Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Am Kambodscha Auswanderer Stammtisch aufgeschnappt

Unglaublich was es in Kambodscha so alles gibt, schon seit Tagen wird im Bavarian Restaurant am Stammtisch über folgendes diskutiert. Ein etwas älterer Herr, der schon sehr lange in Sihanoukville lebt, hat plötzlich einen Schlaganfall bekommen. Lähmungserscheinungen und geistige Verwirrung setzten ein. Ein Bekannter von ihm brachte ihn in die “CT Clinic”, wo man auf solche Fälle natürlich nicht vorbereitet ist. Nach 2 Tagen schickten sie ihn nach Phnom Penh in ein Privat Krankenhaus. Dort nahm man ihn auf weil er eine private Krankenversicherung hat und finanziell ausreichend abgesichert ist. Das war vor 3 Wochen!

In dem privaten Krankenhaus in Phnom Penh kann man ihm aber auch nicht richtig helfen und sie musste ihn, auf Grund seiner anhaltenden, starken geistigen Verwirrung, sogar am Bett festschnallen. Der freundliche Herr der sich, freiwillig und aus gutem Herzen, um die Angelegenheit kümmert meinte, das sein Bekannter eigentlich raus aus Kambodscha und zurück in sein Heimatland gebracht werden müsste. Leichter gesagt als getan wenn der Betreffende nicht bei klarem Verstand ist und die Rückführung ins Heimatland nicht mit versichert ist. Wer soll für ihn entscheiden? Niemand hat eine Vollmacht und die einzige Tochter, im fernen Europa, scheint die Sache nicht zu interessieren. Auch die Behörden seines Heimatlandes fühlen sich nicht zuständig weil er irgendwann einmal seinen Wohnsitz nach Thailand verlegt hat.

Wie auch immer, der alte Knabe, sitzt ganz schön in der Tinte hier in Kambodscha. Wenn er nicht bald wieder klar in der Birne wird werden sie ihn solange im Krankenhaus in Phnom Penh behalten, bis die Versicherung den Hahn zu dreht, und ihn danach einfach auf die Strasse setzen. Die anfallenden Krankenhauskosten könnten, in der momentanen Situation, nicht einmal in bar beglichen werden weil ja niemand an das Geld rankommt.  Alles in allem eine ganz schön verzwickte Situation.

Ganz anders verhält es sich da mit dem neuen deutschen Bäcker der hier nach Kambodscha gekommen ist, um uns Auswanderer mit köstlichem Backwerk nach deutschem Rezept zu verwöhnen. Auf einmal war er einfach da, ich hatte ihn noch nie vorher gesehen. Er kam mit einem Pappkarton voll mit frischem Gebäck an den Stammtisch und verteilte Kostproben an alle. Dann erzählte er das er sich jetzt hier als kleiner aber feiner Bäcker etablieren will und das er die Proben irgendwie in seinem Schlafzimmer gebacken habe. Stauenend haben wir alle probiert und es war ganz gut gewesen, mal was neues. Sofort bekam er vom Wirt eine Bestellung und seitdem ist der Bäcker nie wieder gesehen worden. Das nenne ich wahren Unternehmergeist.

Posted in Auswandern.

9 Comments

  1. Die Sache mit dem Bäcker, da bist Du nur am falschen Stammtisch.
    Der hat mitlerweile extra ein Haus als Backstube gemietet, hat jetzt drei Öfen und haut schon richtig was raus. Allerdings verkauft er vorerst nur auf Bestellung.( TEL: 0888816234)
    Er verkauft unter dem Namen “Bavarian Bakery” und ist demnächst auch bei Samudera zu finden.

    Gruß Rainer

  2. Nee Rainer den Bäcker meine ich nicht. Ist schon wieder nen neuer aufgetaucht, war erst vor kurzem das Ganze. 😀

  3. Den Bäcker der Bavarian Bakery kann ich nur wärmstens empfehlen. Das Bavarian Bakery Brot ist zudem sehr Lecker und weit günstiger als von anderen Herstellern. Habe gestern eins bestellt und heute
    morgen zum Frühstück geliefert bekommen.

    Gruß jo

  4. ich freue mich jedes mal über diese komentare da ich ja auch schon 4 mal längere zeit in sihanouville war

  5. Ich bin der Ueberzeugung, dass Leute mit unternehmerischem Denken und ausreichend Einsatzbereitschaft auch wirklich etwas erreichen können. Der “Simsalabim-Bäcker”, der einfach wieder verschwunden ist, gehört eindeutig in eine andere Kategorie!
    🙂

  6. Der verschwundene Bäcker ist heute überraschend und wie aus dem nichts wieder aufgetaucht. Er hatte keine Backwaren dabei, hat dafür aber einen Haufen wilde Grschichten erzählt und will auch backmässig am Ball bleiben. Das Schlafzimmer hat er, nach eigenen Angaben, weiter zur Backstube ausgebaut und plant einen Strassenverkauf.

  7. Klingt ja reichlich abenteuerlich…
    Aber der gute Mann beweist Pioniergeist :-))

  8. Die Sache mit dem ‘älteren Herrn’ hat vorerst ein glückliches Ende genommen. Er hatte bestens vorgesorgt und war langjähriges Mitglied einer Rückholgesellschaft, die ihn First Class nach Europa geholt hat. Sein Bewusstseinszustand war, wie sich dort herausstellte, nicht geistig bedingt, sondern durch eine Gefäßverengung verursacht. Er wird nun operiert und hofft, im Spätjahr wieder am Stammtisch zu sitzen. Man sieht: Es gibt auch seriöse Auswanderer und Lichtblicke für Sihanoukville. Manchmal wünschte ich mir, es gäbe hier mehr solche bodenständige Typen wie die wenigen deutschen Unternehmer im Lande, von denen ich (fast) alle sehr schätze. Kambodscha braucht Macher, keine Junkies. Den wenigen Machern wünsche ich jeden erdenklichen Erfolg. Freue mich, Euch ab September gesund in Snooky wiederzusehen.
    Gruss von Herby – der in Europa eigentlich den Sommer erleben wollte…

  9. Da schrieb der Franz am 09.06.2012:

    ‘ich freue mich jedes mal über diese komentare da ich ja auch schon 4 mal längere zeit in sihanouville war’
    …und schon kommt einer daher und setzt hinter diesen freundlichen Beitrag 3 rote ‘Daumen ‘runter’. Gegen Franz als Person kann sich das nicht richten. Ist wohl ein Troll unterwegs. Mit solchen Typen muss so manches Forum nun mal leben. Lass’ Dir den Spass dadurch nicht nehmen, Franz! (und Don Kong nimmt’s eh sportlich-locker)
    Gruss Herby

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