Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Selbstständigkeit in Kambodscha – Nachtrag

Nachtrag des Gastautors auf die vorangegangenen Gastbeiträge zum Thema Selbstständigkeit in Kambodscha.

Auf die Frage, ob ich das noch einmal machen würde, habe ich schon lange erwartet. Also ich persönlich würde mich nicht noch einmal mit einem Dienstleistungsgewerbe hier selbstständig machen. Das liegt aber nicht zuletzt an meinem Alter, aber auch an den Umständen, allen voran die allgemeine Unzuverlässigkeit der Leute. Selbstständiges arbeiten kennen Mitarbeiter hier nicht. Dabei habe ich noch Glück, weil der Kern meine Mitarbeiter wirklich gut ist. Wie schon erwähnt war dies als Ruhestandsobjekt ausgelegt, entwickelte sich jedoch aufgrund der geschilderten Probleme zu einem Vollzeitjob. Nach einem langen Berufsleben als Selbstständiger ist man nach einer gewissen Zeit doch müde. Das ist bei mir jetzt eingetreten.

Obwohl die meisten Gäste ja ohne Probleme sind und man mit einigen sogar ausgezeichnet auskommt, gibt es doch Einzelne, die mit ihren kleinlichen, oftmals nicht gerechtfertigten Beschwerden, auf den Keks gehen. Ich lebe hier, weil meine Frau Kambodschanerin ist. Was mich persönlich noch stört, ist die Einstellung der Gesamtbevölkerung als zu sehr ´Laissez-faire`, sprich im Allgemeinen gleichgültig dem anderen gegenüber. Das ist auf dem Land noch nicht so ausgeprägt, aber in Phnom Penh und hier sehr gegenwärtig. Die Hilfsbereitschaft hält sich in Grenzen. Ein Gast wurde abends auf dem Weg ins Hotel von Handtaschendieben überfallen. Es ging gut aus, aber keiner der Khmer in der Nähe kamen zur Hilfe, obwohl der Räuber vom Motorrad abgestiegen war. Ich hadere damit nicht, weil man ja ohnehin machtlos ist. Es hinterlässt aber immer einen faden Geschmack.

Der Tourismus wird sich in Kambodscha tendenziell weiter positiv entwickeln. Er wird aber den allgemeinen Wirtschaftszyklen folgen, sodass man so etwas nicht ohne Reserven durchziehen kann. Wer dass also auf Sparflamme betreiben will, wird über kurz oder lang Schwierigkeiten haben. Deswegen sieht man relativ viele Verkaufsangebote nach nur einer kurzen Zeit. Viele übernehmen auch einen Betrieb, bloß um festzustellen, dass der wirklich nicht für sie geeignet ist.

Jüngere Leute, und damit meine ich auch noch 50-Jährige, mit entsprechender Energie und Durchhaltewillen haben sicherlich eine Chance, die sie aber wohl in jedem anderen Land auch hätten. Wie erwähnt, Geld sollte wirklich ausreichend vorhanden sein, denn billig ist Kambodscha für Ausländer auch nicht mehr. Was Kambodscha attraktiv für Ausländer macht, sind die z. Zt. großzügigen Einreisebedingungen. Dass das nicht so bleibt, kann abgewartet werden. Was es schwer machen kann, ist die oftmals stoische Eigenart der Kambodschaner und die Korruption, unter der aber die Einheimischen genauso zu leiden haben.

Der Vergleich mit Thailand ist durchaus angebracht. Es ist aber in Thailand allein wegen der Visafrage schwieriger, ein Geschäft aufzumachen. Für eine Ltd. braucht man 7 Gesellschafter, 5 davon müssen Thai sein (kann sich geändert haben), Minimumkapital ist THB 2 -3 Mio., je nach Geschäftsart. Der Tourismus in Thailand mit ca. 25 Mio. Besuchern ist 5-mal so groß wie in Kambodscha mit ca. 5.0 ausländischen Besuchern. Das Land ist auch wesentlich größer und hat ca. 55 Mio. Einwohner, gegenüber 15 Mio. hier und die Entwicklung ist ca. 30 Jahre voraus.  Sind in beiden Ländern immer noch Wachstumsraten zu erwarten? Ohne Frage; Kambodscha fehlt teilweise nur die entsprechende Hotellerie, insbesondere hier in Sihanoukville. Die vielen kleinen Hotels, meines inklusive, sind nicht für den Massentourismus geeignet. Man braucht da Hotels mit 200 bis 500 Betten. Was momentan passiert, ist eine wilde Bauwut ohne Planung. Wie schon gesagt, die Kambodschaner denken, einer ist erfolgreich, dann kann ich das auch. Da entsteht beispielsweise neben der Kläranlage in Sihanoukville eine 30-Zimmer-Anlage. Was haben die sich dabei gedacht?

Hier müssen die Multinationalen herkommen, wie sie es in Phnom Penh und in Siem Reap schon getan haben. Die Planung für Koh Rong geht in diese Richtung, aber die Royal Group ist ja nicht gerade für schnelle Umsetzung in dieser Hinsicht bekannt. Wenn das überhaupt realisiert wird (Finanzierung?), dann wird es Jahre dauern. Es gab da schon einmal jemand (Russen) mit hochfliegenden Plänen an der Hawaii Beach. Die Anlage dümpelt da mit leer stehenden Apartments und Bungalows vor sich hin. Was Planung angeht oder Marktstudien angeht, so haben die Russen das offensichtlich nicht getan. Die Royal Group hat das angefangen, um sich zunächst die Rechte zu sichern. Der neue Investor hat das nun beurteilt, wie das in Touristikkreisen gängig ist. Man besucht beispielsweise eine Insel, sieht einen hervorragenden Strand, den man für sich allein hat und damit ist dieses Stück Land reif für eine gehobene Hotelanlage. Wenn man zahlungskräftige Investoren hat und die Rechtslage stimmt, klappt das dann auch. Der Rest ist Marketing. Die Insel Koh Chang in Thailand, nahe der kambodschanischen Grenze, habe ich als erster in einem deutschen Reisekatalog vorgestellt. Es gab 1988 dort eine einzige 3-Sterne-Anlage. Fast alle großen Reiseveranstalter (TUI und die damalige LTU-Gruppe) folgten zwei Saisons später. Das wurde mit der Zeit immer gefragter und schon waren Investoren da, die da eine Anlage nach der anderen hinbauten. Der Rest ist Geschichte.

Der Hemmschuh ist die kambodschanische Regierung und deren Vetternwirtschaft. Die Leute in den Schlüsselfunktionen haben ja in den seltensten Fällen ein Studium absolviert und haben vielfach von Tuten und Blasen keine Ahnung. Die haben die Funktion ja nur über Beziehungen bekommen oder aus Dankbarkeit wegen Loyalität. Die sind so sehr mit sich selbst beschäftigt, dass sie die Wirklichkeit um sich herum komplett vergessen. Was da immer öffentlich abgelassen wird, sind ja nur Sprachhülsen, denen in den wenigsten Fällen Taten folgen. Das beste Beispiel ist der Strand in Ochheuteal. Der Touristikchef der Provinz ist dafür zuständig, dass der sauber gehalten wird, dass keine Abwasser in das Meer fließen, dass die sanitären Einrichtungen in den Restaurants und Bars hygienischen Maßstäben gerecht werden, etc. etc. Da ist seit Jahr und Tag nichts passiert, weil der gute Mann offensichtlich überfordert ist. Momentan ist der einzige Strandabschnitt, der täglich gesäubert wird, vor dem Chivas. Da gehen meine Gäste hin, wenn sie nicht nach Otres zur Queenco Palm Beach fahren wollen.

In Thailand liegt auch noch viel im Argen, was z. B. die Müllbeseitigung und auch Abwässer angeht. Aber die Leute in den leitenden Funktionen der Ministerien haben zumindest mal fast ausnahmslos ein Studium, und davon vielfach ein paar Semester, wenn nicht gar ganz im westlichen Ausland. Natürlich werden auch da Regeln verabschiedet, die dann nicht befolgt werden; siehe Bauvorschriften nach dem Tsunami. Alles ist beim Alten. Trotzdem managen die Thai Offiziellen das Touristikgeschäft besser als die regierenden Kambodschaner. Vielleicht sieht es ja hier in 10 Jahren auch anders aus.

Vietnam ist kommunistisch und wer will sich in so einem Land auf Dauer niederlassen? Myanmar wird das kommende Land in SO-Asien touristisch gesehen sein. Aber da steckt ja noch viel mehr in den Kinderschuhen als hier. Ein Bekannter von mir (betreibt 5 Hotels in Phnom Penh) hat die Lage erkundet und sich ein paar Immobilien gesichert. Er beurteilt die Lage sehr positiv.

Ob Kambodscha nun für jemanden geeignet ist, muss letztlich jeder für sich selbst entscheiden. Jeder hat eine andere Zielsetzung. Hier selbstständig sein ist jedoch kein Honigschlecken.

Posted in Auswandern.

23 Comments

  1. @Anonymous:

    Du hast das Thema “Selbständigkeit” wirklich aus allen Blickwinkeln betrachtet!
    Und das Resultat ist nüchtern, sachlich -und keinesfalls frenetisch hochgejubelt, was ja nur zu Enttäuschungen führen würde!

    Endlich auch Jemand, der die Gebilde “Hemmschuh” und “Sprachhülsen” realitätsnah umschreibt! Sie blockieren sich sogar noch gegenseitig, die verschiedenen Ministerien! Und deshalb kommt der Fortschritt kaum vom Fleck…

    Nach Deinen Berichten hätte ich nur noch die Frage, wann Du denn das erste Taschenbuch
    herausgeben tust…smile…

  2. @G.S.
    Ist ja ein richtiger Dialog zwischen uns beiden. Du kannst gerne mal vorbeikommen. In jedem Fall, wer hierher kommt, um sich selbständig zu machen, sollte sich das gut überlegen. Es gibt andere bessere Länder, wo das leichter ist und die auch im Lebensunterhalt günstig sind. (Panama, Belize). Wer aber hier gerne hart und lange für relativ wenig Geld arbeiten will, liegt hier richtig.

  3. Hallo @Anonymus:

    Dieser Nachtrag, das Resummee war der beste Artikel aller Deiner Gastbeitraege ueber die Selbstaendigkeit in Kambodscha, vollkommen realistisch !
    Fuer mich klingt hier auch etwas Wehmut, gepaart mit Kraftlosigkeit und “will nicht mehr” heraus, was durchaus in einem gewissen Alter und den Umstaenden in Kambodscha entsprechend voellig normal ist, wie Du ja schreibst.

    Ich wundere mich, dass Du das so lange durchgehalten hast ! Dafuer gebuehrt Dir mein Respekt !

    Aber, wo soll man noch hin wenn man sieht, was gerade aus Merkel-Deutschland wird ?

    Panama ist nicht schlecht, Belize hat leider hohe Kriminalitaetsraten zu verzeichnen und ist bitter arm.
    Habe beide Laender bereits vor laengerer Zeit bereist.

    Die weltpolitische Lage wird uns leider in naechster Zeit noch einiges an negativen Ueberraschungen bieten und (fast) keiner weiss – ausser denen, welche die neue Weltordnung planten und durch setzen werden – wo es lang gehen wird ! Daher sollte man versuchen, das Unerwartete erwarten zu lernen um dann richtig reagieren zu koennen !

    Herzliche Gruesse aus dem angenehm kuehlen Chiangmai – Manfred –

  4. Habs nicht ganz gelesen, ist aber nicht so gut recherchiert. Thailand hatte 2014 25 Mio. Touristen. Kambodscha hatte bereits 2007 2 Mio Touris. Das war mein erstes Jahr in Kambodscha und ich erinnere mich noch an die Meldung. Aktuell (2014) waren es 4,5 Mio.

  5. Meine Güte, Tom, hast du denn das Wort ca. gelesen? Solltest mal alles lesen, wenn es dich interessiert und bevor du Kommentare abgibst.

    Und was sind schon die Angaben der Behörden hier wert? Sihanoukville hatte 2015 1.5 Mio. Besucher, davon 400,000 Ausländer. Wenn du im Gewerbe wärst, würdest du wissen, dass das alles Kaffeesatzlesen ist. Seit Jahr und Tag sollte man Besucherstatistiken führen und beim Touristikamt abgeben. Ich glaube, wir haben gerade 3 oder 4 in 2 Jahren abgegeben.

  6. Warum so gereizt? Davon abgesehen habe ich mich sehr wohl mit der Situation auseinandergesetzt. Schon vor 7, 8 Jahren waren die laufenden Kosten (vor allem Pacht) 5 mal so hoch wie auf Phuket bei einem Bruchteil an Touristen. Genau da liegt auch der Knackpunkt. Der größte Teil fliegt nach Siem Reap, bleibt übers Wochende, wenn es hoch kommt vielleicht ein paar Tage mehr, und macht einen Angkor Dauerlauf, weil ein Must see. Dann schafft es noch ein Teil nach Phnom Penh wegen der Khmer Rouge. Sihanoukville läuft unter ferner liefen, die die kommen, wollen Mädchen oder/und Drogen. Ziemlich klar beschränkte 3 bis 4 Monate Season, ab April dann von einem zum nächsten Monat immer noch weniger Gäste, bis das im September/Oktober einen massiven Nullpunkt erlebt.

    Läuft ein Laden, der von Ausländern geführt ist, ist in der Regel der Pachtvertrag auf wenige Jahre begrenzt. Verlängerungsoptionen kann man sich aufs Klo hängen. Und sieht der Khmer-Eigentümer dann, wie viel Geld verdient wird, wird die Pacht “angepasst”. Denken die Einheimischen, die was zu melden haben, dass Du ihnen ihr bestehendes Geschäft versaust, wirst Du aus dem Geschäft gedrängt, ohne dass sie daraus lernen würden und diesen vorigen Geschäftszuwachs halten könnten.

    Ansonsten lebt SHV von den Khmer-Touristen, die übers WE und an Feiertagen hier her kommen. Und Du hast teilweise Recht – warum sollten die großen Anbieter kommen? Das Image von Sihanoukville ist grottenschlecht. Touristen, die über die Landgrenze einreisen, zahlen als Willkommensgeschenk gleich mal den doppelten Visapreis. Und wenn in den Khmer geführten Gästehäusern dann auch noch Touristen, die den Aufenthalt im voraus bezahlt haben, plötzlich zusätzlich zur Kasse gebeten werden, weil grade zufällig ein Feiertag reingerutscht ist, an dem man statt 10 30 Dollar verlangen kann, macht es das auch nicht besser.

    Neunankömmlinge erleben Sihanoukville von der Expatseite oftmals wie eine Stadt, in der eben die Goldgräberstimmung ausgebrochen ist. Ist man dann erst mal eine Zeit da, fällt der Putz schnell ab von der Fassade und offenbart den Überlebenskampf, den hier viele führen. Alle sprechen davon, dass die “guten Zeiten” schon noch kommen und man bis dahin durchhalten muss/soll. Doch die massive Korruption ist in der Tat das größte Übel. Nur, will man langfristig investieren, fragt man auch, was passiert, wenn Hun Sen weg ist.

    Jetzt will Rainsy die Vietnamesen raus haben, weil sie angeblich die Jobs wegnehmen. Was, wenn er sich zu einer Art Thaksin wandelt und als nächstes die Ausländer im Fadenkreuz stehen wie in Thailand? Oder was, wenn Hun Sens Familie nicht klein beigibt – und auch nicht der US-finanzierte Rainsy? Alles Glücksspiel. Deshalb werden in den nächsten Jahren auch keine großen europ. Investoren kommen. Siem Reap und Angkor funktioniert. Dort kommt zumindest so viel Umsatz rein, dass es das Risiko wert ist.

    Ja, und das Chiva ist gut. Ich wünsche den Betreibern von ganzem Herzen, dass sie es schaffen. Aber im Moment ist der Laden grade ein paar Monate alt, also nicht gut als Messlate oder Bezugsgröße. Die, die derzeit gutes Geschäft machen, sind diejenigen, die gekommen sind, als der Quadratmeterpreis noch bei ein paar tausend Riel lag oder die einen der originalpachtverträge am Strand haben. Alle andern schuften nur und können einen Riesenerfolg feiern, wenn nur die laufenden Kosten eines Jahres erwirtschaftet werden können.

  7. Vielem kann ich aus eigenem Erleben zustimmen. Steine die in den Weg gelegt werden, Ministerien die sich nicht einig sind über Zuständigkeiten, überhöhte Pachtverträge etc.. Ob es allerdings die Multinationalen reißen werden und ob dies überhaupt gut ist, wage ich zu bezweifeln.
    Eins wurde allerdings vergessen. Es dürfte kaum Länder geben in denen es für Ausländer so leicht ist ein Geschäft zu eröffnen. Manch einer verdient sich hier inzwischen seinen Lebensunterhalt und das auch gar nicht schlecht. Beispiele gibt es genug. Klagen tut natürlich jeder aber das gehört ja auch zum Geschäft.
    Die meisten die die Segel streichen mußten, sind kaputtgegangen an Ihren Illusionen, vollkommener Selbstüberschätzung, absoluter Fehleinschätzung des Landes etc.. Auch davon gibt es jede Menge Beispiele.

  8. @Tom:
    “die die kommen, wollen Mädchen oder/und Drogen.” Auf dieser Basis macht doch Keiner den Schritt in die Selbständigkeit im Gastgewerbe…? (Nebst all den anderen leider wahren Problemen, die Du wahrscheinlich aus Erfahrungen beschreibst!)
    Meine Wahrnehmung muss ja auch nicht richtig sein; -aber v. vielen Sihanoukville-Besuchern,
    ob jung oder älter höre ich immer das Gleiche: “Zum Schluss der wertvollen kulturellen Eindrücke, gönne man sich noch ein paar schöne Tage am Meer…”! Zudem fällt mir auf dass immer mehr “kinderbestückte” Familien hierhin finden! (Nebst den Backpackers!)
    Dass Sihanouville nicht nur von Sex -u. Drogentouristen aufgesucht wird, beweist doch auch die Bautätigkeit: Z.B. “The Blue Sky Tower” an der Independence Beach. 2 Km davor geht ein “Kasten” hoch, dessen Werbetafel nur in Chinesisch und Khmer wirbt, weil offenbar “English” nicht nötig ist! -Oder der “D’Seaview” Condominium Tower mit über 700 Appartements, wo kürzlich der Spatenstich stattgefunden hat…!
    Und nicht zu vergessen die im Bau befindliche Strasse vor dem Wat Otrès direkt zum Flughafen…!
    Aber ich fühle was Du meinst Tom: Diese Regierung ist nicht fähig, aus viel gutem Willen von Investoren etwas zu machen und ihm eine Sicherheit zu garantieren! Das ist mehr als frustrierend! -Und leider, so denke ich, hält das so mancher von der Selbständigkeit im Gastgewerbe längers je mehr ab…leider!

  9. @Tom:

    Hallo Tom, Dein letzter Kommentar und die darin enthaltene messerscharfe Analyse ist absolute Spitze !

    Genauso ist es !

    Wir Wenige, ich meine die, welche seit ueber 20 Jahren hier sind, koennen das von Dir oben ausgefuehrte nur bestaetigen !

    Uebrigens hat der jetzige Praesident schon vorgesorgt und zwei seiner Soehne in wichtige Positionen gehievt, um langfristig das Land zu regieren. Ein Sohn hat schon Anspruch auf die Fuehrung des Landes angemeldet.

    Rainsy spielt im Moment keine Rolle und lebt im selbsternannten “Asyl” in Paris.
    Wenn er zurueck kommen wuerde, waere er zwar im Gefaengnis, aber als Held ! Aber er kommt nicht und deshalb hat die jetzige Fuehrung vorerst gewonnen !

    Du hast auch mit Deiner Aussage voellig recht, dass die guten Geschaefte nur in der Zeit 1988 bis 2000 liefen, vorallem die Grundstuecksgeschaefte, das wissen “die wenigen weissen Erstentdecker” und vorallem auch die Auslands-Khmer, die viel Geld ueber Verwandte damals rein pumpten und heute den Reibach machen !

  10. Na ja, ich bin jedenfalls einer, der mit dieser `Analyse` nicht übereinstimmt. Es sind eben gerade die, die keine Ahnung haben, wie sie einen Vertrag hier aushandeln, die meistens ohnehin nur Reingeschmeckte sind, die dann auch scheitern. Deswegen habe ich mir ja die Mühe gemacht, die Schwierigkeiten aufzuzueigen. Kurzfristige Verträge hängen immer vom Mieter ab. Optionen sind durchsetzbar, ohne Zweifel. Ich kann da entlang der Beach Road, Serendipity oder Ochheuteal ein Dutzend aufzählen, die das seit Jahren durchexerzieren und die seit langem dort erfolgreich im Geschäft sind – ich glaube, es gibt dort aber auch keinen einzigen Deutschen. Es gibt aber schon auch ein paar Deutsche an anderer Stelle, die seit Jahren erfolgreich sind. Es ist natürlich auch eine Illusion zu glauben, man könnte $500 Miete in der besten Geschäftslage auf Jahrzehnte bekommen. Das Kambodschaner ein Geschäft übernehmen, wenn es gut läuft, ist ein Märchen, das immer wieder auf Foren beschrieben wird. Es mag Einzelfälle geben, aber meistens haben die Besitzer keine Ahnung vom Geschäft, wie man westliche Touristen anspricht und wollen lieber von den Mieterträgen leben, oder wenn sie es übernehmen scheitern sie. Die erfolgreichen Hotels beispielsweise, die fast nur westliche Besucher ansprechen, sind ausnahmslos unter westlicher Leitung oder in westlicher Hand. Ein paar spezialisieren sich auf Asiaten und die sind dann auch in asiatischer, nicht notwendigerweise kambodschanischer, Hand.
    Das mit den Grundstücksgeschäften ist zwar wahr, aber welcher westlicher Ausländer hat das denn schon riskiert? Und das die Zeit von 1988 bis 2000 gut für Geschäfte war, trifft auch nur auf die überaus Wagemutigen zu, und das waren meistens Thais, Malayen, Taiwan-Chinesen, Koreaner, etc. Viele davon sind mit eingekniffenem Schwanz wieder nach Hause. Ich kenne einen US-Koreaner der so eine schlanke Million in den Sand gesetzt hat. Andererseits kenne ich natürlich einen weiteren Koreaner aus der Zeit, der Geschäftsführer einer Bank war, die zum Teil einer Tochter Hun Sens gehörte. Der hat am Verkauf der Bank an Kasachen gut Geld verdient, mit dem er Millionen in Grundstücksgeschäften gemacht hat. Aber der war dann auch kambodschanischer Staatsbürger.
    In SHV kenne ich nur einen westlichen Ausländer, der mit seiner Khmerfrau, ein grösseres Grundstück gekauft hat. Er hat ausgesorgt, das ist wahr. Dies sind aber wahrlich Einzelfälle. Diese Geschäfte waren nichts für Westler.

  11. Und was ich vergessen habe : Das mit SHV als Anhängsel kann auch nur von einem kommen, der nicht im Geschäft ist. Die Durchschnittsaufenthaltsdauer beispielsweise in der Hochsaison ist bei mir 11 Tage und ich habe viele Gäste mit Kindern. Absoluter Unsinn.

  12. Wie gesagt in vielen gebe ich den Vorkommentatoren recht dennoch erscheint es mir zu schwarz/weiß, da nur die äußeren Einflüße (also von Khmerseite her) beleuchtet werden. Sicherlich die machen es einem in der Tat oft genug schwer und werfen zurück. Weiterhin bezweifle das die Beschreibung der hier ankommenden Touristen von @ Tom so richtig ist. Auch hier gilt es ist nur ein Teil, der vielleicht noch vor einigen Jahren der bestimmende Teil war, aber in den letzten Jahren rückgängig ist. SHV ist für Sextouristen bei weitem nicht so attraktiv wie Pattaya. Auch die Drogenkonsumenten halten sich in Grenzen. Dafür gibt es eine Zunahme an Langzeittouristen Rentner etc. die aus Thailand kommen, dazu eine Zunahme an Touristen die bereit ist eine höhere Preisklasse zu zahlen. Beispiel Otres 2 das in dieser Kategorie einige Resorts und Hotels zu bieten hat die seit einigen Monaten alle zu fast 100 % ausgebucht sind. Auch hat sich aus meiner Sicht die Saison verlängert. Sie beginnt jetzt schon im Oktober und endet im Mitte Mai. Auch im Juni/Juli zum Teil August sind noch relativ passable Geschäfte zu machen. Der schwierigste Monat ist in der Tat der September. Fazit aus meiner Sicht: Es findet eine Veränderung des Publikums statt und die Zeiten für Einkünfte haben sich verlängert.
    Nun was macht es für viele so schwer hier geschäftlich Fuß fassen zu können. Es sind nicht nur die von der Khmerseite vorgegeben Bedingungen sondern auch sie selbst. Natürlich geht für Neulinge hier eine Goldgräberstimmung aus aber die darf bei vernünftige Menschen doch nicht dafür Sorgen, daß ich mich blind in ein Abenteuer stürze. Beispiel welches ich hier oft erlebe. Es wird sich ein Guesthouse gemietet welches von der Pacht her vollkommen überteuert ist. Schon mit einfachem Kopfrechnen kann man sich ausrechnen das die Gewinne die in der Hauptsaison generiert werden bei weitem nicht ausreichen um die Regenzeit zu überstehen. Das kann nur schiefgehen und ist hier immer wieder und zwar in nicht geringer Anzahl zu beobachten. Ich würde mich jedenfalls auf solche Bedingungen nicht einlassen. Die Khmer freut es, da sie in genügender Anzahl Leute finden die dieselben Fehler wiederholen. Nächstes Beispiel Restaurants und Bars: Viele meine hier unter dem Motto “Wer nichts wird, wird Wirt.” mal schnell etwas eröffnen zu können und hoffen die Leute rennen ihnen die Bude ein. Das so einen Betrieb zu betreiben aber ein durchdachtes Konzept verbunden mit harter Arbeit erfordert übersehen sie. Dazu fehlen oft tiefere Kenntnisse über das Land und die Leute. Das Scheitern ist vorprogrammiert. Wieviel “tolle” Betriebe dieser Art habe ich in den letzten Jahren schon nach kurzer Zeit fallen sehen.
    Aber alle wußten sie wo es langgeht.
    Die, die sich durchgesetzt haben, und davon gibt es einige Beispiele hier, haben dies berücksichtigt. Sie sind erfolgreich als kleine und mittlere Unternehmen, haben aber auch den langen Atem der eigentlich überall auf der Welt wo Geschäfte betrieben werden benötigt wird. Das schnelle große Geld finden die wenigsten.
    Wie gesagt die Diskussion hier ist mir zu schwarz/weiß und beleuchtet leider fast nur die Khmerseite.

  13. @ Anonymus:
    Dann meinst Du oben mit Deinem 3-Zeiler als Dein letzter Kommentar wohl mich! -Denn ich bin nicht vom Geschäft und erlaube mir meine “Wahrnehmung” trotzdem hier im Blog kundzutun! Eine Wahrnehmung ist z.B. dass immer mehr “kinderbestückte” Familien hier Ferien machen! (Statt nur Sex -u. Drogentouristen!) Eine andere Wahrnehmung ist dass Viele nach ihrer “Kulturreise” noch SHV anhängen für Bade -u. Strandferien! Ist das falsch…? Und viele der Kambodschabesucher sagen “…wenn man die Angkor-Tempel nicht gesehen hat, hat man Kambodscha nicht gesehen! Was Du als absoluter Unsinn bezeichnest verstehe ich nicht und ich weiss nicht was Du meinst…?

    Und noch eine Wahrnehmung von mir: Mit dem 5-Sterne Projekt auf Koh Rong wurde der Khmer Tycoon Kith Meng von Einigen ziemlich sehr
    “hochgejubelt” und sein Geltungs -od. Einflussbereich beim “grossen Führer! Jetzt bin ich mal sehr gespannt was passieren wird; siehe hier:
    http://www.khmertimeskh.com/news/20371/tycoon-banned-from-otres-beach/

    Tolles Beispiel, jetzt zeigen zu können wie Verträge und Abmachungen im Khmer-Land funktionieren! Wie die Regierung “tickt”!
    Bin nicht vom Geschäft; -aber ich mache mir meinen “Reim”…

  14. @Anonymus:

    Hallo Anonymus, schade dass Du nicht zwischen den Jahren 1988 und 2000 in Grundstuecke investiert hast, wie man aus Deinem letzten Kommentar herauslesen kann !

    Du gibst zwar zu, dass das mit den Grundstuecksgeschaeften wahr ist, wie von Tom und mir vorgetragen wurde.
    Daraus schliesst Du aber in Deinem letzten Satz, dass diese Geschaefte nichts fuer Westler waren, das kann ich nicht bestaetigen !
    Da Du ja nur Koreaner anfuehrst, kennst Du vermutlich die langjaehrig anwesenden, wenigen Westler nicht, welche sich bei solchen Geschaeften eine “goldene Nase” verdient haben !

    Du kennst doch bestimmt den alten und doch so wahren Spruch:

    Man kann alles vermehren, Kinder, Kleider, Autos, Kuehlschraenke, Hotels usw., ausser Grund und Boden, der wird immer weniger !

    In D sagte man immer: “Land friesst kein Brot”, das gilt auch fuer Kambodscha !

    In diesem Sinne freundliche Gruesse aus Pattaya – Manfred –

  15. @ Anonymous:

    Ich sehe ja wirklich auch die Bestätigung in Deinen Analysen vom “Nachtrag” betreffend Selbständigkeit im Gast/Tourismus Gewerbe. Du führst interessante Gedanken an zu Vergleichen mit Thailand oder auch zum Koh Rong Projekt wo der Don Kong am 14. Dez. berichtet hat!
    Das Alles interessiert eben schon; -auch mich der nicht “vom Geschäft ist”; denn schliesslich interessiert man sich doch für Dinge, die im “ausgewählten Land” vonstatten gehen!
    Kaum hat der Don Kong von Koh Rong berichtet, liest man in Zeitungen schon wieder vom nächsten “Mega-Projekt” auf Koh Tang, wo offenbar auch noch ein Flughafen projektiert ist!
    Und das Alles während die “Westler” mit dem Überleben in ihren Projekten kämpfen! Da kriegt doch ein “Westler” unweigerlich das Gefühl “in diesem Land geht die Post ab, -da will ich hin; -da will ich ein Business aufziehen”…
    Aber es ist noch nicht “aller Tage Abend”! -Wir werden sehen, was von diesen “Mega-Projekten” zustande kommt! -Vielleicht nur Bau-Ruinen…?

  16. @M.Sindelar und @G.S.

    Der Kommentar von M.Sindelar ist praktisch die Fortsetzung von dem, was ich sowohl in meinen Beiträgen als auch in meinem Nachtrag angeführt habe. Ich kann diesen Kommentar nur unterstreichen, genau so ist und nicht anders. Wir waren im Oktober sehr gut gebucht; November, Dezember, Januar und Februar so gut wie ausgebucht. Juni und September sind bei mir die schlechten Monate, ansonsten liegen wir in der Regenzeit bei 70% Auslastung. Es sollten wirklich nur Leute kommentieren die entweder hier selbständig sind oder durch fundierte Beobachtungen, wie etwa G.S., Wesentliches beitragen können. Gerüchte und reine Mutmassungen helfen dem Leser, der sich hier orientieren möchte wenig.

    Im übrigen sind die Aussagen von der Royal Group und der Verwaltung widersprüchlich. Wem hier zu glauben ist, kann wohl unsereins nicht beurteilt werden. Von Vertragsbruch kann da wohl nicht geredet werden. Man kennt ja die Selbstherrlichkeit der Okhnas. Aber dass die Royal Group angefochten wird, ist an und für sich schon erstaunlich genug.

    In letzter Zeit lese ich auch viel Nachteiliges und Abträgliches über Sihanoukville. Damit ist keinem geholfen. Die Stadt wandelt sich langsam von einem Ziel für Backpacker und Sextouristen in ein normales Badereiseziel. Ochheuteal wird verteufelt, weil es schmutzig und ungepflegt ist. Das ist zwar oft richtig, aber eben nicht immer, und ein so grosser Strand, der das Hauptziel der Khmer ist, ist nun wirklich schwer sauber zu halten. Aber es werden Fortschritte gemacht.
    Im Netz liest man immer vom letzten Paradies auf Koh Rong – ich kann nur raten, fahrt erst mal hin und seht euch Koh Touch an.
    Ich war am Wochenende auf Koh Rong Samleum. Es gibt da eine Ecke, die ist noch schön und wird sich wohl auch so schnell nicht verändern, weil der Platz einfach zu klein ist. Aber Saracen Bay ist ja so gut wie zugebaut.

    So, das war´s aber nun für mich zu diesem Thema.

  17. @Anonymous

    Man muß nicht Unternehmer sein um diese Entwicklung mitzukriegen. Es reicht schon wenn man Augen und Ohren offen hält. Mich nerven einfach nur die Expats die seit Jahren die Veränderungen die stattfinden nicht wahrhaben wollen. Sie erstarren in den vergangenen Zeiten und wollen die positive Entwicklung nicht sehen, weil sie wahrscheinlich nicht in ihr gedankliches Konzept passt. Beispiel 1: es gibt hier in den letzten Jahren eine größer werdende Anzahl an Krankenhäusern, deren Qualität von Jahr zu Jahr besser wird. Dies hat die Attraktivität von SHV für diverse Touristen erhöht. Das Ganze ist im Zusammenhang damit zu sehen, das SHV nur die Anerkennung als internationaler Flughafen erhält wenn eine ausreichende Anzahl an Betten und entsprechende medizinische Versorgung zur Verfügung steht.
    Beispiel 2: Wer öfters mal am Otres baden geht, sieht seit etwas mehr als einem Jahr mehr und mehr Flugzeuge in der Startphase. Das hat es in dieser Form vor 2 Jahren noch nicht gegeben. Beispiel 3: Seit mehreren Jahren gibt es in deutschen Zeitungen zunehmend Berichte über Kambodscha als attraktives touristisches Ziel. Nur 3 Beispiele die SHV auch für andere Touristengruppen attraktiver gemacht haben.
    SHV mag weltweit sicherlich keine Spitzenposition in der Tourismusbranche inne haben, aber ich behaupte mal, für Südostasien wird es inzwischen beachtliche Werte vorweisen können sollten diese den ordentlich erfasst werden.
    Ich muß nicht von jeder Veränderung begeistert sein, aber als jemand der hier lebt sollte sie zumindest wahrnehmen. Die Summe der Erfahrungen, positive wie negative, kann für Menschen die zukünftig hier geschäftlich tätig sein wollen hilfreich sei und wenn es nur wenige sind die zuhören.

  18. Nachtrag:

    @ Anonymous

    Auch wenn ich an einigen Punkten mit dir nicht übereinstimme, danke für deinen Beitrag.

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