Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Die Sache mit dem kambodschanischen Arbeitsministerium

Wie bereits von mir angekündigt, kamen nun in der letzten Wochen die Herren vom kambodschanischen Arbeitsministerium um die Firma zu inspizieren. Auf Grund der Erfahrungen die wir im letzten Jahr gesammelt haben, waren wir diesesmal besser vorbereitet. Wir (das waren 3 meiner Vorarbeiter, mein Dolmetscher und ich) haben die beiden Inspektoren und ihren Chef in der Eingangshalle der Firma begrüsst und sie auch gleich da an einen vorbereiteten Tisch gesetzt. Der Zugang zum Fertigungsbereich in der Obersten Etage war damit erstmal gestrichen. Jeder bekam eine Flasche kaltes Wasser und die Ventilatoren wurden genau in Position gebracht damit es den Herren nicht zu heiss wird. Als alle an dem grossen Tisch in der Eingangshalle platz genommen haben und sie uns nochmals erklärten wer sie sind und was sie wollen, schob ich ihnen unsere Unterlagen rüber.

Nachdem sie unsere Lizenzen, Arbeitsgenehmigungen, Lohnauszahlungsbelege, Mitarbeiterlisten und und und kurz durchgesehen haben legte sich langsam ein Lächeln auf die Gesichter der Beamten. Das bedeutete wir waren komplett. Nun begann das Verhör, wieviel Urlaubstage geben wir, beschäftigen wir Kinder, haben die Mitarbeiter immer frisches Trinkwasser, sperren wir Schwangere Frauen in kleine Holzkisten und so weiter und sofort. Das alles hat mein erster kambodschanischer Vorarbeiter bestens gemeistert. Er hat es geschafft mit seinen Antworten, alle Anwesenden die Khmer verstehen, zum Lachen zu bringen, was hier ein sehr gutes Zeichen ist. Wir haben vorher die Strategie, die ich mit dem Arbeitsministerium verfolge, besprochen und er hat sie erfolgreich umgesetzt.

Die Frage auf die ich die ganzen 2 1/2 Stunden gewartet habe kam nicht. Alles was ich mir zum Thema “Betriebsarzt und Notfallstation in der Firma” zurechtgelegt hatte brauchte ich nicht. Und noch etwas bemerkenswertes ist passiert, der Inspektionsleiter, der mir schon im letzten Jahr eher unsympathisch erschien, sagte zum Abschluss mit einem freundlichen Lächeln, das er es sehr zu schätzen weiss, wenn jemand Geld in Kambodscha investiert und damit Arbeitsplätze schafft. Er sei nicht gekommen um uns Probleme zu bereiten. Donnerwetter dachte ich, die Brüder haben offensichtlich auch etwas dazugelernt.

Fazit: Niemand hat von uns ein finanzielles Entgegenkommen verlangt, es wurde ausschliesslich geprüft ob die Firma konform mit dem kambodschanischen Gesetzbuch läuft.

Posted in Auswandern.

One Comment

  1. Ich arbeite auch in einem “schwierigem” Land, in der die Bestechung nicht unbekannt ist.
    Habe aber in 15 Jahren noch nie was bezahlt.
    Es gab auch nie einen Versuch, was bei uns zu holen.
    Als ich mich mal darüber wunderte, meine eine Mitarbeiterin:
    “Kunststück – du bist auch korrekt.
    Da wagen die es erst gar nicht zu fragen.
    Könnte gefährlich werden”

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