man in einem Blog navigiert.
Nicht das ihr, meine werten Leser, jetzt etwa glaubt meine Eltern waren die letzten 2 1/2 Jahre am Schicksal ihres einzigen Sohnes und seiner Familie nicht interessiert, nein da würdet ihr sie total verkennen. Wir telefonieren regelmässig 1 mal in der Woche und sie waren ja auch schon mal für 2 Monate hier gewesen. Es ist einfach die Angst älterer Menschen vor der modernen Technik bzw. Elektronik. Mein Vater, der für das Anschliessen eines DVD-Spielers eine Planungsphase von mehreren Wochen braucht ist dem Thema Computer nicht ganz aufgeschlossen, da hilft auch mein monatelanges gutes Zureden nicht. Und meine Mutter nimmt sich da einfach der Einstellung meines Vaters an. Die Hoffnung, das sie sich einen eigenen Computer kaufen habe ich längst aufgegeben, umso mehr freut es mich, das die Beiden jetzt die Intiative ergriffen haben und sich meinen Kambodscha Blog im Internetladen angesehen haben.
Und weil mein Vater da was zu meckern hatte und weil es vielleicht noch andere Leser gibt die meinen ich schreibe hier Reiseberichte mit Hotelbewertung und arbeite Treckingtouren für Touristen aus dann seit ihr auf der falschen Webseite. Reisewebseiten gibt es wie Sand am Sokha Beach. Hier geht es einzig darum das selbstgewählte Leben eines mehr oder weniger normalen deutschen Auswanderers an einem verwegenen Ort wie Sihanoukville in Kambodscha der breiten, deutschsprechenden Masse näher zu bringen. Dem aufmerksamen und regelmässigen Leser wird aber aufgefallen sein, das in meinen Beiträgen immer wieder mal Insider Reisetips vorkommen die ihr in keinem Reiseführer findet. Besonders viel Hinweise findet ihr in den ersten Monaten wo auch für uns hier noch alles neu war.
Im Blog Archiv welches ihr am Rechten Rand im mittleren Bereich findet könnt ihr jeden einzelnen Monat mit seinen Beiträgen aufrufen. Oder wenn ihr Beiträge zu einem bestimmten Thema sucht, z. B. “Menschen” einfach auf den ensprechenden Suchbegriff in der Wortwolke am rechten Rand im oberen Breich klicken.
Kambodscha in der Weltwirtschaftskrise
Saftig gruene Reisfelder in Kambodscha
(Bildquelle: Tourism of Cambodia)
Im Fernsehen auf der Deutschen Welle = DW-TV haben sie gesagt die Weltwirtschaftskrise sei nun vorbei und es geht wieder bergauf. Hier in Kambodscha aus der Sicht eines deutschen Auswanderers, hat es eine Wirtschaftskrise nie gegeben.
Was ich hier in Sihanoukville in den letzten Monaten beobachtet habe sind, mit zahlender Kundschaft prall gefuellte Maerkte, eine steigende Anzahl an neuen Motorrollern und Autos auf den Strassen und rege Bautaetigkeiten im gesamten Stadtgebiet. Weltwirtschaftskrise? Wo denn? Was denn? Nicht, das ich den Kambodschanern das nicht goennen wuerde, ganz im Geneteil aber als interssierter Beobachter frage ich mich doch wo hier das Geld eigentlich herkommt. Der Tourismus bringt in der Regenzeit nichts ein also gehe ich davon aus, das die lokale Oekonomie auch ohne Touristen funktioniert und waechst.
Ob die Weltwirtschaftskrise der kambodschanischen Landbevoelkerung Nachteile gebracht hat vermag ich nicht zu beurteilen weil ich die Stadt fast nie verlasse. Ich kann aber bestaetigen, das die Anzahl der Armen die in die Stadt kommen um zu betteln nicht zugenommen hat. In diesem Sinne das Leben in Kambodscha macht noch Spass und bietet nach wie vor eine Vielzahl an Moeglichkeiten und Chancen ob nun Krise oder nicht.
Der Kambodscha Reisetip
Kommt nicht gerade jetzt im September hier nach Sihanoukville um euren Strandurlaub zu verbringen, wir haben hier schwere Regenfaelle und Sturm die Tage. Kommt in 1-2 Moanten dann koennt ihr die Sonne und Waerme suedost Asiens voll geniessen.
Erste Mitarbeiterrevolte unblutig niedergeschlagen
Zugegebenermassen ist der Titel diese Beitrages etwas marktschreierisch aber irgendwie muss ich die Leute ja auf den Leben in Kambodscha Blog locken. Wen es interessiert, zur Zeit sind am Tag um die 100 Kambodschainterssierte auf meinem Blog, vielen Dank an alle.
Nun zum Tagesthema, gestern war der 1. also Zahltag in unserer Firma. Genaugenommen der 3. Zahltag seitdem die Produktion in Sihanoukville aufgenommen wurde. Nun haben diejenigen, die schon 3 Monate bei uns sind und dementsprechende Leistung bringen eine Lohnerhoehung zu erwarten, worueber auch jeder Mitarbeiter bei der Einstellung informiert wird. Wohlbemerkt ab dem 3. Monat, also ab gestern den 01.09.2009.
Das wurde jedoch von zwei Mitarbeiterinnen bei der Einstellung falsch verstanden. Die beiden jungen, energischen Damen haben nun schon jetzt vor Ablauf der 3 Probemonate fest mit einer Lohnerhoehung gerechnet und waren gestern maechtig enttaescht. Die Enttaeschung ging soweit, das sie eine kleine Revolte unter der gesamten Belegschaft ausgeloest haben.
Als asienerfahrener Auswanderer der mit der lokalen Bevoelkerung zu tun hat, ist man jedoch auf alles gefasst, zu jeder Zeit. Gestern Abend kam dann auch der Notanruf eines meiner thailaendischen Vorarbeiter mit der Botschaft, das die Mitarbeiter ihn lautstark, verbal attakiert haetten um ihre ungerechtfertigten Lohnerhoehungen einzufordern. Das ist die grosse Gefahr mit suedost Asiaten, kurzfristige, unueberlegte Gruppenbildung um Ziele durchzusetzen. Meist alles auf der Basis von Geruechten und Tratsch zwichen unwissenden, wovon es hier ja mehr als genug gibt. Die grundsaetzliche Frage ob das alles nun gerechtfertigt ist oder nicht wird hier nicht gestellt.
Als ich heute Morgen in die Firma kam, sass auch keiner der 126 Mitarbeiter wie gewohnt an seinem Arbeitsplatz sondern man hatte sich in einer grossen Gruppe zusammengerottet. Nun sassen sie alle zusammen auf den blauen Plastikstuehlen und warteten was die Firmenleitung zu dieser Ungeheuerlichkeit zu sagen hatte. Das alles war fuer mich irgendwie auch eine Situation die ich so noch nie erlebt habe aber es ist mir gelungen die Revoltierenden zu beruhigen und wieder zur Arbeit zurueck zubewegen. Mit Charm und Hilfe meines Dolmetschers konnten wir alle Fakten offenlegen, erneut die Firmenstatuten fuer Lohnerhoehungen erklaeren, das wir Loehne nicht im Vorraus zahlen und haben auch nochmal das Abzaehlen der Monate an den Fingern geuebt. Nun sind alle Mitarbeiter wieder gluecklich und sehen mit Freuden ihrer Lohnerhoehung am naechsten Zahltag entgegen.
Auch ich kann jetzt erstmal wieder meinen normalen Aufgaben nachgehen, jedenfalls fuer 3-4 Wochen, bis wieder irgendein Mitarbeiter ein mehr oder weniger grosses Problem hat, halt der ganz normale Wahnsinn in Kambodscha.
Truebe Regenzeit Tage in Sihanouk Ville
Das sind vielleicht ein paar trübe Tage hier in Sihanoukville. Wenn man aus dem Fenster sieht könnte man meinen man wäre in Deutschland and der Nord.- oder Ostsee und es ist Herbst. Es Stürmt und Regnet seit Tagen. Sicherlich ist es hier in Kambodscha wärmer als in Deutschland im Herbst aber auch bei 25 Grad Celsius kann man frieren, ob ihr es gleubt oder nicht.
Ich bin aber ein positiver denkender Mensch und darum kann ich auch diesen Tagen, wo man keinen Hund vor die Tür jagen würde, erwas gutes abgewinnen. Ich habe wärend der Regenzeit die Ruhe ungestört von morgens bis nachts am Computer zu arbeiten, vorrausgesetzt die Leitung hält durch. Es gibt nur wenig Anrufe, keine Besuche und man selber verspürt auch nicht das Verlangen sich an den Strand zu setzen oder mit den Lone Brothers eine Motorradtour zu machen. Ich habe absolute Ruhe für die Arbeit an den Webseiten meiner Kunden.
Die einzigsten Wege die ich in den letzten Tagen unternommen habe waren die in Pierres Sportstudio. Sport ist wichtig, speziell dann wenn man den ganzen Tag über sitzt. Diese Kombination ist optimal für meinen Muskelaufbau, ich gehe jeden zweiten Tag ins Studio und trainieren sehr schwer für ca. 1 – 1 1/2 Stunden. Bis zu meinem nächsten Trainingstag habe ich sehr wenig Bewegung, so das die Muskulatur viel Ruhe hat und sich gut entwickeln kann. Mein Gewicht steuere ich über meine Mahlzeiten. Zur Zeit habe ich 96 kg Lebendgewicht und arbeite auf die 100 zu, das reicht mir dann erstmal.
Was gibts bei uns neues aus Sihanoukville ?
Wer hätte das gedacht, mein Leben in unserem beschaulichen Städtchen Sihanoukville fängt an stressig zu werden. Kein negativer Stress wie man ihn noch aus dem Alltagsleben damals in Deutschland in Erinnerung hat, sondern positiver Stress. Hervorgerufen durch Dinge die man freiwillig und gerne macht.
Es sind drei Dinge die mein eher gemütlichen Tagesablauf verändert haben, das erste ist das ich nun zusätzlich zu meinem persönlichen Online Geschäft nun den ersten, ernstzunehmenden Auftrag zur Gestaltung von fremden Webseiten angenommen habe. Eine hoch interessante Tätigkeit die sich bestens in mein gewohntes Arbeitsfeld einfügt.
Nun aber kommen wir zu den Aufregenden Ereignissen, kurz vor meinem 42. Lebensjahr kann ich nocheinmal die Erfahrung machen wie es sich so als Mitglied eines offiziellen Motorrad Clubs anlässt. Ich passe zwar mit einer derzeit Offroad Maschine nicht ganz so ins Bild der Chopper fahrenden Biker aber was nicht ist kann ja noch werden. Mein Kutte mit den Colors, so wie die Lederweste mit den Clubemblemen gennt wird, ist jedenfalls schon beim Schneider in Arbeit. Der Lone Brothers MC, Cambodia ist praktisch noch in der Gründungsphase, also gillt es etwas neues aufzubauen und auf die Beine zustellen und das ist genau mein Ding. Zweiter Vorteil, Kameradschaft wird gross geschrieben bei den Lone Brothers, eine Tugend die man nicht allzu oft bei im Ausland lebenden Deutschen vorfindet. Ich freue mich jedenfalls auf eine gute Zeit in meinem ersten Motorrad Club.
Hier könnt ihr nachlesen wie es zum ersten Kontakt mit den Lone Brothers kam: Kambodscha hat seinen ersten Motorrad Club
Zu guter letzt ist hier in Sihanouk Ville nun auch ein Expats Club, für hier lebende Ausländer in der Entstehungsphase und ich habe meine volle Unterstützung zugesagt. Es wird ein Club in dem sich Ausländer treffen um Erfahrungen, Tips und Meinungen auszutauschen und sich natürlich auch gegenseitig zu unterstützen. Viele der Ausländer hier haben eigene Geschäfte, so das nachher ein ernstzunehmendes Geschäftliches Netzwerk entstehen kann, die Vorteile kann sich wohl jeder selber ausmahlen.
Ich denke, das reicht mir dann auch erstmal an zusätzlichen Aktivitäten. Nachdem ich nun 2 jahre wie angekettet (mit wenigen Ausnahmen) täglich am Computer gesessen habe ist es wieder mal etwas ganz neues ein paar Stunden Pause einzulegen und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.



