Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Arbeitsgenehmigung – Kontrollen haben begonnen

Nun ist es so weit. Teams des Arbeitsministeriums haben damit begonnen, nach Ausländern ausschau zu halten, die in Kambodscha ohne gültige Arbeitserlaubnis arbeiten. Dazu sollen auch Selbstständige und bezahlte NGO Mitarbeiter gehören. Wer ohne Arbeitsgenehmigung erwischt wird, ganz egal ob er Arbeitgeber oder Arbeitnehmer ist, muss, mit einem Bußgeld in Höhe von bis zu 177 $ rechnen. Von dieser Reglung ausgenommen sind nur Mitarbeiter ausländischer Botschaften.

Dabei sollen Strafen auch rückwirkend kassiert werden dürfen. Das heißt, es wird von den Behörden vorausgesetzt, dass ein ertappter Ausländer hier schon arbeitet, seit dem er in Kambodscha eingereist ist. Für jedes Jahr wird darum eine zusätzliche Strafe von 100 $ fällig. Zu den rückwirkenden Strafgeldern hieß es aber von einem hohen Beamten des Arbeitsministeriums, das man von den Betreffenden erst einmal die Papiere prüfen werde, bevor Entscheidungen getroffen werden.

Beantragung einer Arbeitsgenhmigung in Kambodscha

Eine permanente Arbeitserlaubnis soll gegen Vorlage eines gültigen mit einem Geschäftsvisum versehenen Reisepasses, 3 Passbildern und eines Nachweises über Guthaben von einer lokalen Bank auf jeder Provinz- oder Gemeinde-Polizeistation beantragt werden können. Die Höhe des Guthabens wurde jedoch nicht genannt.

Für eine zeitlich begrenzte Arbeitserlaubnis sind dieselben Dinge wie für die permanente Arbeitserlaubnis erforderlich mit Ausnahme des Guthabensnachweises. Zusätzlich muss aber noch ein ärztliches Attest aus dem Heimatland sowie Kopien eines Arbeitsvertrages und von Versicherungspolicen vorgelegt werden (um welche Art von Versicherungen es sich dabei handelt, blieb offen). Die Beantragung der zeitlich begrenzten Arbeitserlaubnis muss auf dem Arbeitsministerium erfolgen.

Bei den ausländischen Botschaften und bei den Expats hat dieser überraschende Schritt der kambodschanischen Regierung für Verwirrung gesorgt. Unklarheit besteht offensichtlich vor allem auch über die Kosten. So, soll eine in Kambodscha arbeitende Chinesin, nachdem sie von den neuen Maßnahmen gehört hatte, zum Arbeitsministerium gegangen sein, um eine Arbeitsgenehmigung zu beantragen. Dort musste sie für jedes Jahr 100 $ rückwirkend zahlen zuzüglich 420 $ administrative Kosten und noch 280 $, damit alles bearbeitet wurde.

Die Französische Botschaft dagegen hatte am Montag auf ihrer Webseite ihren Landleuten dazu geraten, nur die 100 $ für die Arbeitserlaubnis 2014 zu bezahlen. Dort habe man angeblich die Information von der Einwanderungsbehörde, dass es keine rückwirkenden Strafen geben soll.

Quelle: http://www.cambodiadaily.com/news/work-permits-now-required-for-foreigners-67224/

Posted in Auswandern.

8 Comments

  1. …Danke Don Kong fuer all die Uebersetzungen der Englisch verfassten Medien in Kambodscha (Cambodia Daily, usw……) Die Realitaet sieht allerdings ein wenig viel anders aus…!

  2. Lieber Hans Reber, über die Realität darf dann mittels Kommentar diskutiert werden. Als ich 2009 hier in Sihanoukville beim Arbeitsministerium meine Arbeitserlaubnis beantragt und erhalten habe, sah die Realität jedoch gar nicht viel anders aus. Was meinst du denn genau damit?

  3. Zum aktuellen Thema hier noch der Beitrag der Phnom Penh Post: http://phnompenhpost.com/national/countrywide-census-starts . Ich kenne eine Reihen von deutschsprachigen Dauerresidenten in Kambodscha die fuer die Uebersetzungen aus der Presse aeusserst dankbar sind. Vermutlich meint Hans Reber mit seinem Kommentar dass die kambodschanische Regierung bisher recht lax mit dem Thema umgegangen ist und viele erwarten dass dies auch weiterhin der Fall sein wird. Heute habe ich genau diese Stimmung bei einem Gespraech mit 1 Oesterreicher, 1 Deutschen und 1 Australier deutscher Abstammung gespuert. Dabei war einer ein Altersrentner, einer ein Fruehrentner und der dritte im Bund der Betreiber eines kleinen Geschaefts. Jeder hatte fuer sich eine Loesung bereit. Der letzte im Bund wird zum Arbeitsministerium gehen und sich umgehend fuer 100 USD im Jahr “legalisieren” und hofft dann auf Ruhe. Eine evtl. rueckwirkende Zahlung fuer die letzten 7 Jahre waere zwar schmerzlich aber wenn unumgaenglich ebenfalls verkraftbar. Der Altersrentner will ueberhaupt nichts unternehmen denn das upgedatete Gesetz spricht nur von denen die hier im Land “ARBEITEN” ! Vermutlich wird Kambodscha in Zukunft nach Vorbild anderer Staaten ein Rentner Visa einfuehren. In der Zwickmuehle befindet sich nach eignen Angaben der Fruehrentner der ab und zu mal was uebers Internet macht. Allen war aber klar, dass es diesmal ERNST zu sein scheint. Mein Rat an alle, jeder sollte sein eigenes Haus in Ordnung bringen wenn er dauerhaft hierbleiben will. In den kommenden Monaten werde wir sehen wie sich die Situation in den verschiedenen Gemeinden entwickelt aber eine rueckwirkende Zahlung sollten eben ALLE Betroffenen ablehnen.

  4. Wenn man in Deutschland eine Firma betreibt übers Internet, darf man diese in Kambotscha auch ohne Arbeitsgenehmigung weiter betreiben, wenn in Deutschland der Firmensitz ist???

  5. Werter Don Kong, mein Kommentar soll als Dankeschoen fuer Deinen Beitrag zur Information der Deutschsprechenden Kambodscha interessierten Gesellschaft interpretiert werden.

    Was in den Medien publiziert wird findet im Kambodschanischen Alltag viel Spielraum in der Umsetzung in jegliche Richtung vor!

    Vielleicht treffen sich unsere Wege eines Tages; Realitaet in dieser Hinsicht kann dann persoenlich diskutiert werden.

  6. Ihr Wort ‘Dankeschön’, @Hans Reber ist an dieser Stelle bestens angebracht – an Don Kong für seine treffsichere Themenauswahl, nämlich was uns wirklich interessiert und nützt, an Herrn Allmann und einige andere helle Köpfe für deren weitere Analysen. Hier ist ein Forum entstanden, welches das ‘Phänomen Kambodscha’ in seiner ganzen Bandbreite zu erfassen versucht. Komplett verstehen werden wir es wohl nie. 🙂

  7. Aktuelle Info aus Kampot:

    Heute erschien der Deputy Direktor der Immigration Behoerde sowie eine Gesandtschaft aus Mitarbeitern des Arbeitsministerium und weiterer Immigration Mitarbeiter um ihrer Pflicht nachzukommen das neue Gesetz ueber Arbeitsgenehmigungen landesweit durchzusetzen.:

    Hier der Ablauf (in englisch)
    http://www.kampotbuildersguide.com/viewtopic.php?f=2&t=179

  8. Das seit bereits seit 31.12.1997 gueltige Gesetz ueber Arbeitsgenehmigung (WORK PERMIT) wird nun zuegig von den Behoerden (Immigration Phnom Penh Unit und lokalem Arbeitsministerium der jeweiligen Gemeinde) umgesetzt. Wer ein Typ E Visum hat und keine Arbeitsgenehmigung hat wird seit dem 1.7.2014 mit Strafe rechnen muessen. Meine habe ich Heute mit 125 USD an den Immigration Chef gegen Quittung bezahlt. Ausserdem wurde mir mitgeteilt dass ich nun innerhalb 30 Tagen die Arbeitsgenehmigung beim Arbeitsministerium besorgen muss. Als Rentner darf ich dann pro Jahr laut aktuellem Gesetzstand 60 USD zahlen waehrend diejenigen die hier tatsaechlich arbeiten 100 USD bezahlen muessen.

    Rentner die nicht in Kambodscha arbeiten muessen trotz aller Zweifel die viele Kommentatoren im Internet verbreiten nachweisen dass Sie tatsachlich nicht arbeiten und ein

    “Resident Dokument”

    abgestempelt und unterschrieben vom Village Chief, lokalem Polizei Chef sowie der lokalen Stadtverwaltung einholen was im guenstigsten Fall ca 2 Arbeitstage in Anspruch nehmen duerfte.

    Ausgeruestet mit diesem Resident-Rentner Nachweis muss man dann innerhalb 30 Tagen beim lokalen Ministerium fuer Arbeit vorstellig werden und dort die so begehrte (preisreduzierte fuer Rentner ) Arbeitsgenehmigung beantragen. Diese schlaegt dann mit 60 USD pro Jahr zu buche.

    Ich kann mir ehrlich gesagt kaum einen einzigen auslaendischen Rentner hier vorstellen der das ganze ohne Khmer Assistent mit guten Sprachkenntnissen alleine bewerkstelligen kann. Kommunikation ist alles.

    Beim Arbeitsministerium ist man der Meinung das saemtliche abgelaufenen Jahre seit dem ersten Typ E Businessvisum NACHTRAGLICH bezzahlt werden muessen. Also Anzahl der Jahre x Beitrag (Rentner : 60 USD/Arbeiter 100 USD pro Jahr)
    Wer dem innerhalb von 30 Tagen nicht nachkommt wird strafrechtlich verfolgt und muss mit weiterer Geldstrafe sowie Gefaengnis und selbst Ausweisung rechnen.

    Die einfachen Jahre in Kambodscha duerften damit fuer viele unter uns erst mal vorbei sein. Ich bin ueber diesen Freiheitsverlust aeusserst traurig. Aber dann, wenn ich an zu Hause und die Buerokratie denke die mir da droht, dann ist das alles noch im Maas.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.