Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Ein Khmer Girl sieht rot

Gestern am deutschen Stammtisch im “The Bavarian” Guesthouse und Restaurant in Sihanoukville, Kambodscha aufgeschnappt – Nach langer Zeit der Ereignislosigkeit, in diesem Bereich, hat nun wieder mal eines von Sihanoukvilles freischaffenden Khmer Girls zugeschlagen. Opfer war diesesmal “Leo” der Wirt vom “The Bavarian” persönlich, jemand der normalerweise gerne seine Ruhe hat und jedem Ärger aus dem Wege geht. Das lies sich jedoch vorgestern Nacht nicht mehr vermeiden, als er mit einem seiner Stammgäste, den man den Hausmeister nennt, in eine angesagte Strandkneipe am Serendipity Beach einkehrte. Sie wollten nur ein Bier trinken und ein wenig dem Leben und Treiben dort zusehen aber wie so oft in Kambodscha, alles kam ganz anders wie geplant.

Der Bavarian Wirt, Leo, dachte an nichts böses wie er mit seinem Handy ein paar Fotos von seiner Umgebung machte, als plötzlich eines der dort freischaffenden Khmer Girls, wie von der Tarantel gestochen, auffuhr und auf ihn losgehen wollte. Leo erkannte, das das Mädel keine Fremde für ihn war denn er ist schon einmal mit ihr aneinander geraten. Damals hatte er sie bei der Polizei angezeigt weil sie in seinem Guesthouse gestohlen hatte. Man hatte sie damals für eine Nacht in Haft behalten, was sie offensichtlich nicht vergessen hat. Als ihm all das durch den Kopf schoss, war es aber bereits zu spät. Das Khmer Girl war außer sich, griff sich einen Besen um damit auf den überraschten Leo einzuschlagen, so das der Hausmeister sich zu seiner vollen Größe von fast zwei Meter aufrichten musste, um sie abzuwehren.

Das schreckte die wild gewordene, junge Khmer Lady jedoch nicht ab denn nun schlug sie auf den Hausmeister ein und zerriss ihm dabei das T-Shirt. Als sie dann merkte das sie an dem baumlangen, kräftigen Kerl nicht vorbei kam ging sie auf Distanz und fing an mit Aschenbechern, Flaschen und Steinen auf die Beiden zu werfen. Der Hausmeister blieb unverletzt aber Leo hat sich dabei eine blutige Wunde am Schienbein, durch einen fliegenden Aschenbecher, eingefangen. Erst das beherzte Eingreifen eines anderen Bekannten, der durch Zufall in der Nachbarkneipe gesessen hatte und das wütende Khmer Girl von hinten festhielt, ermöglichte es den Beiden dem Bombardement zu entkommen. Von all dem reichlich bedient, verließen sie fluchtartig die Kneipe und fuhren zurück ins Guesthouse.

Am nächsten Morgen dann stand die Polizei bei Leo im Restaurant und forderte ihn und den Hausmeister auf mit auf die Wache zu kommen. Die Angreiferin von gestern Nacht hatte nach dem Vorfall bei der Polizei Anzeige erstattet. Angeblich wurde sie bei dem Gerangel am Auge verletzt, welches nun gerötet sein soll. Als sie auf die Polizeistation kamen war das Khmer Girl bereits anwesend und tatsächlich, sie hatte ein gerötetes Auge, was verdächtig nach einer Bindehautentzündung aussah. Die Beiden erklärten den Polizisten wie sich der Vorfall, aus ihrer Sicht, zugetragen hatte und Leo zeigte die Wunde an seinem Schienbein. Rotes Auge gegen blutiges Schienbein reichte den Beamten offensichtlich aus um die Sache als unentschieden durchgehen zu lassen und alle Beteiligten wieder nachhause zu schicken.

Leo und den Hausmeister wollten sie jedoch erst wieder gehen lassen wenn sie die angefallenen 60 $ Bearbeitungsgebühr bezahlt haben. Nach zähen Verhandlungen gaben sich die Beamten dann aber auch mit 30 $ zufrieden.

Posted in Sihanoukville.

7 Comments

  1. Man sollte die “Eingeborenen” eben vorher fragen ob sie fotografiert werden wollen und sich sie auch wie in diesem Fall, mal genauer ansehen, bevor man es tut.
    Der LEO ist ja nicht NEU in Asien und vielerorts ist in solchen, mehr oder weniger “Animier und Freelancerlokalen” Fotografierverbot!

  2. Action pur! Wenn Frau zur Furie wird 🙁
    Mit der “Schlichtungsgebühr” von $ 30.– sind wohl alle Beteiligten noch glimpflich davongekommen….

  3. Na da wird sich der Besitzer der angesagten Strandkneipe ja gefreut haben das die Dame Gäste verschreckt, nicht nur die Beiden wenn schon Leute aus umliegenden Bars das mitbekommen, und mit seinem Eigentum rumwirft. Gab es den wenigstens ein weiteres Lokalverbot für die Dame? Wenn nicht würde ich ja nochmal nachhacken. Ist ja im Interesse aller Beteiligten solche Showeinlagen gewalttätiger Spinner(innen) zu vermeiden.

  4. @Sebastian
    Grundsätzlich hast du recht aber Leo nimmt es locker. Wie Alfred in seinem Kommentar bereits geschrieben hat, Leo ist schon eine ganze Weile in Asien. Da sieht man so etwas gelassener.

    Leo’s Kommentar dazu: “Alles Chicago hier”.

  5. > Nach zähen Verhandlungen gaben sich die
    > Beamten dann aber auch mit 30 $ zufrieden.

    In einem solche Fall würde ich aber die “Bearbeitungsgebühr” prinzipiell nicht zahlen, weil ich darin keine Logik sehe. Da diese Frau die Polizei gerufen hat, muss Sie auch die Gebühr zahlen.

  6. Nach dem Aschenbecher-Wurf gegen Leo’s Knie griff sich die (offensichtlich mit Yama gedopte) Lady einen Stock. In dem Moment, als sie damit beidhändig über ihrem Kopf ausholte, um auf Leo einzuschlagen, zog ich ihr den Stock von hinten aus den Händen und hielt sie fest. Nach Leo’s Abfahrt richtete sich ihre Unfreundlichkeit gegen mich. Deshalb verließ ich den ‘Tatort’, um ihrer sonst fälligen, ortsüblichen Inszenierung des ‘sterbenden Schwans’ zu entgehen 🙂 Das Ganze war ein klassischer Fall für mein in Vorbereitung befindliches Kambodscha-Kabarett – von Leo’s Beinverletzung mal abgesehen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.