Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Gesundheitswesen – Tod durch falsche Medikamente?

Am Anfang der Woche starb in Siem Reap eine junge Kambodschanerin, nachdem ein Arzt ihr, aufgrund einer Fehldiagnose, falsche Medikamente verabreicht hat. Die Frau ging vor etwa einen Monat wegen Juckreiz auf ihrer Kopfhaut in eine kleine Klinik um sich untersuchen zu lassen. Der behandelnde Arzt und Eigentümer der Einrichtung gab ihr zwei Spritzen und ein paar Tabletten, ohne zu erklären, was es mit dem Juckreiz auf sich hat.

Kurz nach dem Arztbesuch spürte die Frau Taubheit in den Armen und Beinen. Nach drei Tagen ging sie zurück in die Klinik aber da war der Arzt gerade zu beschäftigt, um sich um sie zu kümmern. Beunruhigt über die zunehmende Taubheit in ihrem Körper suchte die Frau einen Tag später das Siem Reap Provinzkrankenhaus auf, wo man ihr dazu riet, umgehend medizinische Hilfe in einem Krankenhaus in Phnom Penh in Anspruch zu nehmen.

Daraufhin begab sich die Frau im Beisein ihrer Familien in ein besser ausgestattetes Krankenhaus nach Phnom Penh, wo ein Arzt feststellte, dass etwa 70 Prozent ihres Körpers bereits abgestorben waren. Ob die Medikamente die ihr der Doktor in der Klinik in Siem Reap gegeben hat, die Ursache dafür waren ist nicht bewiesen, aber die richtigen können es offensichtlich nicht gewesen sein. Weil man nun nichts mehr für sie tun konnte, nahm die Familie sie wieder mit nach Hause, wo sie letztendlich verstarb.

Im Gesundheitsministerium, welches sich in den Fall eingeschaltet hat, geht man davon aus, dass die Frau am Guillain-Barré-Syndrom gelitten hat, eine seltene und unheilbare entzündliche Veränderung des peripheren Nervensystems. Über die kleine private Klinik in Siem Reap wurde inzwischen herausgefunden, dass sie gar keine Genehmigung hat, also illegal praktiziert.

Quelle: http://www.phnompenhpost.com/national/woman’s-death-prompts-scrutiny-unlicensed-clinic

Aber auch eine Genehmigung ist in Kambodscha noch lange kein Garant für Qualität. Ernsthafte gesundheitliche Probleme kann man hier auch nach einem Besuch in einer genehmigten Einrichtung bekommen. Davon kann zum Beispiel die thailändische Lebenspartnerin eines Bekannten berichten, die in einer populären Klinik hier in Sihanoukville, auf Denguefieber behandelt wurde, obwohl sie Malaria hatte. Die falschen Medikamente haben der Frau beinahe das Leben gekostet. Ein anderer Bekannter, der mit einem Augenleiden in dieselbe Einrichtung gegangen ist, hat die falschen Augentropfen bekommen und wäre fast erblindet.

Posted in Kambodscha.

One Comment

  1. Da wird ja zum Teil grobfahrlässig, wenn nicht gar kriminell gehandelt!
    Aber auch hier in D-A-CH gibt es leider immer mehr Fälle, wo die “Halbgötter in Weiss” pfuschen!
    Verantwortung übernehmen? In zahlreichen Fällen erst nach gerichtlichen Auseinandersetzungen 🙁

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.