Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

In Kambodscha keine Jobs für Ausländer

Immer wieder erreichen mich Anfragen von Leuten aus Deutschland die in Kambodscha eine feste Arbeit suchen, damit sie hier leben können. Ich will das hier jetzt Mal pauschal beantworten. Zunächst sollte man wissen, dass es in Kambodscha keinen offiziellen Arbeitsmarkt für Ausländer gibt. Dies begründet sich darin, dass Ausländer als Arbeitskräfte zu teuer sind, ihnen jedes Jahr obendrein noch eine Arbeitserlaubnis bezahlt werden muss und dass sie nicht die Landessprache “Khmer” beherrschen.

Eine ganz normale lokale Arbeitskraft verdient, je nach Tätigkeit und Qualifikation, zwischen 100 und 200 $ im Monat, besser qualifizierte Leute in besseren Positionen vielleicht 300 bis 400 $. Selbst Kambodschaner, die in vielen Dingen wesentlich anspruchsloser sind als wir Weißen, haben es mit solchen Gehältern sehr schwer, sich einen vernünftigen Lebensstandard aufzubauen. Wie soll das dann jemanden aus Deutschland gelingen?

Die Ausländer, die in Kambodscha festbezahlte Jobs haben, sind entweder Botschaftsangestellte, wurden von Firmen aus ihrer Heimat hierher geschickt oder arbeiten im Rahmen einer Hilfsorganisation, die ihre Mitarbeiter direkt in ihren Heimatländern rekrutieren. Wer hier vor Ort einen Job findet, der ihm eine angemessene Lebensgrundlage bietet, der hat entweder sehr viel Glück oder ist außerordentlich gut vernetzt und/oder hat besondere Fähigkeiten.

Fazit, es ist keine gute Idee nach Kambodscha auszuwandern, in dem Glauben hier einen festen Job zu finden. Nur Ausländer, die in der Lage sind auf selbstständiger Basis Geld zu verdienen, sei es durch ein Geschäft eine Firma oder durch das Internetz, können in Kambodscha überleben. In jeden Fall sollte man genug Geld mitbringen.

Posted in Auswandern.

9 Comments

  1. Die wenigen Deutschen/Deutschsprachigen, die sich hier erfolgreich als Selbständige niedergelassen haben, berichten unisono, dass sie hier mehr arbeiten müssen als zuvor in Europa. Das liegt meist daran, dass sie bestimmte Schlüsselaufgaben nicht an Khmer delegieren können oder wollen. Einen deutschen Manager einzusetzen rechnet sich wiederum nicht, weil ein solcher nicht einmal für das von Don Kong genannte ‘Khmer-Spitzengehalt’ von 400.- US$ zu bekommen wäre.

    Gelegentlich ist der Satz zu hören: ‘In Kambodscha kann man ein kleines Vermögen machen – wenn man ein Großes mitbringt’. 🙂

  2. Da kann man auch noch hinzufügen, dass Selbständige auch keine schnelle Mark (klingt besser als schneller Euro) hier machen. Die erfolgreichen Unternehmer sind zumeist in Phnom Penh und haben einiges investiert. Herbys Bemerkung stimmt jedenfalls. Die sog. ausländischen Kleinunternehmer hier leben eher von der Hand in den Mund. Wenn die im Monat $1000 für sich entnehmen können, sind sie gut dran. Damit einher gehen lange Arbeitstage, wenig richtig Freizeit und kaum Urlaub. Man kann zwar so leben, aber sicherlich nicht wie in Deutschland mit €2000 netto (Durchschnitt lt. Statistik 2015), wobei die Frau dann meistens noch dazuverdient. Ob das Wetter das rausreisst? Grosse Abstriche beim Lebensstandard sind normalerweise für das Leben hier in Kauf zu nehmen. Wer den Schritt wagt, sollte sich über die Folgen im Klaren sein. In Sihanoukville dürfte es wohl noch etwas schwieriger sein. Puste muss man haben, wenn man erfolgreich sein will.

  3. Falls man etwas kann was in Cambodia kaum ausgebildet wird, geht es dennoch. Z.Bsp….”Deutsche Trainerlicens”, kann man über jeden Sportverein in Deutschland machen, reicht für den Sportmanager im CCC 1.200$ month, oder für andere Tätigkeiten in Spoertvereinen in PP. Ebenso für Sport-und Englischlehrer sofern man Englisch spricht. 10$ die Stunde. Arbeitserlaubnis muss man aber selbst bezahlen. Miete für Häuschen sollte nicht 180$ überschreiten. (Randbezirke)

    Aber es ist richtig…..no risk no fun. Das kann nicht jeder.

  4. Und ich dachte immer, in Kambodscha könnte jeder, der woanders gescheitert ist – dank seiner langnäsigen Überlegenheit – mit ein paar Stunden Arbeit am Tag das dicke Geld verdienen.

    Den Rest des Tages würde man dann Cocktails schlürfend und Havanna rauchend mit ein paar schönen Mädchen am Strand verbringen.

  5. Es ist wie überall. Wer es im eigenen Land zu nichts gebracht hat, wird hier erst recht scheitern. Von 100 die ich hier ankommen sehe, eröffnen 99 eine Bar, Restaurant, Gästhaus…..und sind nach kurzer Zeit wieder weg oder pleite. Danach des grosse Erwachen: Mein Mädchen hat mir doch gesagt es ist so easy hier zum Geld machen.
    Stimmt…………für Sie! Denn sie hat ja wieder einen Dummen gefunden und der nächste wartet schon………..
    In diesem Land braucht es andere Ideen die von der Masse abheben um überleben zu können!!

  6. @Bruno – stimmt, aber man muss halt auch bedenken, was denn Ausländer hier so machen können. Englischlehrer gibt es zu Hauf – schaut mal in die englischsprachigen Foren – und für Deutsche wohl ehe ungeeignet. Sporttrainer ist wohl auch ziemlich begrenzt. Es bleibt deswegen für die meisten dann tatsächlich nur eine Bar, Restaurant oder guesthouse, was bei uns wohl Pension heissen würde. Das Problem ist, das die meisten nicht vom Fach sind und meistens deswegen scheitern, wobei SHV eigentlich auch schon genug von allen hat. Viele von den paar deutschen Restaurants hängen direkt von den deutschen Expats ab. Die Zahl der Deutschen hier ist aber überschaubar; auf Dauer kann man darauf aber nicht bauen. Zwei ehemalige Gäste von mir eröffnen ein eigenes Geschäft. Auch wenn der Erfolg nicht unbedingt gegeben sein sollte, bringen sie eine gute Voraussetzung mit: sie sind nicht auf das hiesige Einkommen angewiesen.

  7. @Klaus du bringst es auf den Punkt!
    Somit heisst das nichts anderes als:
    …..bringt eine gute Idee mit wenn Ihr hier überleben wollt,
    oder…………genug Bargeld!
    Wer nicht auf ein Einkommen angewiesen ist, ist klar im Vorteil.
    (sind aber die Allerwenigsten)

  8. Die “schnelle und grosse Kohle” (als Beispiel) machte im letzten Jahr ein Franzose mit einer “abgehobenen” Idee hier in Sihanoukville an der Occhheuteal Beach: Sein Delta-Fluggerät war mit einem Gummiboot verbunden und hinter diesem ein Propellermotor für den nötigen Schub. Hinter dem Pilot der Passagier, der für einen 20-Minuten Flug 50 Dollar bezahlte! Die Passagiere nippelten an ihrem Drink und warteten bis sie unter den Dutzenden endlich an der Reihe waren! Es waren zeitweise 3 Fluggeräte im Einsatz. Ein Viertes stand als Reserve bereit! Mit 1 Boot setzte man pro Stunde locker 100 US$ um! Ein solches Fluggerät koste 24’000 US$, hat mir der Inhaber gesagt! Das Projekt scheiterte nach einigen Monaten gutem Verdienst nicht nur wegen der fehlenden staatlichen Bewilligung, sondern auch wegen Langnasen, die sich über den Fluglärm so beschwerten, wie sie es in Europa auch tun würden…! Das Projekt wechselte den Standort! Und macht jetzt halt die “schnelle Kohle” woanders und zeigt Sihanoukville den Stinkefinger…

  9. Wie sieht es eigentlich mit der Rechtssituation für Freiberufler aus? Ich erhalte meine Aufträge über weltweite Auftraggeber aus der IT-Branche und bin völlig ortsunabhängig, außer Internet und Computer benötige ich nichts. Dürfte ich dann in Kambodscha “einfach so” legal meine Tätigkeit fortführen? Und wie sieht es mit der Besteuerung aus – vermutlich würde ich mit meinem bisherigen Einkommen für kambodschanische Verhältnisse absolute Spitzenverdienste erzielen (Spitzensteuersatz?).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.