Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Alles hat seine Grenze!

Die berühmte kambodschanische Gelassenheit habe ich im Laufe der Jahre sehr zu schätzen gelernt, aber alles hat seine Grenze! Meine Grenze wurde heute erreicht, als ich am Schreibtisch neben der offenen Terrassentür saß und sich plötzlich ein widerlicher Gestank ausbreitete. Ich bekam einen ekeligen Geschmack im Mund, das Atmen viel schwerer und meine Augen fingen an zu brennen. Die Ursache dafür konnte bestimmt nicht aus unserer Wohnung kommen also ging ich raus auf die Terrasse um zu sehen was da los war.

Vor mir wo sonst Baumkronen die herrliche Aussicht zum Meer versperren war nun eine dichte Wand aus beißendem, weißen Qualm die sich langsam auf unser Haus zubewegte. Sofort griff ich mir den Käfig mit Hamster-Dame Wilma um sie in Sicherheit zu bringen. In Windeseile schloss ich die Terrassentür, alle Fenster und wartete ab. Nichts hier ist wirklich dicht, ich rechnete mit dem schlimmsten. Dann, zum Glück, drehte der Wind und die Qualm-Wand bewegte sich wieder weg vom Haus um schließlich irgendwann in den Lüften zu verschwinden.

Als die Sicht wieder frei war sah ich, schräg gegenüber auf dem Gelände der Moschee, schon die nächste Qualm-Säule in den Himmel steigen. Dort, ca. 50 Meter entfernt, brannten zwei große Haufen mit Ästen, Laub und Müll. Was war das für eine Sauerei! Der Fuzzi, der die Feuer beaufsichtigte und sie wahrscheinlich auch angezündet hatte, schien sich überhaupt nichts dabei zu denken. Bis ich losbrüllte! Einer der seltenen Momente, in denen ich es bereue kein Khmer zu sprechen.

Er wird wahrscheinlich nicht verstanden haben was ich ihm da auf Englisch rüberbrüllte aber ich habe an seiner Reaktion gesehen, das er gemerkt hat wer gemeint war. Erst ein Blick zu unserem Haus, dann zu den Feuern und dann war er weg. Die Feuer brannten runter und der Qualm verschwand, was über Stunden bleib war der Gestank in unserer Wohnung und das Brennen in den Augen. Erfahrungsgemäß dürfte es nach diesem Vorfall nun keine weiteren Verbrennungen mehr so dicht an unserem Haus geben.

Posted in Sihanoukville.

7 Comments

  1. Die berühmte kambodschanische Gelassenheit ?
    Habe immer öfter das Gefühl das viele nicht denken können oder wollen. Und wenn etwas passiert kommen die Worte – sorry – von denen ich im laufe der Jahre einen ganzen Sack habe. Aber was soll es ich lebe hier und bin nur Gast.

  2. “Nur” Gast ?
    Hat man als Gast nicht auch einen Anspruch auf angemessene Behandlung ?

  3. Gedankenlosigkeit, Gleichgültigkeit, Dummheit?
    Wie überall auf der Welt gibt es das auch in Kambodscha :-/ Gut, dass Du den Typen darauf aufmerksam gemacht hast! Vielleicht bleibt da ja was hängen…

  4. Darueber habe ich mich auch schon zahllose mal aufgeregt denn….. sie verbrennen regelmaessig ihren Plastik Muell und der hinterlaesst beim verbrennen bekanntlich Dioxin und das ist hochgiftig. Sie verbrennen den Muell direkt vor ihrer Tuer oder vor der des Nachbarn und lassen die Kinder und selbst Saeuglinge mitten im Rauch stehen. Ich habe meinen Nachbarn versucht zu erklaeren dass sie dadurch krank werden koennen aber da haben sie nur gelacht denn sie sind ja (noch) nicht krank und dass die Oma an Krebs gestorben ist, das lag an ihrem Karma und nicht am verbrannten Plastik Muell. Da gibt es noch viel Nachholbedarf, aber wenn ich da an unsere ach so aufgeklaerten Landsleute denke sieht es da ja auch oft nicht viel besser aus. In den vergangenen 14 Jahren in Kambodscha habe ich insgesamt 4 Personen sterben sehen die sich mit offenen Augen durch ununterbrochenes Rauchen, Alkohol und Bewegungsmangel selbst in den Tod getrieben haben. Karma hatten sie keines aber dafuer auch kein Gehirn !

  5. Kann mir jemand sagen, wo ich meinen Müll zum entsorgen hinbringen kann. Wohne abseits der Hauptstrassen wo leider kein Müllwagen vorbei kommt. Musste bis jetzt auch ständig alles verfeuern was mir aber auch nicht gefällt.

  6. Ronny…dann bist du faul oder dumm…Unser Müllwagen fuhr 2 Strassen weiter..aber ich konnte mich mit meinem Nachbarn einigen!

  7. Erinnerte mich an mein Reihenhaus auf dem Lande in Taiwan, Gott sei Dank wieder verkauft. Dauer-Karaoke, Naturdünger direkt unter meinem Fenster und Dauerfeuer u.a. Übelkeit erregender Abfall einer schornsteinlosen Glasfabrik

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