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Die Kambodschaner und ihre Vergangenheit

Pol Pot im Wald bei der Beratung mit Komplizen
(Bildquelle: Top 10 Men with the Most Wicked Minds)
Das aufarbeiten der Geschichte, was bei euch in Deutschland zur Allgemeinverwirrung dazugehöhrt ist hier bei der allgemeinen kambodschanischen Bevölkerung gänzlich unbekannt. Obwohl die Schreckesherrschaft der Roten Khmer noch nicht ganz so lange zurück liegt (1975-1979) wie die des Führers und seiner Mannen (1936-1945) haben die Leute hier überhaupt keine Lust über die Geschehnisse aus dieser Zeit zu sprechen. Es war einfach absoluter Mist der da gebaut wurde darüber ist man sich einig und damit gut.
Es bringt auch nichts wenn Informationsdurstige Touristen die durchweg sehr junge kambodschanische Bevölkerung mit ihren Fragen durchlöschern. Diese Menschen haben davon absolut nichts mitbekommen, nichts darüber in der Schule (sofern sie da überhaupt waren) gelernt und auch ihre Eltern haben ihnen nichts darüber erzählt. Man schweigt darüber hinweg, das Kapitel ist für die allermeisten hier abgeschlossen.
Ob sich das nocheinmal ändert vermag niemand zu sagen und ob es unbedingt notwendig ist, nur weil man in Deutschland mit der niemals endenden Geschichte so verfährt, bleibt auch ersteinmal offen. Was ich aber mit Bestimmtheit sagen kann, ist das es hier in Kambodscha keine jugendlichen Gruppierungen gibt, die Biersaufend und “Heil Pol Pot” brüllend, auf der Strasse Ausländer zusammenschlagen.
Der Reisetip für Kambodschabesucher
Bitte, nervt die Leute hier nicht mit euren Fragen zur Pol Pot Ära und was denn da damals nun eigentlich genau gewesen ist. Die Menschen hier wollen darüber nicht mit euch sprechen, es sei denn ihr trefft eine der wenigen Personen die von sich aus dazu bereit sind. Besucht die Gedenkstätten wie die “Killing Fields” oder das “S-21” Gefängnis und informiert euch dort.
Zu beachten bei der Zusammenarbeit mit Kambodschanern

Kambodschanische Arbeiter auf einem Wagen in Siam Reap
(Bildquelle: TravelPod)
Ihr wollt wissen wie es hier im wilden Kambodschistan funktioniert und Don Kong schreibt euch wie es ist ohne Schnörkel und Auffangnetz. Ihr wisst ja die Artenschützer oder Leute die alles in den falschen Hals bekommen sind überall vertreten und darum will ich meinen kleinen Beitrag kurz einleiten. Es liegt mir fern in den folgenden Sätzen irgend jemanden zu diskriminieren, alles geschriebene beruht auf realen, persönlichen Erfahrungen aus dem Umgang mit den Menschen hier.
In den allermeisten Fällen wird die Situation die sein, das die Kambodschanerin oder der Kambodschaner als Angestellte beim weissen Mann arbeiten und gehen wir einmal davon aus, das die kambodschanischen Mitarbeiter ein gewisses Basisenglisch sprechen, damit ihr überhaupt miteinander komunizieren könnt. Um sich nun vor Ärger und unnötige Kosten zu schützen gibt es ein paar Kleinigkeiten zu beachten. Zu allererst, setzt bei euren neuen Mitarbeitern kein selbstständiges Denken vorraus und geht auf keinen Fall davon aus, das logische Abläufe erkannt werden und danach gehandelt wird auch wenn sie für uns noch so einfach erscheinen.
Dinge die bei den meisten Menschen aus westlichen Kulturkreisen als logischer Automatismus ablaufen muss den Leuten hier im Detail erklärt werden. Gebt niemals mehrere Arbeitsanweisungen auf einmal, immer nur eins nach dem anderen und natürlich nur nach persönlicher Kontrolle der gerade erledigten Tätigkeit. Erläutert diese einzelnen Arbeitsschritte bis ins kleinste Detail und haltet es dabei in einfachen Worten. Am besten ihr macht auch die noch so simpelste Aufgabe ersteinmal vor und bleibt dann daneben stehen um zu kontrollieren ob alles richtig erledigt wird. Ich rede hier nicht von Dingen die die Raketenwissenschaft angehen, nein hier sind z. B. Tätigkeiten wie das Aufwischen eines Fussbodens gemeint.
Aber Vorsicht, nicht falsch verstehen, es gibt hier auch Menschen die dieser Beschreibung keineswegs entsprechen, Leute wie du und ich mit Allgemeinbildung, gewisser Lebenserfahrung und dem Antrieb etwas auf die Beine stellen zu wollen. Ich persönlich kenne einige davon, z. B. unseren Elektriker oder auch diverse kambodschanische Geschäftsleute die mit mir im selben Gym trainieren. Nur diese Leute werden im Normalfall niemals Angestellte von weissen Ausländern sein.
Ihr werdet merken, es ist viel Geduld und starke Nerven angesagt und darum rate ich euch, solltet ihr zu den Glücklichen gehöhren und eine gute und zuverlässige Mitarbeiterin oder Mitarbeiter gefunden zu haben dann schafft dieser Person ein möglichst angenehmes Arbeitsklima weil ihr da wahrscheinlich die Nadel im Heuhaufen gefunden habt.
Mein zweites Treffen mit indischen Missionar in Sihanoukville
Das letzte mal habe ich über die grosse Ansammlung von diversen christlichen, ausländischen Missionen in Sihanoukville berichtet und ganz speziell über einen Inder der hier so eine karitative Mission leitet.
Der Mann heisst Jonah Ahma, er ist ein Reverent und Direktor der “Samaritan Love Mission” Sihanoukville, Kambodscha. Wenn ihr öfters in meinem Blog lest dann wisst ihr, das ich gerne interessante Menschen kennenlerne und hier haben wir so eine Person.
Schon bei unserem ersten Treffen haben ich ihm aus einer Laune herraus zugesagt, das ich ihm eine Webseite bzw. einen Blog einrichten werde auf dem er dann seinen heilige Mission in die unendlichen Weiten des Internet hinaustragen kann. Weiss auch nicht warum ich das zugesagt habe aber es zeigt mir wieder das ich irgenwo doch ein gutes Herz habe (genug des Eigenlobs).
Heute haben wir uns nun wieder zum Lunch verabredet und ich habe wieder einigen Geschichten aus seinem Leben gelauscht. Das das ein interresanter Mensch ist steht ausser Frage, auch wenn er dem mir völlig suspektem Christentum anhängt oder vielleicht gerade deshalb. Dem einen oder anderen mag mein Lebenswandel vielleicht abenteuerlich erscheinen aber wenn man diesem Manne lauscht erscheint mein 10 jähriger südost Asien Aufenthalt wie eine Pauschalreise von Neckermann.
Er lebt jetzt seit 9 Jahren in Kambodscha und die meiste Zeit davon in Sihanoukville, er lehrt selber English und leitet eine Schule mit ca. 200 Schülern. Ein Teil dieser Schüler sind Kinder aus einem kleinen sehr armen Dorf im Umland von Sihanoukville die er jeden Morgen mit einem eigens dafür angeschafften Schulbus abhohlen lässt und nach dem Unterricht nachhause bringen lässt. Das alles ist kostenlos für die Familien weil sie eh kein Geld haben. In ihrem Dorf existiert keine Schule und auf einer mageren Kuh können die Kinder die 40 km bis Sihanoukville ja auch nicht zurücklegen.
Neben dem Versuch den armen kambodschanischen Kindern etwas Bildung beizubringen, leistet er noch medizinische Grundversorgung für diejenigen die es am nötigsten haben und füttert unzählige kleine und mittelgrosse, zerlumpte Lümmel mit durch, von denen einer der ersten es in all den Jahren bis auf die Universität gebracht hat. Es gibt da noch einiges mehr was er hier auf die Beine gestellt hat aber das könnt ihr dann selber in seinem zukünftigen Blog nachlesen, den ich euch dann hier vorstellen werden wenn er fertig ist.
Und wie sollte es anders sein, das alles finanziert er ausschliesslich durch Spendengelder, nach denen er hinterher ist wie der Teufel hinter der Seele (ein bischen Spass muss sein). Da Jonah kein blöder, sonder ein studierter Mann ist hat er ein weltumspannendes Netzwerk von Spendern aufgebaut welches seine Unternehmungen hier in kambodscha finanziert.
Hut ab Herr Reverent, das könnte ich nicht, dafür bin ich zu egoistisch. Und da wir gerade dabei sind, habe ich mir natürlich auch einen kleinen Vorteil aus dieser Verbindung herrausgeschlagen. In diesem Falle kommt er uns allen zu gute, weil mir Bruder Jonah Zugang zu seinem einmaligem Fotoarchiv gewährt hat. Das sind hunderte von teilweise erstklassigen Fotografien mit Motiven und Menschen aus Gegenden in Kambodscha in denen man noch nie einen weissen Menschen gesehen hat. Zu vielen dieser Bilder kann Jonah eine spannende Geschichte erzählen von Abenteuern die ihr da in der westlichen, zivilisierten Welt nicht einmal im Fernsehen seht. Zum Beispiel von einem kranken Kind in einem unzugänglichen Dorf, wo auschliesslich ehemalige Rote Khmer Soldaten mit ihren Familen leben. Das Kind wurde bei seinem Eintreffen dort von der Mutter zu ihm gebracht, als er sich das Kind, das auf einem Holztisch lag ansah ist es ihm unter der Hand weggestorben, da hat er fürchterliche Angst bekommen weil er erwartet hat das man ihn nun dafür verantwortlich machen würde. Also hat er wie ein Verrückter versucht das Kind wiederzubelebn und hat es auch geschafft. Das Kind ist zu sich gekommen und hat seine Mutter gefragt ob es nun endlich die Medizin bekommen würde. Man muss ich das mal vorstellen was für eine Situation.
So, nun genug von den Missionaren hier in Sihanoukville. Ich werde mich schleunigst dranmachen und mir die besten Bilder aus seinem Archiv aussuchen und sie dann hier in den Leben in Kambodscha Blog für euch posten. Also bleibt am Ball!
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Sihanoukville die Stadt der christlichen Missionen
Wusstet ihr, das Sihanoukville und wahrscheinlich auch Phnom Penh ein Tummelplatz für christliche Sekten der unglaublichsten Konstellationen ist? Hier sind chinesische, indische, koreanische und u.s. amerikanische Christen in Gruppen,- oder in Einzelmissionen unterwegs die den Leuten hier irgendwie ihren Glauben aufschwatzen wollen. Alles geschiet selbstverständlich im Auftrag des Herren. Nein, ganz so eingennützig sind sie dann auch wieder nicht, jeder dieser tapferen Streiter ist ersteinmal aus karitativen Beweggründen hier und ganz nebenbei wird dann eben die Bibel mit eingeschoben. Das Prinzip ist einfach und von der Kirche über Jahrhunderte zur Perfektion gebracht worden. Der einfach strukturierte, gemeine Kambodschaner freut sich über jede Hilfe die er bekommen kann, was er aber nicht ahnt ist das, wenn er die Hilfe solcher mystiriöser Gruppen annimmt auch gleich in ihre religöse Weltanschauung eintritt. Asiaten sind sehr leicht zu manipulierende Menschen und daher ein gefundenes Fressen für christliche Missionare. Das der grösste Teil dieser scheinheiligen aus anderen asiatischen Ländern kommt gab mir dann doch zu denken.
Auslöser warum ich mich dazu entschlossen haben eine kurze Notiz zu diesem Thema für euch in meinem Blog zu hinterlassen war die Verabredung zum Lunch mit einem Missionar aus Indien vor zwei Tagen.
Wir haben uns im Reisebüro vor einer Woche kennengelernt, er viel mir auf weil ihn offenbar alle dort kannten und er jeden mit Bruder angesprochen hat. Da ich aber ganz genau weiss, das der Engländer hinter dem Schreibtisch, dem der Laden gehöhrt, keinen dunkelhäutigen, indischen Bruder hat wurde ich hellhöhrig. Er setzte sich auch prompt auf den Stuhl neben mich. Mein Sohn spricht grundsätzlich jeden an der ihn irgenwie interessiert und da er in der Lage ist in Sekunden innerhalb mehrerer Sprachen hin und her zu springen ist er meist auch ein unterhaltsamer Smalltalker für die Erwachsenen. Die Verbindung war geschaffen und dauerte nicht lange und der Inder und ich waren im Gespräch. Er ist übrigens von der “Samaritan Love Mission” und seit 9 Jahren in Sihanoukville, ein Mann der ersten Stunde. Da ich noch nie mit einem Missionar und schon garnicht mit einem so exotischen zu tun hatte habe ich mich mit ihm zum Lunch verabredet. Ich kann nur sagen ich war sehr postiv überrascht, was das für ein feiner Mensch ist. Meine ganz persönliche, schonunglose Einstellung zur Kirche und zum Christentum allgemein hat er gut weggesteckt und ich glaube sogar soetwas wie Verständnis in seinen Augen gesehen zu habe. “Vielleicht eigene ich mich ja zum Sektenführer, muss ich mal drüber nachdenken.”
Es wird jedenfalls nicht das letzte mal gewesen sein, das ich mich mit ihm treffe. Persönliche Kontakte und Gespräche mit besonderen Menschen, die besonderes tun und auch ein besonderes Leben führen und sei es ein indischer Missionar einer mir völlig unbekannten, christliche Sekte sind für mich immer eine Bereicherung.
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R TV Koh Kong in Kambodscha
Ich habe heute bei einem Abendessen im Bavarian Restaurant einen sehr interessanten Typen kennengelernt. Ein deutscher, der in Koh Kong eine kleinen, lokalen Fersehsender betreibt, der Sender heisst R TV KOH KONG. Ich kenne Koh Kong von einigen Kurztrips her und halte es eher für ein Grenznest wo sich die Füchse guten Nacht sagen aber das es dort einen lokalen Fernsehsender gibt, der auch noch von einem Deutschen betrieben wird, ist bemerkenswert. Deutscher Unternehmergeist im kambodschanisch / thailändischen Grenzland.
Wärend ich mein Wiener Schnitzel mit Pommes gegessen habe erzählte mir Roni, das er drei Kanäle anbietet:
- 1 English Movie Channel
- 1 German Movie Channel
- 1 Misic Channel
Zusätzlich legt er noch den Koh Kong Visitors Guide auf, eine kostenlose kleine Broschüre mit Tips und Hinweisen zu Koh Kong und Umgebung. Und eine Webseite betreibt er auch noch, die ihr hier besuchen könnt Koh Kong Travel Info and Advertising (in englischer Sprache).
Koh Kong scheint sich für den Tourismus zu rüsten, wie Roni mir erzählt hat kann man dort jetzt auch Tunfisch in Dosen und Frühstücksfleisch kaufen und sogar Milch. Ein Zustand der noch vor 2 Jahren undenkbar gewesen wäre. Der Tourismus hat aber schon vor etlichen Jahren zuvor in Koh Kong Einzug gehalten. Die nähe (16 km) zum Grenzübergang Cham Yeam (auf thailändischer Seite heisst es Klong Yai) führt schon seit eh und je Rucksacktouristen auf ihrer Route von Koh Chang in Thailand nach Sihanoukville durch Koh Kong. Doch das ist bei weitem nicht der einzige Tourismus den man dort vorfindet, es gibt noch eine andere wesentlich lukrativere Art von Touristen. Wie überall in Kambodscha stehen gleich nach den Grenzübergängen nach von Thailand nach Kambodscha Hotels der gehobenen Klasse mit integrierten Spielcasinos. Asiaten sind zum grössten Teil Spieler und da in Thailand das Glücksspiel verboten ist sind die Hotels und Casinos an den Wochenenden proppenvoll mit wohlhabenden und reichen Thais. Das dürfte bei weitem mehr in die kasse spielen als der durchreisende Rucksacktourist, der am liebsten in der Hängematte schläft und einen Fried Rice isst. Ob das Glüchsspiel Geschäft in Koh Kong auch in den Händen von ehemaligen Roten Khmer Schergen ist kann man nur vermuten, siehe dazu meinen Beitrag: Pailin in Kambodscha die Provinz der Massenmörder
Solltet ihr also Koh Kong in eurem nächsten Kambodscha Urlaub einplanen, braucht ihr keine Bedenken wegen standesgemässer Unterbringung haben. Das Preisleistungverhältnis fand ich zur damaligen Zeit durchaus angemessen.
Roni hat hier in Sihanoukville einiges zu erledigen gehabt vor allem aber wollte er sich hier noch eine stärkere Brille machen lassen bevor er wieder zurück fährt weil ein Optiker gibt es in Koh Kong noch nicht.



