Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Wie man es als Auswanderer auch machen kann in Kambodscha

In der Zeit in der ich nun mit meiner Familie hier in Sihanoukville lebe, sind mir so einige Zauberlehrlinge unter den Kambodscha Auswanderern über den Weg gelaufen. Aber es gibt natürlich auch ganz andere Auswanderer, die herkommen, sich orientieren, Chancen und Risiken abwägen und dann ohne viel Aufsehen ein kleines aber effektives Geschäft eröffnen. Einer von diesen Fällen ist einer meiner Leser, der sich in 2009 über den “Leben in Kambodscha” Blog mit mir in Verbindung gesetzt hat. Damals hat er noch in Deutschland gelebt und gearbeitet. Im selben Jahr ist er dann für kurze Zeit zu mir nach Sihanoukville gekommen um sich von dem was er gelesen hatte selber zu überzeugen. Wir haben uns damals auf einen Kaffee in seinem Guest House getroffen und er hat mir von seinen Auswanderungsplänen berichtet.

Er meinte er wolle erst noch seine beruflichen Angelegenheiten in Deutschland sauber abwickeln und würde dann in ein paar Monaten von Deutschland nach Kambodscha auswandern. Auf meine Frage, wie er denn hier seine tägliche Schüssel Reis verdienen wolle hat er mir eine Antwort gegeben, die ich in meiner Anfangszeit in Südostasien auch auf diese Frage gegeben habe, nämlich “Keine Ahnung aber mir wird schon etwas einfallen”. Trotz dieser wenig vertrauenerweckenden Antwort machte der Mann nicht den Eindruck auf mich, das er ein Illusionist wäre und das wiederum machte ihn mir irgendwie sympathisch.

Mitte 2010 war es dann soweit, mein Blogleser kam mit seiner thailändischen Lebenspartnerin, die er in vorangegangenen Thailand Urlauben kennengelernt hatte, nach Sihanoukville um hier dauerhaft zu leben. Sie haben sich dann, mit Hilfe meiner Frau, ein schönes, preisgünstiges Häuschen gemietet und erstmal garnichts gemacht. Wenn man hier in Kambodscha ein ganz normales Leben führt sind die Kosten gering und so hat mein Leser, der mittlerweile zu einem nette Bekannten geworden ist, etwa ein halbes Jahr nichts weiter getan als seine Augen und Ohren aufzusperren und nach Möglichkeiten zu suchen ein kleines Geschäft zu eröffnen. Man muss dazu sagen, das mein Bekannter kein Mann ist den man betrunken in Bars rumhängen oder stundenlang an Stammtischen rumsitzen sieht. Denn wenn man kein Millionär ist, ist eine einigermassen solide und verantwortungsbewusste Lebensweise Grundvorraussetzung um dauerhaft in Kambodscha leben zu können.

Anfang diesen Jahres ist mein Bekannter dann fündig geworden. Er hatte den richtigen Platz gefunden und den richtigen Gedanken dazu gehabt. Der Gedanke ist so simpel, das man sich fragt warum nicht schon eher jemand darauf gekommen ist. Direkt am Hauptzugang zum Ocheauteal Beach, da wo in der Hauptsaison massenweise inländische und ausländische Touristen direkt vorbeikommen wenn sie zum Strand gehen, hat er mit seiner Partnerin im Februar eine Eiscreme Bude eröffnet. Weit und breit die einzigste ihrer Art. Stellt euch das mal vor, die einzigste echte Eiscreme Bude direkt am Zugang zum Hauptstrand von Sihanoukville, das sind wahrlich paradiesische Verhältnisse.

Eiscreme Verkaufsstand am Ocheauteal Beach

Einfache, kleine Eiscreme Bude mit grosser Wirkung

Wie nicht anders zu erwarten lief das Geschäft von Anfang an bombig nur unterbrochen durch die für diese Jahreszeit untypischen Regenperioden. Inzwischen hat mein Bekannter sein Angebot auf in flüssige Schokolade getauchte Früchte am Spiess erweitert welche besonders von den kambodschanischen Touristen gemocht werden. Nach der nun mehrmonatigen Testphase kann mein Bekannter jetzt schon sagen, das zur nächsten Saison auf jeden Fall eine Geschäftsvergrösserung vorgenommen wird.

Ja liebe Leser, so kann es auch gehen wenn man nach Kambodscha auswandert, an Möglichkeiten und Chancen für den wachen Geist mangelt es hier nicht.

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