July 3rd, 2008 admin
Das letzte mal habe ich über die grosse Ansammlung von diversen christlichen, ausländischen Missionen in Sihanoukville berichtet und ganz speziell über einen Inder der hier so eine karitative Mission leitet.
Der Mann heisst Jonah Ahma, er ist ein Reverent und Direktor der “Samaritan Love Mission” Sihanoukville, Kambodscha. Wenn ihr öfters in meinem Blog lest dann wisst ihr, das ich gerne interessante Menschen kennenlerne und hier haben wir so eine Person.
Schon bei unserem ersten Treffen haben ich ihm aus einer Laune herraus zugesagt, das ich ihm eine Webseite bzw. einen Blog einrichten werde auf dem er dann seinen heilige Mission in die unendlichen Weiten des Internet hinaustragen kann. Weiss auch nicht warum ich das zugesagt habe aber es zeigt mir wieder das ich irgenwo doch ein gutes Herz habe (genug des Eigenlobs).
Heute haben wir uns nun wieder zum Lunch verabredet und ich habe wieder einigen Geschichten aus seinem Leben gelauscht. Das das ein interresanter Mensch ist steht ausser Frage, auch wenn er dem mir völlig suspektem Christentum anhängt oder vielleicht gerade deshalb. Dem einen oder anderen mag mein Lebenswandel vielleicht abenteuerlich erscheinen aber wenn man diesem Manne lauscht erscheint mein 10 jähriger südost Asien Aufenthalt wie eine Pauschalreise von Neckermann.
Er lebt jetzt seit 9 Jahren in Kambodscha und die meiste Zeit davon in Sihanoukville, er lehrt selber English und leitet eine Schule mit ca. 200 Schülern. Ein Teil dieser Schüler sind Kinder aus einem kleinen sehr armen Dorf im Umland von Sihanoukville die er jeden Morgen mit einem eigens dafür angeschafften Schulbus abhohlen lässt und nach dem Unterricht nachhause bringen lässt. Das alles ist kostenlos für die Familien weil sie eh kein Geld haben. In ihrem Dorf existiert keine Schule und auf einer mageren Kuh können die Kinder die 40 km bis Sihanoukville ja auch nicht zurücklegen.
Neben dem Versuch den armen kambodschanischen Kindern etwas Bildung beizubringen, leistet er noch medizinische Grundversorgung für diejenigen die es am nötigsten haben und füttert unzählige kleine und mittelgrosse, zerlumpte Lümmel mit durch, von denen einer der ersten es in all den Jahren bis auf die Universität gebracht hat. Es gibt da noch einiges mehr was er hier auf die Beine gestellt hat aber das könnt ihr dann selber in seinem zukünftigen Blog nachlesen, den ich euch dann hier vorstellen werden wenn er fertig ist.
Und wie sollte es anders sein, das alles finanziert er ausschliesslich durch Spendengelder, nach denen er hinterher ist wie der Teufel hinter der Seele (ein bischen Spass muss sein). Da Jonah kein blöder, sonder ein studierter Mann ist hat er ein weltumspannendes Netzwerk von Spendern aufgebaut welches seine Unternehmungen hier in kambodscha finanziert.
Hut ab Herr Reverent, das könnte ich nicht, dafür bin ich zu egoistisch. Und da wir gerade dabei sind, habe ich mir natürlich auch einen kleinen Vorteil aus dieser Verbindung herrausgeschlagen. In diesem Falle kommt er uns allen zu gute, weil mir Bruder Jonah Zugang zu seinem einmaligem Fotoarchiv gewährt hat. Das sind hunderte von teilweise erstklassigen Fotografien mit Motiven und Menschen aus Gegenden in Kambodscha in denen man noch nie einen weissen Menschen gesehen hat. Zu vielen dieser Bilder kann Jonah eine spannende Geschichte erzählen von Abenteuern die ihr da in der westlichen, zivilisierten Welt nicht einmal im Fernsehen seht. Zum Beispiel von einem kranken Kind in einem unzugänglichen Dorf, wo auschliesslich ehemalige Rote Khmer Soldaten mit ihren Familen leben. Das Kind wurde bei seinem Eintreffen dort von der Mutter zu ihm gebracht, als er sich das Kind, das auf einem Holztisch lag ansah ist es ihm unter der Hand weggestorben, da hat er fürchterliche Angst bekommen weil er erwartet hat das man ihn nun dafür verantwortlich machen würde. Also hat er wie ein Verrückter versucht das Kind wiederzubelebn und hat es auch geschafft. Das Kind ist zu sich gekommen und hat seine Mutter gefragt ob es nun endlich die Medizin bekommen würde. Man muss ich das mal vorstellen was für eine Situation.
So, nun genug von den Missionaren hier in Sihanoukville. Ich werde mich schleunigst dranmachen und mir die besten Bilder aus seinem Archiv aussuchen und sie dann hier in den Leben in Kambodscha Blog für euch posten. Also bleibt am Ball!
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June 21st, 2008 admin
Wusstet ihr, das Sihanoukville und wahrscheinlich auch Phnom Penh ein Tummelplatz für christliche Sekten der unglaublichsten Konstellationen ist? Hier sind chinesische, indische, koreanische und u.s. amerikanische Christen in Gruppen,- oder in Einzelmissionen unterwegs die den Leuten hier irgendwie ihren Glauben aufschwatzen wollen. Alles geschiet selbstverständlich im Auftrag des Herren. Nein, ganz so eingennützig sind sie dann auch wieder nicht, jeder dieser tapferen Streiter ist ersteinmal aus karitativen Beweggründen hier und ganz nebenbei wird dann eben die Bibel mit eingeschoben. Das Prinzip ist einfach und von der Kirche über Jahrhunderte zur Perfektion gebracht worden. Der einfach strukturierte, gemeine Kambodschaner freut sich über jede Hilfe die er bekommen kann, was er aber nicht ahnt ist das, wenn er die Hilfe solcher mystiriöser Gruppen annimmt auch gleich in ihre religöse Weltanschauung eintritt. Asiaten sind sehr leicht zu manipulierende Menschen und daher ein gefundenes Fressen für christliche Missionare. Das der grösste Teil dieser scheinheiligen aus anderen asiatischen Ländern kommt gab mir dann doch zu denken.
Auslöser warum ich mich dazu entschlossen haben eine kurze Notiz zu diesem Thema für euch in meinem Blog zu hinterlassen war die Verabredung zum Lunch mit einem Missionar aus Indien vor zwei Tagen.
Wir haben uns im Reisebüro vor einer Woche kennengelernt, er viel mir auf weil ihn offenbar alle dort kannten und er jeden mit Bruder angesprochen hat. Da ich aber ganz genau weiss, das der Engländer hinter dem Schreibtisch, dem der Laden gehöhrt, keinen dunkelhäutigen, indischen Bruder hat wurde ich hellhöhrig. Er setzte sich auch prompt auf den Stuhl neben mich. Mein Sohn spricht grundsätzlich jeden an der ihn irgenwie interessiert und da er in der Lage ist in Sekunden innerhalb mehrerer Sprachen hin und her zu springen ist er meist auch ein unterhaltsamer Smalltalker für die Erwachsenen. Die Verbindung war geschaffen und dauerte nicht lange und der Inder und ich waren im Gespräch. Er ist übrigens von der “Samaritan Love Mission” und seit 9 Jahren in Sihanoukville, ein Mann der ersten Stunde. Da ich noch nie mit einem Missionar und schon garnicht mit einem so exotischen zu tun hatte habe ich mich mit ihm zum Lunch verabredet. Ich kann nur sagen ich war sehr postiv überrascht, was das für ein feiner Mensch ist. Meine ganz persönliche, schonunglose Einstellung zur Kirche und zum Christentum allgemein hat er gut weggesteckt und ich glaube sogar soetwas wie Verständnis in seinen Augen gesehen zu habe. “Vielleicht eigene ich mich ja zum Sektenführer, muss ich mal drüber nachdenken.”
Es wird jedenfalls nicht das letzte mal gewesen sein, das ich mich mit ihm treffe. Persönliche Kontakte und Gespräche mit besonderen Menschen, die besonderes tun und auch ein besonderes Leben führen und sei es ein indischer Missionar einer mir völlig unbekannten, christliche Sekte sind für mich immer eine Bereicherung.
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June 15th, 2008 admin
Ich habe heute bei einem Abendessen im Bavarian Restaurant einen sehr interessanten Typen kennengelernt. Ein deutscher, der in Koh Kong eine kleinen, lokalen Fersehsender betreibt, der Sender heisst R TV KOH KONG. Ich kenne Koh Kong von einigen Kurztrips her und halte es eher für ein Grenznest wo sich die Füchse guten Nacht sagen aber das es dort einen lokalen Fernsehsender gibt, der auch noch von einem Deutschen betrieben wird, ist bemerkenswert. Deutscher Unternehmergeist im kambodschanisch / thailändischen Grenzland.
Wärend ich mein Wiener Schnitzel mit Pommes gegessen habe erzählte mir Roni, das er drei Kanäle anbietet:
- 1 English Movie Channel
- 1 German Movie Channel
- 1 Misic Channel
Zusätzlich legt er noch den Koh Kong Visitors Guide auf, eine kostenlose kleine Broschüre mit Tips und Hinweisen zu Koh Kong und Umgebung. Und eine Webseite betreibt er auch noch, die ihr hier besuchen könnt Koh Kong Travel Info and Advertising (in englischer Sprache).
Koh Kong scheint sich für den Tourismus zu rüsten, wie Roni mir erzählt hat kann man dort jetzt auch Tunfisch in Dosen und Frühstücksfleisch kaufen und sogar Milch. Ein Zustand der noch vor 2 Jahren undenkbar gewesen wäre. Der Tourismus hat aber schon vor etlichen Jahren zuvor in Koh Kong Einzug gehalten. Die nähe (16 km) zum Grenzübergang Cham Yeam (auf thailändischer Seite heisst es Klong Yai) führt schon seit eh und je Rucksacktouristen auf ihrer Route von Koh Chang in Thailand nach Sihanoukville durch Koh Kong. Doch das ist bei weitem nicht der einzige Tourismus den man dort vorfindet, es gibt noch eine andere wesentlich lukrativere Art von Touristen. Wie überall in Kambodscha stehen gleich nach den Grenzübergängen nach von Thailand nach Kambodscha Hotels der gehobenen Klasse mit integrierten Spielcasinos. Asiaten sind zum grössten Teil Spieler und da in Thailand das Glücksspiel verboten ist sind die Hotels und Casinos an den Wochenenden proppenvoll mit wohlhabenden und reichen Thais. Das dürfte bei weitem mehr in die kasse spielen als der durchreisende Rucksacktourist, der am liebsten in der Hängematte schläft und einen Fried Rice isst. Ob das Glüchsspiel Geschäft in Koh Kong auch in den Händen von ehemaligen Roten Khmer Schergen ist kann man nur vermuten, siehe dazu meinen Beitrag: Pailin in Kambodscha die Provinz der Massenmörder
Solltet ihr also Koh Kong in eurem nächsten Kambodscha Urlaub einplanen, braucht ihr keine Bedenken wegen standesgemässer Unterbringung haben. Das Preisleistungverhältnis fand ich zur damaligen Zeit durchaus angemessen.
Roni hat hier in Sihanoukville einiges zu erledigen gehabt vor allem aber wollte er sich hier noch eine stärkere Brille machen lassen bevor er wieder zurück fährt weil ein Optiker gibt es in Koh Kong noch nicht.
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May 29th, 2008 admin
Und da soll noch mal einer sagen geht es nicht vorran. Jetzt gibt es auch in Kambodscha einen Motorradclub mit Hauptsitz in Sihanoukville. Also wer das nächste mal hier seinen Urlaub verbringt und ein paar verwegene Ausländer auf chromglänzenden, schweren Motorrädern sieht, das sind die ” Lone Brothers “.
Die einsamen Brüder sind so einsam nun auch wieder nicht, denn nicht nur hier sondern auch in Thailand, Australien und Deutschland gibt es Lone Brothers die bei schönem Wetter ihre ausgedehnten Motorradtouren machen und feiern und Spass haben. Aber nicht nur das, in Thailand sind sie z. B. auch in etlichen sozialen Projekten angagiert. Ich war neulich auf der Geburtstagparty von einem der Mitglieder und darf sagen es war einer der unterhaltsamsten und interessantesten Abende die ich seit langem erlebt habe. Viel dazu beigetragen hat ein ca. 1 stündiges Gespräch mit dem Lone Brothers World President am Tresen. Dieser Mann, der praktisch das Oberhaupt der gesamten Lone Brothers weltweit ist, würde ich mal als Vollabenteurer bezeichnen und das was er so erzählte läuft in den meisten Punkten mit meinen Ansichten zusammen. Für mich haben diese harten aber herzlichen Jungens mit ihrem ehrlichen Humor und der unkonventinellen Lebenseinstellung immer den Hauch von Wild West. Was ich ganz besonders an ihnen schätze ist, das sie dir deutlich ins Gesicht sagen was sie von dir halten, ganz im Gegenteil zum Grossteil der Gesellschaft wo du vorne angelächelt wirst und man dir hinten dann das Messer in den Rücken rammt. Ich war lange genug Geschäftsman damals in Deutschland um das genau zu wissen.
Die Party selber hat mir sehr gut gefallen, gefeiert wurde im Pocoloco mit geladenen Gästen. Es war für jeden etwas dabei, gutes Essen vom Buffet, Getränke frei, geile Musik und scharfe Mädels. Es herrschte eine Herzliche Atmosphäre die man auf vielen Paties vermisst, fand ich.
Die volle Unterstützung von meiner Frau, meinem Sohn und von mir haben sie auf jeden Fall auch wenn wir keine Harley-Davidson fahren.
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May 23rd, 2008 admin
Ihr habt ja schon gemerkt im “Hier ist Kambodscha” Blog sind die Zeiten der rosaroten Urlaubsortbeschreibungen von Kambodscha und speziell Sihanoukville vorrüber. Darüber kann man auf hunderten von anderen Webseiten und Büchern nachlesen, hier bei mir gibts die nackten Tatsachen auf den Tisch. Ich denke mit diesen Informationen kann der auswanderungswillige deutsche etwas anfangen wenn er denn mal hier ist. Oftmals ist das Einschätzen und der richtige Umgang mit der lokalen Bevölkerung kriegsentscheidend für die eigene Existenz in diesem wilden Land.
Heute hatte ich ein für südost Asien typisches Erlebnis mit der Nachbarschaft, das als gutes Beispiel für die Mentalität der Menschen hier dient. Einige von euch können sich vielleicht noch daran erinnern ich habe einmal über die Familie des alten Polizisten geschrieben die in unserer unmittelbaren Nachbarschaft wohnt, >> Not und heile Welt liegen dicht zusammen in Kambodscha auch in unserer Strasse << .
Nun kamen wir vorhin von einem ausgiebigen Frühstück zurück und wie immer sitzt der alte Polizist mit der Hälfte seiner Familie auf hellblauen Plastikstühlen vor dem Holzhaus in dem sie wohnen, drei Häuser neben uns. In der Zwichenzeit wo wir Frühstücken waren hat unser “noch” Vermieter schon das Schild “Zu Vermieten” an das Eingangstor zu unserem “noch” Haus angebracht. Das wurde von ihnen beobachtet und ich wurde sofort bei unserem Eintreffen darauf angesprochen (der Mann spricht etwas Thai wie ich). Da ich ihn akustisch nicht gut verstehen konnte, habe ich meine Frau und Sohn vom Motorrad absteigen lassen und bin dann zu ihm hingefahren. Bis auf den alten wurde ich mit eisigen Mienen empfangen. Er lächelte wie immer und begann sein Verhöhr (wenn ihr denkt ihr kennt neugierigen Menschen, dann kommt mal hieher weil hier haben sie nicht mal Scham). Was denn los wäre, ob wir ausziehen, ganz genau wohin wir ziehen, wie hoch die Miete ist, wer der Vermieter ist, woher wir von der Wohnung wussten u.s.w., das alles in weniger als einer Minute.
Natürlich habe auch ich ihn angelächelt wie es hier ja höfflich ist und ihn mit 3-4 allgemeinen Antworten abgespeisst weil es nicht ratsam ist den Leuten hier zuviele private Informationen zu geben. Als guter Beobachter habe ich natürlich seine Frau, die jüngere Tochter und die Tante im Augenwinkel gehabt und was mir deren Gesichter gesagt haben hat mit Lächeln garnichts zu tun gehabt. Ich bin recht sensibel in diesen Dingen und habe die Ablehnung und Missbilligung über unser Tun regelrecht spühren können wo sie doch vorher so übertrieben freundlich über all die Monate waren. Jetzt ist die Frage angebracht warum ist das so? Ich kann es euch sagen weil ich es schon unzählige Male erlebt und gespürt habe in all den Jahren in Asien.
Es ist Neid, Missgunst und in diesem speziellen Fall auch der Verlust der Vermittlungsprovision weil wir nicht sie angesprochen haben uns bei der Suche nach einem neuen Haus behilflich zu sein, sondern alles alleine gemacht haben. Jeder kambodschaner hier in Sihanoukville kennt mindestens einen Anderen der ein Haus oder sonstwas zu vermieten hat worauf dann bei Vertragsabschluss an den Vermittler eine Provision gezahlt wird. Ein beliebtes Geschäft der Kambodschaner mit den Ausländern die eine Bleibe für länger suchen. Alles legitim finde ich aber ich entscheide trotzdem immernoch selber an welchen Makler oder Hauseigentümer ich mich wende.
Bei dieser einstmals so netten Familie brauchen wir jedenfalls nicht mehr auf Hilfe hoffen, was uns natürlich vollkommen egal ist aber worauf ich hinaus will ist das Verhalten der Leute in solchen Situationen an sich. Jetzt besteht keine Möglichkeit mehr irgenwas bei uns abzugreifen, das war mal eine Einladung zum Essen für die gesammte Familie oder auch mal ein paar gute Kleidungsstücke von mir die mir zu klein geworden sind (ich betreibe mein halbes leben lang schon Kraftsport und wachse immernoch) oder die Aussicht auf eine Provision wenn sie Bekannten von mir ein Mietobjekt anbieten können, das dann auch tatsächlich gemietet wird. So geschehen mit einem Kollegen von mir wo sie sich in die Gespräche meiner Frau mit dem Vermieter eingedrängt haben und 200,- $ Provision kassiert haben für die Recherche arbeit die meine Frau geleistet hat. Wir gehen davon aus, das jetzt auch unser “noch” Vermieter nicht mehr gut auf uns zu sprechen ist weil das würde genau in das lokale Caraktermuster passen.
Das nur mal so als kleine Anektode aus dem alltäglichen Umgang mit den Menschen hier, damit ihr wisst worauf ihr euch einstellen müsst wenn ihr hier leben wollt.
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May 2nd, 2008 admin
Schon seit langem treiben Schnüffelbanden (das sind jugendliche Diebesbanden die sich ihr Geld zusammenstehlen damit sie sich Lösungsmittel, Klebstoff oder Verdünner zum Schnüffeln kaufen können) in Sihanoukville ihr unwesen. Bevorzugte Opfer der Einbrüche sind natürlich Ausländer weil die ja das Geld in ihren Heimatländern von den Bäumen pflücken und darum auch alle reich sind. Die Polizei von Sihanoukville, wovon ja viele in unserer Nachbarschaft wohnen, ist angeblich handlungsunfähig wobei man aber vermutet, das die Täter hier in der Nähe wohnen und hier jeder jeden kennt (wahrscheinlich ist das das Problem). Ein Insider hat mir mal im Vertrauen verraten, das höchstwahrscheinlich die Polizei selber diese Banden kontrolliert, was man sich wenn man die südost asiatische Polizei kennt auch gut vorstellen kann.
Nachdem wir schon von Diebstählen bei anderen Ausländern in unserer Gegend gehöhrt hat ist es und nun endlich auch passiert. In der Nacht vom 30.04.08 zum 01.05.08 hat man mir meine Digitalcamera und meine Mobiltelefon gestohlen aus dem Haus gestohlen, woran ich nicht ganz unschuldig war. Wie das, fragt ihr euch. Ich will es kurz hier schildern.
Mein Büro befindet sich in der ersten Etage unseres Hauses, das Fenster geht nach hinten raus, wo ein unbebautes verwildertes Grundstück liegt. Ich habe bis ca. 02:00 Uhr nachts am Computer gesessen und gearbeitet. Wie immer wenn ich Feierabend mache und nach unten ins Schlafzimmer gehe schliesse ich das Büroschiebefenster bis auf einen kleinen Spalt damit übernacht meine Zigarettenrauchschwaden abziehen können. Wohl bemerkt hier sind alle Türen und Fenster schwer vergittert. nachdem ich runtergegangen bin sind die Einbrecher hinter hinter dem Haus, über die Mauer, hoch am Wassertank und auf einem kleinen Sims and der fassade hoch bis zu dem Bürofenster (die Fussabdrücke sind noch an der Fassade zu sehen). Da haben sie das Fenster aufgeschoben und haben mit irgendwelchen Hilfsmitteln meine Kamera und mein handy und das Brillenetui mit meiner Ersatzbrille vom Schreibtisch geangelt.
Als ich am nächsten Morgen hochgekommen bin stand das Scheibefenster weit offen und ich habe sofort gesehen, das da etwas nicht stimmt. Das war dann das zweite mal in meinem Leben, das mir etwas aus dem Haus gestohlen wurde. Einmal in Deutschland und nun einmal hier in Kambodscha. In Deutschland habe ich den Schaden durch die Versicherung ersetzt bekommen (er wahr auch wesentlich höher als in diesem aktuellen Fall), hier dagegen bekommt man garnichts und kann die Sache als Erfahrungswert abhaken. Die Polizei zu rufen ist zwecklos und Zeitverschwendung, da sie halt nur dem Namen nach eine Polizei im herkömmlichen Sinne ist. Wir haben jedenfalls dem Polizisten der ein paar Häuser neben uns wohnt bescheid gesagt weil wir ja bekannt mit der Familie sind. Der dann nach nach einer Stunde mal vorbei und lamentierte mit meiner Frau auf Thai rum. Alles sinnloses geschwätz und wenig ergiebig. Ich habe ihm dann (auch auf Thai) gesagt, das ich mir eine Waffe kaufen werde und bei der nächsten Gelegenheit wenn jemand nachts wiederrechtlich mein Grundstück betritt sofort davon Gebrauch machen werde (ich war mal einige Zeit in einem Schiessverein, he, he, he). Er meinte damit würde ich mir hier als Ausländer unter Umständen Ärger einhandeln, ich solle den Einbrecher dann lieber totschlagen das wäre unproblematischer für mich. OK ich habe mir das gemerkt und werde mich daran halten sollte ich in einem Wiederhohlungsfall irgenwann mal einen dieser Ratten erwischen. Jetzt werdet ihr vielleicht sagen, man der Typ hat gestern wieder einen Arnold Schwarzenegger Film gesehen. Weit gefehlt Leute, das sind Wahrheiten die ich euch hier niederschreibe. In Thailand zählt schon ein Menschenleben nicht viel aber hier in Kambodsche ist es noch viel weniger Wert und je Ärmer der Tote war umso biller ist sein Tot gewesen. Ich habe damals in Thailand selber mitbekommen wie ein Toter, der überfahren wurde mit einer Zahlung des Fahrers von 3.000,- € an die Polizei und die Familie des Opfers einfach unter den Tisch gekehrt wurden. Ich gehe davon aus das die Kriminalitätsrate auch gegen Ausländer in beiden Ländern zukünftig ansteigen wird auf Grund der imens ansteigenden Lebensmittelpreise.
Wie auch immer, heute morgen hat meine Frau das verwilderte Grundstück hinter unserem Haus durchkämmt und siehe da, sie hat meine Ersatzbrille wiedergfunden, die die Täter wohl nicht brauchten. Sie hat auch direkt an der Grenzmauer zu unserem Grundstück mehrere kleine Plastiktüten und Papiertaschentücher gefunden die alle mit irgendeinem Klebstoff getränkt waren. Also die Schnüffelbrüder haben hier gesessen und noch eine Klebstoffparty abgehalten.
Ja, das ist Sihanoukville in Kambodscha wie es leibt und lebt und Gesetz und Ordung kann jeder nach wie vor so gestalten wie es ihm beliebt wenn er nicht allzu laut dabei vorgeht. Nicht falsch verstehen, ich schreibe das völlig Wertungsfrei denn auch wenn man mir hier nun Dinge im Wert von ca. 300,- $ gestohlen hat, was einem überall auf der Welt passieren kann, kann ich mit dieser einigermassen Gesetzfreien situation sehr gut leben. Es schärft die Sinne und aktiviert Mechanismen im Menschen die man in der westlichen Welt vor vielleicht 200 jahren auch noch kannte aber heute völlig verloren gegangen sind.
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September 2nd, 2007 admin
Wir wohnen in einer kleinen, ruhigen Strasse ohne Namen. Die Gegend ist eine etwas bessere hier in Sihanoukville, hier wohnen normalerweise Leute die einen guten Job haben, höhere Polizeibeamte und ein paar Ausländer mit denen ich aber keinen Kontakt pflege. Vorne an der Ecke steht das grösste Haus der Gegend, da wohnt der oberste Polizeikommandeur von ganz Sihanoukville. Dann kommt ein Haus das weiss ich nicht was das für Leute sind und dann kommt mein erster direkter Nachbar, ein älterer Schotte mit junger kambodschanischer Frau. Mein Nachbar auf der anderen Seite ist wieder ein Eingeborener der eine höhere Position bei einer Bank bekleidet und danach kommt das Haus von der Familie mit der sich langsam eine freundschaftliche Beziehung aufbaut, das heisst mein Sohn und meine Frau bauen diese Beziehung auf.
Waschechte Kambodschaner, Mann, Frau, drei Kinder und die Mutter der Frau wohnen in einem für diese Gegend einfachem Holzhaus mit einem kleinen Laden in der Eingangstür in dem man Zigaretten, Kartoffelchips und Seife kaufen kann. Er ist Polizeibeamter und seine Frau mit ihrer Mutter bewirtschaften den kleinen Laden. Sie haben zwei Mädchen, so etwa um die 10 bis 12 Jahre alt und ein Junge der auch ein paar Jahre älter ist als mein Sohn. Mein Sohn ist mittlerweile wie das vierte Kind in dieser Familie und meine Frau geht seit ein paar Tagen jeden Nachmittag mit dem ganzen Clan joggen. Der Mann hat 25 Jahre in Thailand beim Militär gediehnt und spricht idealerweise Thai, so kann ich mich wenigstens in dieser Sprache mit ihm unterhalten und meine Frau sowiso. Alle drei Kinder besuche 6 mal in der Woche am Nachmittag eine Englischsprachschule (ich hab mir sagen lassen, das die Englischstunde 5,- $ kostet). Sprachliche Barrieren mit den Kindern gibt es also keine und häufig müssen sie für uns übersetzen.
Ich kenne so liebe und wohlerzogene Kinder nur hier aus Asian weil in Deutschland auf der Strasse trifft man soetwas nicht mehr an. Ich war gestern bis ins tiefste gerührt als die beiden Mädchen meinem Sohn einen extra für ihn gebastelten Drachen geschenkt haben. Ich habe mir das ding mal angesehen und bin immernoch mehr als beeindruckt wie die Mädchen aus Holzstäben, einer Plastiktüte, Gummibändern und einer Rolle Zwirn, mit unglaublicher Fingerfertigkeit diesen kleinen, voll funktionstüchtigen Drachen gebastelt haben. Wo gibt es das noch in Deutschland in der heutigen Zeit, das Kinder nicht vor dem Videospiel oder dem DVD-Spieler sitzen, sondern für ein anderes Kind aus einfachsten Mitteln ein Geschenk basteln. Irgendwie heile Welt!
Es gab aber in der letzten Woche auch ein trauriges Ereignis in unserer kleinen Strasse. Wir kamen gerade vom Einkaufen und hatten vor dem Haus noch ein paar Nettigkeiten mit den Nachbarn ausgetauscht, als plötzlich ein unverkennbares Geräusch die friedliche Atmosphäre durchbrach. Ihr kennt das bestimmt, diese unverwechselbare Geräusch wenn ein Unfall geschieht und man weiss, ohne hinzusehen das etwas schlimmes passiert ist. Ein paar Häuser neben unseren erwähnten Nachbarn ist soetwas wie eine christliche Missionsstation (christen treiben wirklich überall ihr unwesen). In dieser Station halten sich immer viele Kinder auf die dort wohl betreut werden. Wir haben es so schnell nicht sehen können, jedenfalls hat ein Teenager mit einem Mofa einen etwas jüngeren Jungen umgefahren. Der arme umgefahrene Junge ist so stark mit dem Kopf auf den Boden geschlagen das er sofort das Bewustsein verloren hat und als ich rennend an der Unfallstelle ankam hatte sich bereits eine, für mein dafürhalten, bedenkliche Blutlache unter seinem Kopf gebildet. Sofort waren alle Menschen aus der Mission und aus den umliegenden Häusern am Unfallort versammelt. Grosses Geschrei und Gezeter, bis sie den leblosen Körper zwichen zwei Personen eingeklemmt auf einem Mofa wohl ins Krankenhaus gefahren haben. Warum kein Krankenwagen gerufen wurde kann ich nur vermuten, wahrscheinlich ist der Junge aus einer armen Familie und die haben kein Geld für derartige Rettungsmassnahmen.
Ob der Junge es überlebt hat wissen wir noch nicht, ich werde aber versuchen es in Erfahrung zu bringen. Heile Welt und Not liegen in Kambodscha dicht nebeneinander, auch in unserer Strasse.
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August 12th, 2007 admin
Zuerst möchte ich um Nachsicht bitten weil die grossen Fotos die ihr sehen könnt wenn ihr die kleinen anklickt sich zur Zeit nicht öffnen. Da ist irgendein Problem mit demServer auf dem ich die Bilder abgeladen habe. Ich denke jedoch, das sich das innerhalb der nächsten 1-2 Tage wieder erledigt haben wird, dann könnt ihr meine Bilder aus Kambodscha wieder in voller grösse betrachten.
Nun zu der kleinen Vorstellung die ich heute vormittag am Strand erlebt habe. Wie immer habe ich bei stahlenden Sonnenschein in dem Strandrestaurent, in dem wir immer sind, gesessen und den grusligen Kaffe getrunken den man in den Strandbuden ausschenkt. Mein Sohn hat fröhlich im Wasser gespielt, eine leichte Brise hat geweht, die Welt war inordnung. Ich hatte es schon mal erwähnt, der Strand wimmelt es von kambodschanischen und vietnamesischen Frauen und Kinder die dort von Früchten, Massage und Fusspflege bis zu billigem Holzschmuck alles mögliche an den Touristen bringen wollen. Zwichendurch humpelt auch schon mal ein einbeiniger Bettler vorbei der nach Geld fragt, damit muss man hier leben.
Ich sitze also nun so da und gucke Löcher in die Luft als plötzlich im Eiltempo eine junge kambodschanische Strandverkäuferin, lauthals fluchend und meckernd mit einem grossen Küchenmesser bewaffnet, auf die Terasse zukommt auf der ich bisher alleine saß. Etwa 1,5 Meter neben mir kommt sie zum stehen und ging in Kampfposition. Dann überschlugen sich die Ereignisse, eine zweite Strandverkäuferin mit einer 2 Meter langen Bambusstange in den Händen, ebenfalls laut meckernd und umringt von ca. 15-20 Verkäuferinnen, kommt aus der gleichen Richtung auf die erste vor Wut schäumende Frau zu. Von einem Moment auf den Anderen saß ich wie auf einer Bühne mitten in der Hauptkampflinie. Ohrenbetäubendes, mir unverständliches Gezeter aus unzähligen Frauenkehlen erfüllte die vorher so friedvolle Stille. Mit einem Auge auf die Dame mit dem Messer und dem anderen auf die lange Bambusstange, rasten mir meine Fluchtoptionen durch den Kopf. Wenn es in diesem Moment einer der Furien die Sicherung komplett durchbrennen sollte und sie zum Angriff auf die andere ansetzen sollte, bestand für mich die möglichkeit aus so kurzer Distanz entweder mit dem Küchenmesser verletzt zu werden oder die Bambusstange auf die Birne zu bekommen. Ein flüchtiger Blick in die blutunterlaufenden Augen der Messerschwingerin hat mich aber dann doch dazu bewogen einfach ruhig sitzen zu bleiben und möglichst unbeteiligt auszusehen. Das Bambus wurde unter fürchterlichem Wutgeschrei gegen blitzschnelle, angedeutete Messerattacken geschwungen, andere Frauen schriene mit und versuchten die Kontrahentinnen zu entwaffnen. Vor meinem inneren Auge sind schon die Schlagzeilen in der deutschen Presse abgelaufen “Deutscher durch Zufall von kambodschanischen Frauen am Strand von Sihanoukville erstochen” oder so ähnlich.
Aber ich hab es überlebt und die beiden Kämpferinne zum Glück auch, nach ungefähr 15 Minuten schafften die umherstehenden Frauen es die beiden je in eine Richtung abzudrängen und so die Gefahr einer blutigen Auseianderstzung zu vermeiden.
Ich habe daraus einiges gelernt, erstens das ein schöner, friedlicher Sonntag Vormittag ganz schnell ins Gegenteil umschlagen kann und zweiten, das man niemals eine dieser Frauen erzürnen sollte weil das kann im Krankenhaus oder im Sarg enden. Schönen Sonntag noch!
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July 31st, 2007 admin
Seit fast neun Jahren habe ich nun Abstand zu Deutschland gewonnen und irgendwann fängt man an die daheimgebliebenen Landsleute und das System in dem sie leben müssen mit anderen Augen zu sehen. Durch den Kontakt zu deutschen Touristen, deutsches Fernsehen (Deutsche Welle) oder die Telefonate mit der Familie, die Verbindung zur Heimat reisst nie ab. Zwangsläufig verfolgt man dadurch die Entwicklung und die Ereignisse mit, die sich um die 13.000 km nord-westlich von hier zutragen. Und was ich sehe und höhre gefällt mir nicht!
Da ich ja nun den direkten Vergleich mit einer völlig anderen Kultur und deren Lebensweise habe ist es immer sehr verlockend über Sinn und Unsinn der bundesdeutschen Sicht der Dinge nachzudenke. Schon mal weil man ja selber in dieser pseudofreien Wohlstandgesellschaft gebohren und aufgewachsen ist. All die “guten und richtigen” deutschen Werte die man ja praktisch schon mit der Muttermilch eingesogen hat werden dann aber plötzlich von alleine in Frage gestellt. All die vorher, als ich noch in Deutschland gelebt habe, so lebensentscheidenen Dinge wie die Einhaltung der mannigfaltig auferlegten Verordnungen und Gesetze zur Besteuerung der Einnahmen oder die Wahl der richtigen Haftpflichtversicherung werden zur Farce. Man beginnt sich zu Fragen, ob denn die Deutschen mit ihren Glassplattenwohnzimmertischen und Grossbildfernsehern (aus denen sich der Durchschnittsbürger ja mittlerweile seinen gesamten Wissenschatz zieht) wirklich in einer so freien Welt lebt wie man immer glauben mag.
Ich bitte hier darum mir es nicht übel zunehmen aber ich mutmasse, das der Grossteil der bundesdeutschen Bevölkerung gar nicht weiss was Freiheit eigentlich ist weil sie sie immer nur in einem beschräkten Umfang erfahren haben. Was ist persönliche Freiheit? 30 Tage Urlaub im Jahr? Ein teures Auto? Oder der bizarre immer stärker werdende Trend der Menschen in Deutschland immer älter zu werden (Vitaminpreparate und anderer Kram wird gekauft wie noch nie, meiner Meinung nach sollten die Leute lieber mehr frisches Obst und Gemüse essen). Also man möge es mir nicht verübeln aber ich finde diese Entwicklung und die Wertvorstellungen die immer mehr vorherrschen wiederlich.
So, der Eine oder Andere wird jetzt vielleicht sagen, man der Typ da in Kambodscha hat den Megaknall im Kopf mit seinen Ansichten. Das ist inordnung so und diese Leute interessieren mich auch nicht weiter. Es wird aber auch bestimmt welche unter meinen Lesern geben, die nachdenken über meine Worte und vielleicht die Dinge ähnlich sehen wie ich. Diese Leute haben schon den ersten Schritt zur Freiheit unternommen, wenn auch erstmal nur in Gedanken.
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July 12th, 2007 admin
Wenn man in Kambodscha unterwegs ist fragt man sich zwangsläufig wo sind hier eigentlich die alten Menschen und wo kommen die ganzen jungen Menschen her die hier überall auf den Strassen unterwegs sind, in den Geschäften und Banken bedienen und auf den Märkten ihre Waren feilbieten. Nach meiner Schätzung sind ca. 70 - 80% der Leute hier zwichen 1 und 30 Jahre alt. Ich komme mir manchmal mit meinen 40 Lenzen wie ein alter Mann vor. Die Ursache dafür ist allerdings weniger erfreulich und hat mit der jüngsten Geschichte des Landes zu tun. Ich kann mich noch schwach daran erinnern, das ich als Kind ab und zu die Schreckensmeldungen über das Fernsehen aus dem damaligen Kambodscha mitbekommen habe. Die Roten Khmer haben ein wildes Gemetzel veranstaltet, wer ganz genaues über diese üblen Gesellen wissen will liest bitte hier nach. Hauptiniator war ein wahnsinniger, kommunistischer Diktator namens Pol Pot der ein grausames und blutiges Regime geführt hat. Er war der Sohn eines Bauern und später Lehrer an einer Privatschule in Phnom Penh. Als er in die Politk ging , war seine Plan aus Kambodscha ein kommunistischen Einheitsstaat zu machen. Auch im Nachbarland Vietnam vertrieben zu dieser Zeit gerade die ebenfalls kommunistischen Vietcong die amerikanischen Invasoren aus dem Land. In Kambodscha kam keine fremde Macht um den kommunistischen Wahnsinn von Mr. Pol Pot zu stoppen und die französischen Kolonialherren waren bereits vor all dem abgereist.
Nach dem Motto ein dummes Volk ist leichter zu regieren, fing Pol Pot an die gesammte Intelligenz des Landes grausam auszurotten. Lehrer, Professoren, Ärzte, Akademiker jeglicher Richtung und Menschen die Vermögen hatten sowiso standen auf seiner Abschlussliste. Der Rest der Bevölkerung wurde in unmenschlichen Zwangsarbeitseinsätzen dahingerafft. Und ob das nicht schon übel genug war, entbrannte auch noch ein blutiger Bürgerkrieg im Land. Ich bin kein Historiker und möchte euch auch mit all den Jahreszahlen und detaillierten Hintergrundinformationen nicht langweilen, wenn ihr mehr über diese schreckliche Zeit lesen möchtet klickt einfach auf die Links die ich hier überall in den Text eingefügt habe (Wikipedia weiss alles!). Zurück zum Thema, so kam es nun das innerhalb der Jahre wärend das Pol Pot Regime regierte Millionen von Menschen gefoltert und umgebracht wurden, darunter auch etliche Ausländer die damals hier zu tun hatten oder hier lebten. Es gibt noch zwei sehr interessante Gedenkstätten dieser schlimmen Zeit. Das eine sind die “Killing Fields” (es gibt einen Film zu diesen Thema mit dem selben Namen, Nick Nolte spielt die Hauptrolle) und das kambodschanische Todesgefängnis “S 21″ das man heute besichtigen kann wie in Deutschland die ehemaligen Konzentrationslager (und da dachten man immer die deutschen KZ Aufseher waren gut im Foltern, weit gefehlt). Auf Grund dieser damaligen Säuberungsaktionen ist eine komplette Generation nahezu ausgelöscht worden was dem Land bis heute unvorstellbaren Schaden zugefügt hat. Man hat prognostiziert, das Kambodscha noch weitere 40 Jahre brauchen wird ehe es wieder auf dem gleichen geistigen und wirtschaftlichen Niveau ist wie zum Beispiel Nachbarland Thailand, das ja niemals irgendwelche Probleme dieser Art hatte. Man muss sich vorstellen, das die wenigen überlebenden Bauern hier praktisch wieder von Null angefangen haben und eins ist klar ohne Investitionen aus dem Ausland läuft gar nichts.
Kurios ist, das noch immer Untersuchungen des internationalen Kriegsverbrechertribunals zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit ausstehen und das nach über 30 Jahren.
So, wie schon mal erwähnt ich bin kein Historiker und habe mich auch nicht intensiv mit dem kommunistischen Regime des Pol Pot befasst, hoffe aber den Kern der Sache in dieser kurzen Ausführung deutlich dargestellt zu haben. Wenn jemand irgendwelche geschichtlichen Fehler findet dann bitte schreibt mir hier einen kurzen Kommentar und ich werde es korrigieren.
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June 27th, 2007 admin
Hätte mich nicht ein freundlicher Leser an die Nacht bei BiBa erinnert, hätte ich das doch glatt vergessen, vielen Dank dafür.
Also erstmal wird man von ca. 5-6 localen Sicherheitsleuten, in dunkelblauer Eisatzuniform und mit Barret, empfangen. Der Empfang ist freundlich, es wird die Tür aufgehalten und sofort stehen drei bis sechs Figuren vom BiBa Servicepersonal am Start und lotzen uns, mit Taschenlampen bewaffnet, zu einem Tisch genau vor der Tanzfläche. Die Personenzahlen die ich hier Angebe sind ca. Werte, nicht weil ich etwa zu betrunken war um zu zählen, vielmehr weil ich hier in Kambodscha meine Probleme habe abzuschätzen wer hier zum Personal gehöhrt und wer nicht. Eigentlich stehen überall und ständig irgendwelche Leute rum. Zurück zu Biba, das ganze vermittelt erstmal den Eindruck einer Disco wie man sie gar nicht erwarten würde in dieser schaurig schönen Hafengegend. Es ist auch eine Disco, nur gibt es hier mehr Abwechslung als in einer deutschen Techno Disco, in diesem Laden herrscht irgendwie eine angenehm Skurrille Atmosphäre und ich kann behaupten, das ich diese Atmosphäre nur in ganz wenigen Läden erlebt habe und keiner war davon in Deutschland.
Das Personalrudel liess garnicht mehr von uns ab, bevor man sich umsehen kann bekommt man erstmal mehrere Menükarten unter die Nase gehalten. Da die Lautstärke der Musik dem üblichen Discolevel entspricht, klappt die Verständigung mit Fingerzeigen auf der Karte sehr gut. Die Menükarten sind mit grossen Farbfotos versehen, weil man ist ja clever im BiBa. Es gibt eine Karte mit Getränken, eine mit Speisen und eine mit Frauen ( diese Karte entspricht mehr einem Katalog)! Unentwegt kommen, wärend man sich noch mit Erstauenen und im Taschenlampenstrahl die Speisekarten ansieht, andere Rudel vom Personal und stellen kleine Schüsseln mit Knabberzeug, unreifen Mangoscheiben und anderen Köstlichkeiten auf den Tisch. Hier wird erstmal hingestellt und später gefragt ob du das überhaupt willst, amazing Asia. Die Technik dazu ist folgende, es wird vor dir hingestellt aber wenn du davon nichts isst dann musst du natürlich auch nichts bezahlen. Also keine Panik ist alles ganz einfach und in Süd-Ost-Asien üblich auch in Restaurents wenn es um kleinere Knabbereien geht. Wärend dieser ersten Minuten im Biba weicht das Personal keinen Zentimeter von unserer Seite.
Wir wollen nichts essen sondern uns die Anderen Leute in der Disco ansehen weil die sind bei weitem interessanter. Das sind nämlich die Mädels die auch in dem Katalog abgebildet sind. Nach unserer Getränkebestellung kam dann das nächste Angebot vom Service, für 1,- $ das Stück würden sich die Schönheiten unserer Wahl zu uns an den Tisch setzen. Wir nahmen dieses verlockende Angebot zur Kenntnis und liessen die Blicke durch den Raum schweifen. Es gibt eine Tanzfläche und eine kleine Bühne genau auf der Anderen Seite. Im 10 Minuten Takt wechselt sich eine Bizarre Live Teenieband mit Discomusik aus vergangenen Zeiten ab. Aber bitte nicht falsch verstehen, all das was ich hier beschreibe macht diese spezielle Atmosphäre aus die ich so geniesse! Die teenieband besteht aus 5 Teens die Probleme haben auf diesem kleinen Podest zu stehen und zu tanzen. Der tanzende Leadsänger, ich schätze ihn nicht älter als 18, hatte einen unglaublich langen Oberkörper und im Verhältnis dazu sehr kurze Beine. Das noch unterstützt von zerrissenen Jeans wo der Schritt in Kniehöhe hängt.
Soviel zur musikalischen Unterhaltung, eben asiatisch caotisch. Das gesamte Katalogmädchen Rudel war auf der Tanzfläche und wir haben einen guten Ausblick. Alles junge Vietnamesinnen und Kambodschanerinnen wie am Blue Mountain auch. Sollte man in die Verlegenheit kommen sich eine Dame auszusuche, geht der Service soweit, das es auch gleich Stundenzimmer im Haus gibt die für 15,- $ inclusive der Dame zu mieten sind. So, hier höhre ich jetzt auf über diese Nacht zuschreiben. Ich will die Frage mal offen lassen wie es weiterging.
Ausserdem ist es jetzt 23:32 bei mir und ich werde jetzt ins Bett gehen. Rechtschreibfehler bitte ich zu entschuldigen, ich werde diesen Text jetzt nicht gegenlesen bin zu müde.
Eins noch, sollten hier auch Kambodscha interessierte Damen zur Leserschaft gehören und sich vielleicht durch meine Schilderungen des Nachtlebens in Sihanoukville abgestossen fühlen, ist das in erster Linie ihre persönliche Sache und zum zweiten gehöhrt das inAsien dazu und wir wollen doch keine Bereiche des Lebens ausschliessen.
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June 25th, 2007 admin
Ich bin Sportsman, seit meinem sechsten Lebensjahr bin ich in Sportvereine gegangen und als das keinen Spass mehr gemacht hat ab ins Fitness-Studio, da war ich 20. Es kam mir daher sehr entgegen das es in Sihanoukville ein “Gym” (wie man in saloppen Englisch sagt) gibt. Ich hatte das schon bevor wir hier angekommen sind auf einem Touristenstadtplan gesehen. Am dritten Tag hier vor Ort war ich auch schon gleich da und habe mir das Studio angesehen. Ich war sehr positiv überrascht über das was ich da vorfand.
In einem sehr geräumigem kambodschanischen Stadthaus, gibt es über zwei Etagen so ziemlich alles was das Gewichthebers Herz begehrt. Maschinen, Laufbänder, Fahrräder und natürlich viele freie Gewichte mit den dazugehöhrigen Bänken. Alles sehr einfach aber Komplett und mit Herz und Verstand eingerichtet. Ich war begeistert!
Der Eigentümer Pierre und seine zur Zeit schwangere Lebenspartnerin sind zwei sehr freundliche und hilfsbereite Leute, Pierre hat obendrein auch noch eine Ausbildung in den Bereichen Fitness und Sport, die er natürlich in Frankreich gemacht hat. Bei einer netten Plauderei unter Sportlern erzählte er mir dann, das er die Ausstattung für sein Studio in monatelanger Arbeit und Organisation teilweise aus Kambodscha, Vietnam, China und Thailand zusammengekauft hat. Niemals hat er alles zusammen an einem Ort erstehen können und das es teilweise recht problematisch und teuer gewesen ist alles nach Kambodscha über die Grenzen zu bekommen. Da kann ich nur sage, meine Anerkennung hat Pierre auf jeden Fall, ich weiss was es bedeutet in Süd-Ost-Asien als Ausländer ein Geschäft aufzubauen.
Das Gym wird mehr von einer Handvoll hierlebender Ausländer aller Nationalitäten besucht als von Kambodschanern aber auch die kommen ab und an vorbei um eine Hantel zu schwingen auch wenn sie kleiner ist. Sogar weisse Frauen aus Europa, die natürlich auch hier leben, gehen zu Pierre ihre Figur trimmen. Alles in allem eine sehr gemütliche Fitnessrunde in einer angenehmen Umgebung wo das Trainieren Spass macht und alles für 23,- $ Monatsbeitrag, Handtuch und Wasser inclusive! Da kann man nicht meckern.
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June 24th, 2007 admin
Eine andere Überraschung war für mich gewesen, das man in Sihanoukville an jeder Ecke frische Baguette Brote kaufen kann owohl mir bekannt ist, das Kambodscha damals von den Franzosen Kolonialisiert wurde. Genauso wie ich damals überrascht war als ich feststellen musste, das Thailand kein Teetrinker Land ist. Wahrscheinlich liegt das daran, das ich immer überall eher schlecht vorbereitet ankomme. Ich habe mir angewöhnt erst vor Ort meine Informationen zu sammeln, so komt man gleich besser mit der lokalen Bevölkerung in Kontakt. Also kurz gesagt ich habe noch nie einen Reiseführer besessen und gehöhre auch nicht zu den Leuten die schon immer alles wissen über den Ort wo sie hingehen. Ich würde dann gar nicht mehr dahinfahren sondern nur noch im Reiseführer lesen, ist auch viel bequemer zuhause im Sessel.
Zurück zu den Baguettes in Kambodscha. Hier am zentralen Makt von Sihanoukville mitten in Downtown (zu deutsch: Innerstadt) gibt es an jeder Ecke kleine Verkaufswagen oder auch kleine Fressbuden wo es ein ausgezeichnetes mit Pastete belegtes Baguette gibt. Natürlich ist das frische Baguette nicht nur einer sehr leckeren Pastete belegt sondern auch noch von innen mit verschiedenen Pasten bestrichen. Woraus diese Pasten gemacht sind habe ich noch nicht erfragt aber das Ganze mit einem Krautsalat serviert ist eine sehr köstliche Angelegenheit. Das ganze gibt es natürlich auch zum mitnehmen (das belegte Baguette hat man mir mal in ein amtlich aussehendes Formular eingewickelt mit gegeben). Für diesen Imbiss zahlt man hier um die 0,30 €.
Der Besuch in einem kleinen, namenlosen Restaurent am Markt, in dem eben diese leckeren Baguettes verkauft werden, hat sich bei uns mitlerweile zur Routine entwickelt und guten süd-ost-asiatischen Kaffe gibt es dort auch.
Hier das Baguette und Kaffe Restaurent am Markt von Sihanoukville

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June 21st, 2007 admin
Ich werde jetzt mal da anknüpfen wo ich aufgehöhrt habe als meine beiden Kumpels hier waren und wir uns den zweiten Abend ins Nachtleben von Sihanoukville stürzen. Dieses Mal haben wir uns die, für meinen Geschmack, beste Pizza in dieser Stadt gegönnt. Die gibt es in einem kleinen, dunklen Restaurant auf dem Victory Hill. Der Laden heisst “La Trattoria” und wird von einem sehr freundlichen, älteren Pärchen betrieben. Er ist Franzose und macht die Pizzen selber und sie ist eine Kambodschanerin die ein sehr witziges Englisch spricht.
Danach wurde ich von den beiden Freunden per Mototaxi runter zum Hafen (Anmerkung: Sihanoukville Port ist der einzige Tiefseehafen im ganzen Golf von Siam, was bedeutet das dieser Hafen sehr stark von grossen Containerschiffen frequentiert ist) gelotzt. Dort befindet sich nach Blue Mountain das zweite Revier für unbeschwerte Abendstunden in der Stadt. Bereits vorher ist mir aus dunklen Kanälen zugetragen worden, das diese Ecke kein Platz für Kaffefahrturlauber ist und man entsprechend vorsichtig sein soll. Endlich wird es interessant! Nach einer 1,- $ fahrt erreichten wir die Hafengegend und vor uns tat sich eine finster, sandige Piste auf, auf der ein paar Kühe dahin trotteten. Erleuchtet wurde die scenerie eher spärlich vom kalten Licht der Hafenanlage. Links schlängelt sich die Mauer vom Containerhafen
und rechts bietet sich dem interessierten Betrachter ein scene wie in einer Goldgräberstadt zur Zeit der Pioniere. Die Sandpiste runter, reihen sich Bretterbaracken und Verschläge, vielleicht auch mal was gemauertes dazwichen, und davor stehen die Nutten und jubeln jedem zu der vorbeikommt.
Ganz am Ende der Piste kann man dann ein helles Licht sehen auf der rechten Seite ist “Biba”. Da sind wir rein!
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June 19th, 2007 admin
Heute habe ich um 08:00 Uhr vor dem Computer gesessen und mein Tagewerk begonnen. Um 10:00 Uhr Frühstück, danach die Familie rauf aufs Mofa und zur Bank, wo ich mir vor ca. einer Woche ein Konto eingerichtet habe (geht übrigens nur gegen Vorlage eines Buisness Jahresvisas), um mir die EC-Karte abzuhohlen, schnell noch Geld gezogen und dann zum Postamt. Wir haben meinen Eltern eine CD gebrannt mit über hundert photos drauf und die habe ich schon vor einer Woche versprochen gehabt. Also die CD eingetütet, beschriftet und abgegeben. Da ich schon mal auf der Post war habe ich mir auch gleich, für 20,- $ Jahresgebühr, ein Postfach gemietet. Jedem Ausländer der hier lebt und auch postalisch erreichbar sein möchte ist zu empfehlen sich ein Postfach zu nehmen da eine Briefzustellung nahezu unmöglich ist. Jedenfalls hier in Sihanoukville gibt es für kleinere Strassen weder Namen noch Hausnummern.
Hier noch ein schönes Bild zum Thema Big Buisness, gesehen nähe Ocheteaul Beach.

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