Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Kambodscha ist nicht gerade ein Einkaufsparadies

Allgemeiner Gedankenanstoss für Auswanderer die nicht wissen was sie in Kambodscha für ein Geschäft eröffnen sollen:

Fangen wir mal so an …

Dollar ScheineSeitdem ich in Südostasien bzw. Kambodscha lebe bin ich ziemlich anspruchslos geworden. Dinge die mir damals noch wichtig erschienen und wofür ich teilweise viel Geld ausgegeben habe sind nicht mehr erstrebenswert. Trotzdem lege ich nach wie vor Wert auf Qualitätsprodukte wenn ich etwas kaufe, wofür ich auch gerne einen Dollar mehr ausgebe.  Diesen Dollar kann ich mir hier in Sihanoukville jedoch sparen weil es hier nichts qualitativ hochwertiges zu kaufen gibt. Wenn man etwas spezielles sucht, das vielleicht noch von einem Markenhersteller sein sollte dann ist man gezwungen dafür nach Phnom Penh zu fahren oder noch umständlicher, nach Bangkok zu fliegen.

Ein Beispiel dafür sind Turnschuhe. Da gibt es garnichts zu schmunzeln, es ist traurig aber wahr, hier in Sihanoukville gibt es keine echten Markenturnschuhe zu kaufen. Für mich als Sportler ein unmöglicher Zustand. Es gibt billige, schlecht verarbeitet Kopien und Turnschuhe von vermutlich chinesischen Herstellern, die genau so lange halten wie die Kopien. Diese Turnschuhe kosten dann zwischen 5,- und 20,- $ und halten bei intensiver Belastung bis zu 1 1/2 Monaten. Ich hatte jetzt Glück gehabt denn neulich war hier bei uns eine vietnamesische Verkaufsmesse und auf der habe ich ein paar stabil erscheinende, markenlose Turnschuhe aus vietnamesischer Produktion für 40,- $ erstanden. Das einzigste Paar dieser Art auf der ganzen Messe.

Und noch ein Beispiel aus dem Leben in Kambodscha. Wie die meisten Weibchen hat auch meine liebe Frau das Bedürfnis sich mit Parfüm zu besprühen. Wohlbemerkt mit einem Parfüm, welches nicht in die Kategorie “Chemische Kampfstoffe” fällt aber nur diese gibt es hier in Sihanoukville zu kaufen. Oft riecht man hier bei den kambodschanischen Frauen Düfte wogegen  “4711” und “Tosca” wahre Wohlgerüche sind. Ein Markenparfüm zu bekommen ist unmöglich und selbst in Phnom Penh ist die Auswahl mehr als begrenzt, was für Damen- sowie für Herrendüfte gillt. Ich könnte hier noch etliche, andere Beispiele aufführen … alles ganz normale Dinge des Lebens die es in Deutschland an jeder Ecke zu kaufen gibt.

In Kambodscha sind viele, hochwertige Markenprodukte nur in begrenzter Auswahl oder überhaupt nicht erhältlich. Speziell in Sihanoukville gibt es überhaupt keine Markenprodukte ausser im Supermarkt. Was es hier gibt ist alles Mist “Made in China” und hält in der Regel von 11 bis 12. Auch die Geräte in den Elektroläden, die mit einem führenden Markennamen versehen sind, sind meistens auch nur Kopien aus dem Reich der Mitte. So wie mein DVD Spieler eines grossen, namenhaften Herstellers aus Japan, der nach 5 Monaten den Geist aufgegeben hat. In diesem Fall gab es eine vom Elektroladen selbstgebastelte Garantie und man hat mir das Gerät wieder repariert.

Es ist nicht so, das die Kambodschaner keine Qualität haben wollen, sehr viele von ihnen die hier in Sihanoukville wohnen haben sogar das Geld um Qualität zu bezahlen aber leider wird sie nicht angeboten. Der Kambodschaner mit Geld fliegt zum Einkaufen z. B. nach Bangkok. Ein Auswanderer mit genug Unternehmergeist und Phantasie könnte sich vielleicht mit diesen Informationen ein Geschäftsmodel zusammenbasteln um am unbestreitbaren, wirtschaftlichen Aufschwung Kambodschas teil zu haben.

Der Hinweis für Auswanderer die noch nicht hier oder gerade erst angekommen sind: Wenn man in Kambodscha lebt und nicht gerade in Phnom Penh wohnt muss man, in vielen Bereichen des Lebens, lernen zu improvisieren und mit schlechtem Material klar zu kommen. Teilweise ist die Beschaffung von Dingen, auf Grund der schlechten Infrastruktur, sehr aufwendig.

ps: An alle Türken die den “Leben in Kambodscha” Blog lesen. Mir persönlich fehlt hier in Sihnaoukville noch eine echte, türkische Döner-Bude.

Posted in Kambodscha Reisen.

8 Comments

  1. Stimmt haargenau!!! Jedes Jahr zu Urlaubsende bin ich verzweifelt auf der Suche, nach irgendwas, um meine letzten Dollars quitt zu kriegen. Was qualitativ Gutes hab ich trotz viel suchen noch nicht gefunden, so läuft es immer auf 2-3 paar Flip-Flops Made in Thailand hinaus. Davon hab ich jetzt schon ´ne ganz ansehnliche Sammlung zuhause, in allen möglichen Farben und Formen. Nur sind die Gelegenheiten in Deutschland Flip-Flops zu tragen eher rar,so das ich mir für´s nächste Jahr was anderes einfallen lassen muss,mehr Flip-Flops brauche ich wirklich nicht! Ach ja, vor 2 Jahren hab ich mir auf dem Markt ne Hose von Columbia gekauft, die hält immer noch trotz häufigen Tragens. Könnte vielleicht sogar ein Original sein, denn die werden meines Wissens nach in Vietnam hergestellt.

  2. Man(n) sollte einfach bedenken, dass man seine wunderbaren Edel-Importe, nur mit einem hohen Tribut (Dollars, Dollars und noch mehr $) durch den kambodschanischen Zoll kriegt und da dann schon die Traeume vom erfolgreichen Unternehmer in KH, mit einem blockierten Container beim Zoll enden koennen – da liegt das Problem!
    Dazu ist es ja schoen, wenn man glaubt, dass man von ein paar teuren Marken-Turnschuhen ueberleben kann, in PP wird dies mittelfristig vielleicht klappen – hier in SHV garantiert nicht!

  3. @Eric
    Hier kann ich dir nur teilweise zustimmen. Es war in meinem Beitrag nicht die Rede von wunderbaren Edel-Importen sondern von qualitativ hochwertiger Ware. Und es war auch nicht von “teuren” Markentrunschuhen die Rede. Für Leser mit etwas Phantasie war das mit den Tunschuhen und dem Parfüm nur als Beispiel gedacht gewesen. Meine Erfahrung im geschäftlichen Bereich sind die, das Dinge die erst problematisch erschienen, nachher doch garnicht so ein grosses Problem darstellten. Ich möchte mir persönlich auch nicht anmassen zu beurteilen ob ein Geschäft hier in Sihanoukville zukünftig Aussicht auf Erfolg hat oder nicht. Zu oft habe ich mich in Südostasien schon gewundert was alles geht.

  4. Da hast Du in gewisser Weise recht, jedoch liegt halt ein Problem darin, dass wenn Du es mit Beamten (Import in dem Fall) zu tun hast, die Sache sehr schnell unkontrollierbar wird.
    Eben wegen der Korruption und als Auslaender, wird man da noch mehr Probleme haben, da u.a. halt auch die Sprachbarriere dazu kommt.
    Was man aber auch nicht unterschaetzen darf ist, dass die Khmer-Kaufleute sehr oft mit wirklich tiefen Margen ihre Ware verkaufen. (Beruht auf Preisvergleichen meinerseits bei Produkten, deren EK-Preis ich genau kenne.)
    Jedenfalls wuerde ich mit Margen (rund die Haelfte vom bei uns ueblichen), nicht mein Geschaeft betreiben wollen.
    Natuerlich sind die Fixkosten fuer einen Khmer auch tiefer, jedoch wird es fuer uns Auslaender dann doch schnell “eng”, da wir halt schon anders kalkulieren.
    Klar schreien alle nach guter Qualitaet, nur sind die Wenigsten dann bereit, diese auch entsprechend zu bezahlen – ausser es sind nahmhafte Markenartikel und da sind wir dann wieder an dem Punkt, welchen ich im ersten Posting angesprochen habe.

  5. Ich habe Bekannte auf den Philippinen welche Aromakonzentrate aus Frankreich importieren und dann als Parfuem mischen und verkaufen. Dabei stehen einem alle Tueren offen. Man kann persoehnliche Parfuems herstellen, alles geht. Mit 50 verschiedenen Duftrichtungen, verschiedene Verpackungen(Flacons und Karton aus Thailand) kann man sicher ein gutes Geschaeft aufbauen.

  6. Stimmt genau, so ist es. Ich habe hier ein Stabmixer gekauft, weil wir für unser Baby Brei machen wollen. Er hat genau 6 Wochen gehalten, es ist wirklich ein Jammer. mittlerweile habe ich den dritten Stabmixer gekauft und alle sind genauso Schrott. Wir haben auch schon die dritte Waschmaschine, amerikanisches model wohlbemerkt, was eher die Wäsche spazieren fährt als sie zu Waschen. Und mit der Döner Bude, ach schön wärs, ich vermisse so viele Sachen, Kleinlichkeit die früher selbstverständlich waren, sind es Heute leider nicht mehr. Schön von euch zu lesen. Ich wohne in Phnom Penh seit 4 Jahren.

  7. Wir sind genau deiner Meinung Wir bewundern alle Europäer, welche hier auf Dauer leben können. Wir haben schon viele Asiatische Länder besucht, aber in Kambodscha sind wir das Erste mal unterwegs. Wir hoffen, dass deine Wünsche in Erfüllung gehen
    Alles Gute Gilberte&Rolf

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