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Die Auswandererfamilie steht an der Startlinie

Unsere Kambodschaauswanderer sind gestern, in Begleitung des Filmreif TV Teams, von ihrem Ausgangsort, in irgendeinem Tal in Österreich, nach München in Deutschland aufgebrochen. Wie mich der Filmteamleiter unterrichtet hat, sind die ersten Scenen bereits im Kasten.

Morgen, am Donnerstag, werden sie dann in München den Flieger nach Bangkok besteigen und dort dann einen Weiterflug nach Phnom Penh in Kambodscha nehmen. Weil sie mir nicht genau sagen konnten wann sie in Phnom Penh ankommen werden hatte ich vorsichtshalber empfohlen eine Nacht dort in einem Hotel zu verbringen und dann am nächsten Morgen ein Taxi nach Sihanoukville zu nehmen.

Die Taxifahrer direkt am Flughafen rufen für die Fahrt nach Sihanoukville ein Vermögen auf, da können sie sich besser, ganz bequem, ein Taxi an der Hotelrezeption für den nächsten Morgen bestellen welches dann so um die 45,- $ kosten dürfte.

Irgendwann wenn sie in Phnom Penh angekommen sind wird man mich wohl anrufen und mir genauere Informationen über die Ankunftszeit in Sihanoukville geben.

Die Uhr tickt für die deutsche Auswandererfamilie!

Noch 2 oder 3 Tage

und es fängt für diese mutigen Leute ein neues Leben an. Wie werden ihre ersten Eindrücke sein? Hier gehts demnächst weiter!

2 Tage Einkaufstour in Phnom Penh

Letzte Woche trat meine Frau mit dem Wunsch an mich herran für ein Paar Tage nach Phnom Penh zum Einkaufen zu fahren. Die Zeit wäre günstig weil unser Sohn gerade 2 Wochen Ferien hat und sowiso würde wir dieses und jenes brauchen was es hier in Sihanoukville alles nicht gibt. Da hat sie natürlich recht, das Warenangebot in Sihanoukville ist immernoch recht eingeschränkt, z. B. vernünftige Kinderkleidung oder Damenschuhe oder auch nur Hemden in meiner Grösse (XL) zu bekommen stellt sich oft als problematisch dar. Also sind wir am Montag morgen um 09:00 mit dem Reisebus nach Phnom Penh aufgebrochen.

Bevor es losging wurde ich ersteinmal noch von meiner Frau angemeckert weil ich Busfahrscheine von einer Linie gekauft hatte von der sie noch nie etwas gehöhrt hatte, was ich mir dann auf der Fahrt selber auch noch ein paarmal anhöhren musst. Die Sitze sind zu klein, der Bus fährt zu langsam und zu allem Übel sass direkt neben ihr auch noch eine ältere Kambodschanerin mit einem Baby auf dem Arm, die ständig in eine Plastiktüte spuckte und dann anfing mit einer dunkelbraunen, übel riechenden Tintur und einem Wattestäbchen ihre verfaulten Zähne zu behandeln.

Nach 5 Stunden hatten wir es dann aber geschafft und haben uns noch vor dem Busbahnhof einfach irgendwo in der Innenstadt absetzen lassen. Von einem Tuk Tuk haben wir uns dann zum Angkor Bright Guest House, welches meiner Frau von einem ihrer Bekannten empfohlen wurde, fahren lassen. Der Vorteil dieser Herrberge ist, das sie direkt am Sorja Shopping Center liegt und auch alle anderen Möglichkeiten wo man sein Geld ausgeben kann sind direkt zu fuss zu erreichen. Das Hotel selber ist nichts besonderes, wir hatten ein 3 Bettzimmer für 20,- $ die Nacht mit Ausblick auf ein Gebäude (siehe Foto) was so aussieht wie die damaligen russischen Kasernen in der ehemaligen Ostzone.

Outlook | Aussicht

Im Hotelzimmer hatte ich gerade den Fernseher angeschaltet und es mir auf dem Bett bequem gemacht, da gab meine Frau das Kommando zum Aufbruch an die Einkaufsfront. Der Rest des Tages verlief wie ich es befürchtet hatte, raus aus dem Hotel und rein ins Sorja Shopping Center. Verkaufsstände, Sonderangebote, Geschäfte und Wühltische, die allermeisten Leser werden es kennen und ich erspare mir eine ausfürlichere Beschreibung des Zenarios. Der Stimmungspegel stieg an als meine Frau merkte, das sie keine Hosen in ihrer Grösse fand und mein Sohn zur selben Zeit endlich seinen Roller und die neuen Spiele für sein Sony PSP kaufen wollte. Ich bin dann vorsichtshalber nach draussen vor die Eingangstür gegangen und habe eine Zigarettenpause eingelegt bevor ich in dieser Situation etwas falsches sage und in die Schusslinie meiner aufgeregten Frau gerate.

Am Abend dann wieder ein Tuk Tuk und für 2,- $ zur River Side wo wir in einem netten, kleinen italienischen Restaurant zu abend gegessen haben. Danach zurück ins Hotel und ab auf die Matte um endlich die müden Glieder und strapazierten Nerven zu erhohlen. Der nächste Tage verlief beinahe ähnlich nur das sich die Frequenz wo ich die vollen Tüten vom Einkaufscentrum ins Hotelzimmer bringen musst erhöhte und wir noch zum Central Market gefahren sind. Zwichendurch fand ich sogar etwas Zeit meine eigenen Besorgungen zu tätigen. Bei einer Fahrt mit dem Tuk Tuk sind mir dann diese Strassenbarbiere ins Auge gesprungen.

Street Barbers | Strassenfriseure in Phnom Penh

Im Angkor Bright Guest House habe ich an der Rezeption gleich schon mal Busfahrscheine für die Rückfahrt nach Sihanoukville gekauft. Leider wieder nicht von der favorisierten Buslinie meiner Frau weil Mekong Tours hatten die garnicht im Angebot. Dafür hat mir die nette, junge Dame an der Rezeption Kampuchea Angkor Express Co., LTD ans Herz gelegt. Die würden den gleichen Standart und Service wie Mekong Tours bieten hiess es da. Alles klar, 6,- $ pro Person, das Mädel wird ja wissen was sie da von sich gibt dachte ich mir.

Am Tag der Rückfahrt nach Sihanoukville hat man uns und unsere Einkaufstüten dann pünktlich um 08:30 Uhr mit einem Minibus vom Hotel abgeholt und zum Haltepunkt des Reisebusses gebracht. Der Bus war schon einigermassen gefüllt und es wurde auch noch voller. Was jedoch auffiehl war, das es für einen klimatisierten Bus ziemlich heiss darin war. Ich machte mir darum weiterhin keine Gedanken weil ich dachte die haben halt vergessen die Klimaanlage einzuschalten, hier nichts ungewöhnliches. Wir alle wurden jedoch eines besseren belehrt als der Bus schon einige Minuten gefahren ist und immernoch keine kühlende Klimaanlage zu spüren war. Langsam stieg in mir eine Ahnung hoch und als ich dann den Heini, der die Fahrscheine kontrolliert hatte, ansprach warum es hier so elendig heiss im Bus ist, wurde die Ahnung Gewissheit. Mit einem blöden Grinsen der Verlegenheit im Gesicht sagte er nur “air broke”, was soviel bedeutet wie “die Klimaanlage ist kaputt”.

Nach einer halben Stunde im Schrittempo auf Phnom Penhs Ausfahrtstrasse nach Sihanoukville lief mir das Wasser, im wahrsten Sinne des Wortes, den Arsch runter. So ging es dann 4 1/2 Stunden weiter und ich habe noch das erneute gemecker und gezeter meiner Frau, die genau hinter mir sass, im Ohr. Am frühen Nachmittag erreichten wir durchweicht vom eigenen Schweiss endlich Sihanoukville und ich glaube, das meine Frau in der nächsten Zeit von solchen gemeinsamen Einkaufstouren absehen wird, worüber ich ihr nicht böse bin.

Schliessungen von Nachtclubs und Massagesalons halten an

Ich hatte bereits darüber berichtet, das man nun in Sihanoukville eine Sperrstunde eingeführt hat und das einige Bordelle von der Polizei geschlossen wurden. Diese Aktion beschränkt sich nicht nur auf Sihanoukville sondern ist eine landesweite Kampagne die am 19.03.2010 von Premierminister Hun Sen in einer Rede persönlich eingeleitet wurde.

Bei den Schliessungen hat man es hauptsächlich auf Karaoke Bars, Nachtclubs und Massagesalons abgesehen die keine Geschäftslizens besitzen und/oder die auch in Kambodscha gesetzlich verbotene Prostitution fördern.

Im Grunde alles nachvollziehbar nur jetzt stellt sich die Frage was die Nutten nun eigentlich machen sollen? Die Prostitution ist ein nicht unerheblicher Geschäftszweig, der zahlreichen Familien hier das Überleben sichert. Dieses und viele andere Probleme entstehen wenn Entscheidungen offensichtlich spontan und ohne jede Vorraussicht getroffen werden. Wie auch immer, von nun an wird sich der Sextourist aber auch der geneigte Kambodschaner sein käufliches Vergnügen ersteinmal auf der Strasse suchen müssen.

Zeitungsberichte aus der Phnom Penh Post zum Thema (in englischer Sprache):
16.03.2010 – Vice crackdown raises concerns
22.03.2010 – PM warns officials of vice sweep exposure

Fleischstand auf einem Markt in Phnom Penh

4311514344 58eced0dee Fleischstand auf einem Markt in Phnom Penh

Meat Market | Fleischmarkt, ursprünglich hochgeladen von Don Kong (KH)

Von wegen in den nächsten Supermarkt an die Fleischtheke und schnell die Schnitzel fürs Abendessen eingekauft. Hier in südost Asien ist das etwas anders, hier kauft man für gewöhnlich seine Lebensmittel auf dem Markt. Zum Beispiel bei diesen Frauen, die Schweinefleisch auf einem Markt in Phnom Penh anbieten. Man darf nicht zimperlich sein denn wenn das Fleisch gebraten oder gegrillt wird überlebt das sowiso keine Bakterie.

Was würden wohl die Herren vom deutschen Gewerbeaufsichtsamt sagen wenn sie das sehen würden, ans Gesundheitsamt wollen wir lieber garnicht denken?

Hübsche Mädels in Phnom Penh

4310156667 23d900183f Hübsche Mädels in Phnom Penh

Hübsche Mädels | Pretty Girls, ursprünglich hochgeladen von Don Kong (KH)

Zwei hübsche Mädels, gesehen und fotografiert in Phnom Penh.

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