Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Der Wahnsinn unter Auswanderern nimmt kein Ende

Donnerwetter, pünktlich zum Höhepunkt des Totenfestes gibt es in Sihanoukville ein paar deutsche Auswanderer die das ganze ein bischen zu wörtlich nehmen. Während der eine so intensiv dabei ist den Sprung in die ewigen Jagdgründe mit hochprozentigem Alkohol vorzubereiten, das die Haut schon völlig gelb schimmert und es mich nicht wundern würde wenn er auch in kürze Leberstückchen kotzen würde (entschuldigt bitte meine etwas rustikale Ausdrucksweise), ist der andere, der eh nur noch wie ein Untoter durch die Gegend schleicht, gerade beim 2. Versuch dabei sich das Leben mit starken Schlaftabletten zu nehmen. So wurde es jedenfalls vor kurzem von einer jungen, kambodschanischen Nutte (die wohl auch der Selbstmordgrund ist) in den Gastraum eines Restaurants hineingeschrien. Da möge der eine oder andere jetzt denken, das sind ja Zustände wie im alten Rom und recht hat er.

Diese aktuellen Fälle sind leider keine Einzelfälle unter deutschen, männlichen Auswanderern und treten nicht nur in Kambodscha auf sondern in ganz Südostasien. In machen Ecken mag es ruhiger und gesitteter zugehen aber hier in Sihanoukville ist z. Zt. der Teufel los. In den fast 12 Jahren die ich nun schon hier in Südostasien lebe sind bereits bei weitem mehr mir bekannte, weisse Menschen gestorben als wie in der ganzen Zeit in der ich noch in Deutschland gelebt habe und die war immerhin mehr als doppelt so lang. Bemerkenswert daran ist, das fast ausnahmslos keiner davon gestorben ist weil er das dafür entsprechende Alter erreicht hat.

Und wiedereinmal bestätigt sich, das speziell Männer die Charakterlich nicht gefestigt sind besser nicht auf Dauer nach Südostasien kommen sollten. Es ist nicht jeder dafür gemacht hier zu leben. Das Leben hier ist ohne Netz und doppelten Boden und birgt Gefahren denen nicht jeder gewachsen ist. Eine davon sind die berühmt, berüchtigten Bargirls und eine andere viel tödlichere ist der Alkohol. Beide Gefahren wirken direkt auf das männliche Gehirn ein. Während bei manchen das Gehirn komplett in die Hose rutscht und auch nicht wieder rauskommt, weicht sich das Hirn bei anderen einfach auf, einhergehend mit dem Zersetzungsprozess der nur noch eingeschränkt funktionsfähigen Leber.

In diesem Sinne, weiterhin ein fröhliches Pchum Ben.

Nachtrag: Einer unbestätigten Meldung aus dunklen Quellen nach soll der Spanier der die “Paco” Kneipe gemacht hat vor ein paar Tagen an einer Überdosis irgendwas verstorben sein. Nur weil wir gerade beim Thema waren.

Posted in Auswandern.

6 Comments

  1. Bemerkenswert, in der Tat. Vielleicht klappt es ja dann beim Versuch Nummer 3. Ne, eigentlich sollte man keine Witze über soetwas machen. Aber manche Dinge sind nunmal, äh, witzig, irgendwie.
    Die besten Geschichten schreibt halt das Leben … 🙂

  2. Klasse geschrieben!

    … und Danke für die Warnung. Ich fürchte mich zieht´s bei meiner diesjährigen Winterreise auch wieder nach Sihanoukville. Jetzt bin ich vorgewarnt was mich dort erwartet. Der erste Besuch letztes Jahr war schon ganz aufschlussreich, vor allem die Fahrt mit dem Moto-Taxi zu den “nice cambodian girls” (inklusive Reifenpanne bei der Hinfahrt) und nach Reparatur sofortiger Rückfahrt als ich die Hütten an der unbefestigten Strasse gesehen hatte. 😉

  3. @Stefan:
    Meinst Du die sog. “Chickenfarm”? Ich hatte die fragwürdige Ehre, vor ca. einer Woche dort verweilen zu dürfen. Bekannte wollten dorthin zum Biertrinken und ich bin mitgefahren, zum trinken.
    Da gibts keine “Chicken”, sondern allenfalls von Krankheiten gezeichnete Schlampen die einen Blöden suchen, der sie dafür bezahlt daß er über ihre ausgelaugten Körper rutscht oder zumindest einen Drink ausgibt.

    In einer der Hütten (eine Seitenstraße) wollten sie uns nicht reinlassen, “For barang no entry”. Mir kam das gelegen, ich wollte eh wieder zurück. Das war mein erster und letzter Besuch in dieser “Straße”.

    Wo wir von Hygiene sprechen, auch wenn Bars etwas gepflegter aussehen muß das noch kein Garant für Sauberkeit sein. Beispiel “Saphir Bar” am Victory Hill. Sieht nett aus der Laden. Leider ist die Bedienung (sah mir aus als obs die “Freundin” vom Cheffe ist) nicht in der Lage das Geschirr mit Spülmittel abzuwaschen, es reicht ja offenbar nur fliessendes leitungswasser zu benützen.

  4. @ Marc

    Ja, das war die “Chickenfarm”. Ich bin von Natur aus neugierig und wollte das mal mit eigenen Augen sehen. Als wir mit dem Moped vorbeigefahren sind, kamen die Mädchen, die vor den primitiven Hütten sassen zur Strasse und haben geschrien und gewunken, dass ich kommen soll. Die ganze Situation war so schrecklich, dass ich dem Fahrer gesagt habe, er soll sofort zurückfahren. War dann noch ein ganz netter Abend in der Lone Brothers Bar 😉

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