Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Mitarbeiterbetreuung in Kambodscha – Der kranke Vorarbeiter

Seit Tagen klagte mein kambodschanischer Vorarbeiter Nr. 1 über Magenschmerzen, das ging soweit bis er es nicht mehr aushielt und die Arbeit niederlegen musste. Als ich ihn fragte was denn genau los sei, bekam ich nur die Antwort “hot inside” (zu deutsch = innen heiss). Unter “hot inside” konnte ich mir nichts vorstellen also ab mit dem Jungen in die kleine Klinik gleich ein paar Häuser neben der Firma.

Dort wurde diagnostiziert, das er sofort unters Messer muss weil er was in der Magengegend hat. Ich weiss bis heute nicht was es nun eigentlich war, “hot inside”. Als ich ihn besuchte war der Arzt gerade nicht anwesend und die Erklärungen des Krankenpflegers habe ich nicht verstanden.

Was ich mir jedoch denken konnte war, das die Kosten der Operation und des 7 tägigen Krankenhausaufenthalts sein finanzielles Budget übersteigen würde. In so einem Fall gibt es nur eins, man muss es machen wie die Wohltätigkeitsorganisationen, man muss Spenden sammeln. Das hat auch ganz wunderbar funktioniert, die allermeisten Mitarbeiter haben einen kleinen Betrag für ihren Vorarbeiter gespendet, ich habe etwas gegeben und der Obercheffe in Bangkok hat auch aus privater Tasche aufgerundet, so das wir immerhin die Hälfte der Krankenhauskosten zusammen hatten.

Grosse Freude beim Vorarbeiter und dessen Familie bei der feierlichen Geldübergabe im Krankenzimmer, ein schöner Moment auch für mich. Ich habe mich nur gewundert wie dieser zähe Hund es schafft schon 2 Tage nach der Operation blendend aussehend und freudestrahlend im Krankenbett zu sitzt als wenn nichts gewesen wäre. Seit heute, 9 Tage nach der Operation, ist er sogar schon wieder bei der Arbeit. Wohlbemerkt er wurde in einem Krankenhaus (Klinik) operiert welches sich wahrscheinlich die meisten von euch nicht einmal vorstellen können. Ich bin direkt zusammengezuckt als ich gehört habe, das dort solche Eingriffe gemacht werden.

… aber der Vorarbeiter erfreut sich wieder bester Gesundheit und die Spendenaktion war dem Gemeinschaftsdenken der gesamten Belegschaft förderlich. Gemeinsam sind wir stark, gemeinsam können wir etwas erreichen, in diesem Sinne geht es weiter mit der Arbeit und dem Leben in Kambodscha.

Der Kambodscha Tipp für Arbeitgeber
Seit fair und freundlich zu euren kambodschanischen Mitarbeitern ohne die Disziplin aus dem Auge zu verlieren. Interessiert euch offen und ehrlich für die Probleme der Leute wenn man sie euch vorträgt. Überlegt genau ob eure Hilfe wirklich von Nöten ist, z. B. bedrohliche, gesundheitliche oder existenzielle Probleme können dazu führen, das ihr den Mitarbeiter verliert. Bezieht wenn möglich andere Mitarbeiter in den Problemlösungsprozess mit ein um bei ihnen die Fähigkeit zu entwickeln zukünftig Probleme selber lösen zu können.

Posted in Auswandern.

5 Comments

  1. Höhrt sich an als wäre das eine Blinddarm-Entzündung gewesen.
    Knochenschlosser @Wolfram liest ja mit,event.hat er eine fundiertere Idee was das gewesen sein könnte!

    Freundliche Grüsse nach Cambodia,

    Peter

  2. Wuerde ich auch mal so Einschaetzen. Bei einer Blinddarm-Entzuendung kommt es ja zu einer Infektion mit Temperaturanstieg. Fieber kann ebenfalls auftreten und es ist immer aktute Lebensgefahr angesagt, wenn kein Eingriff vorgenommen wird.

    Kambodschaner, Maenner wie Frauen sind unheimlich hart ihm nehmen. Unser Vorarbeiter hat sich fast den Daumen abgeschnitten, band sich einen Lappen drum und wollte weitermachen. Nix da, das muss zum Arzt. Wir haben ihn dann hingefahren. 1 Stunde spaeter war er wieder bei der Arbeit.

  3. “Mit beinahe abgeschnittenem Daumen weiter arbeiten müssen!!!!!”

    Wie heisst denn deine “ehrenwerte” Firma?

  4. Nein, muessen haette er nicht. Aber er war leider mit nichts davon abzuhalten. Irgendwie wollte er wohl keine Schwaeche zeigen.

    Nicht jeder, der einen Vorarbeiter beschaeftigt muss zwangslaeufig eine Firma haben. Es ist “unser” Vorarbeiter weil er “unser” Haus gebaut hat. Normal eigentlich in Kambodscha. Ohne laeuft da nichts. Ich weiss natuerlich nicht wie das in Basel so ist.

  5. Hi Don Kong ich kann das absolut nachvollziehen was du schon durchgemacht hast in dein Jahrzehnt in Thailand u.Kambodscha ich war zwar noch nicht im Krankenhaus von Sihanoukville aber in P.P das hat mir totall gereicht ich war zwar nicht Patient aber der den Aufenthalt bezahlte.ich hatte ein Mädel von der Zanzibar im Krankenhaus gebracht Sie wollte sich das schöne leben nehmen.Erst war sie eine nomale Khmer mit Schwester auf den Boden liegen im Krankenhaus,nach einer halben Stunde habe ich am Ratgedreht da war sie dann eine Khmer mit Schwester und Deutschen Langnase der Rechnung Zahlt ab da ging alles gans schnell Magen auspumpen da nach Einzelzimmer nach vier Tage wurde sie aus dem Camette Hospital entlassen nach dem ich die Rechnung beglichen hatte.

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