Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Schlechte Hauptsaison in Sihanoukville

Lagebericht aus Sihanoukville zur Hauptsaison 2015/2016

Im schönen Städtchen Sihanoukville ist nicht viel los in dieser Hauptsaison. Man fragt sich, was mit all den Leuten los ist, die sich noch im letzten Jahr hier an den Stränden und in den Straßen getummelt haben? Sollten die dieses Jahr alle zu Hause geblieben sein?

Bei den hier lebenden Ausländern gehen die Meinungen darüber, warum die Touristen nicht wie gewohnt gekommen sind, weit auseinander. Während die Einen sagen, dass die Kambodschaner selber daran schuld sind, meinen Andere wieder, es sei ein globales Problem. Denn nicht nur die weltweite Angst vor terroristischen Anschlägen, sondern auch der starke Wertverlust einiger Landeswährungen gegenüber dem U.S. Dollar, sind ohne Zweifel Grund genug, um auf eine Urlaubsreise zu verzichten.

Ganz gleich, welcher Grund es auch ist, die lokale Tourismusbranche ist darüber ganz und gar nicht erfreut. Offenbar hat das Ausbleiben der Gäste schon in den ersten Monate der Saison einigen Geschäften den Todesstoß versetzt. Immer häufiger sieht man an runtergelassenen Rolltoren, “Zu vermieten” Schilder hängen. Offenbar hatten die Betreiber nicht genug finanzielle Reserven und waren somit auch nicht auf eine Durststrecke vorbereitet. Einige davon werden wieder irgendwie auf die Füße kommen, die Meisten sieht man nie wieder.

Aber selbstverständlich gibt es hier in Sihanoukville auch etliche Pensionen, Hotels und Restaurants, die selbst in miesen Zeiten voll ausgelastet sind und gute Umsätze machen. Wenn man sich diese genauer ansieht, kann man immer die gleichen Merkmale erkennen. Sie befinden in zentralen Lagen, oder haben sogar Zugang zum Strand, sie bieten einen gleichbleibenden guten Service und sie existieren oft schon so lange, dass sie sich Stammkundschaft aufbauen konnten. Auch ausgefallene Konzepte scheinen weiterhin erfolgreich zu sein.

Auffallend ist, dass sich unter den Touristen, die trotz Terrorismus, schlechten Wechselkursen und meinetwegen auch der schlechten Infrastruktur von Sihanoukville, hier ihren Urlaub verbringen, sehr viele ältere Paare befinden. Gruppen von jungen Rucksacktouristen mit Schlabberhosen und Batik T-Shirts sieht man dagegen nur vereinzelt. Wie es zurzeit auf den Inseln vor Sihanoukville aussieht, ist mir nicht bekannt, wobei es schwer vorstellbar ist, dass sich der Touristenrückgang nicht auch dort bemerkbar macht.

Vielleicht ist ja schon in der nächsten Saison wieder alles besser, aber im Moment, sollte man im kambodschanischen Sihanoukville als Neuling mit dünner Kapitaldecke besser nicht auf den Tourismus setzen.

Posted in Kambodscha Reisen.

14 Comments

  1. Läuft es mal auf unserer Erdkugel nicht wie gewünscht, sind es primär Länder wie Kambodscha die es vorerst am härtesten trifft. Paradoxerweise liegt der Tourismus in den Nahostländer am Boden, somit sollte vom “Kuchen” wieder mehr übrig sein.

    Wie ich aus mehreren Quellen erfahren habe, sieht es in den anderen Landesteilen des Königreichs auch nicht viel besser aus.Somit komme ich auf den Poste zurück, den ich im Beitrag “Wie man sich in Kamb. selbständig macht/Teil 3” geschrieben habe. Kambodscha kann leider nicht mithalten, obwohl gerade jetzt die Möglichkeit am besten ist.

  2. Ich denke, dass das ausbleiben der Touristen auch damit zu tun hat,
    dass wenn man einmal in Sihanoukville war, das ganze eigentlich gesehen hat.
    Andere Destination bieten da erheblich mehr Ausflugsziele und Attraktionen.
    Zudem die Strände nicht als aussergewöhnlich schön zu bezeichnen sind…

  3. Deshalb wundert es mich auch dass das Tourismus-Ministerium “fähig” ist ihre jährlichen Zahlen immer nach oben “frisiert” zu veröffentlichen; -speziell auch für Sihanoukville!
    Ich glaube die Khmer-Mentalität hat da noch grossen Nachholbedarf in ihrem “Wollen” und “Können”; -verglichen zu Thailand etwa! -Als ob das Land auf Tourismus (Devisen!) nicht angewiesen wäre! Tuk-Tuk Fahrer die horrende Fantasiepreise verlangen, -Zimmertüren, die sich nur 45° öffnen lassen, -durchgebrochene Badewannenböden, die als Duschplatz dienen,
    stinkende Wäsche die unvollständig zurückkommt, -der sprachliche Mangel, -etc. aktuell in Saison 15/16…
    -Und dann eben noch die unregulierten fantasievollen Zollgebühren bei Landweg-Einreise!
    Das Alles, dieser Negativ-Werbeeffekt, spricht sich halt mit der Zeit auch herum! -Oder ist jetzt dieser grässliche Schutthaufen unten an der Serendipity beim Pier endlich weggeführt…? Und das stinkende Waste-Wasser das da täglich auf der Strasse herunterläuft wird wohl noch fliessen bis es nicht mehr wahrgenommen wird in der nächsten Regenzeit…
    Auch kein Wunder dass niemand das Telefon abnimmt bei der Touristenpolizei; -denn man kann ja 1. die Sprache nicht -und 2. wird man nicht gerne gestört beim Schach-Spiel vor dem Büro…

  4. Der Artikel von D. K. lehnt sich scheinbar an eine Facebook-Diskussion an. Da gab es ca. 70 oder so Kommentare.

    Der Schein trügt.
    Laut MOT kamen 2015 150.000 westliche Touristen nach Sihanoukville. Insgesamt verzeichnete Kambodscha einen Zuwachs von 7% in 2015. Das ist ein beachtliches Wachstum im Vergleich zu anderen Touristikzielen, inklusive Thailand.

    Im Januar waren die Zahlen ebenso positiv. Der Februar lässt sich ebenso gut an. Die Struktur der Reisenden hat sich jedoch verändert. Früher waren es in SHV hauptsächlich Rucksacktouristen und nicht zuletzt auch Sextouristen. Das ändert sich langsam. Familien und ältere Ehepaar verbringen nicht nur 2 – 4 Tage hier, sondern 7 oder 14 Tage. Das Angebot muss stimmen, d.h. wer Qualität bietet wird seine Kundschaft haben und wahrscheinlich auch behalten. Man muss sich die erfolgreichen Hotels, Restaurants nur anschauen. In jedem Fall buchen die Leute nur noch sehr kurzfristig, meistens innerhalb der nächsten 4 Tage. Lt. den Buchungsportalen sind ca. 70% aller Buchungen für den laufenden Monat.

    Die jungen Leute sind weitergezogen und tummeln sich auf den Inseln. Ein Blick dorthin zeigt es überdeutlich. Koh Touch auf Koh Rong und Saracen Bay auf Koh Rong Samleum sind bevölkert von hauptsächlich jungen (Rucksack-)Touristen und ein paar Späthippies. Die Älteren wollen auf einen gewissen Komfort nicht verzichten und bleiben in SHV. Ochheuteal ist zwar sehr verbesserungsbedürftig, aber auch da tut sich langsam etwas. Ansonsten verweise ich auf den 3. Teil über ´Selbständig in Kambodscha´.

    @G.S.
    D.K. hat meine Namen mit den Beiträgen nicht veröffentlicht; ich sah keinen Anlass, das zu berichtigen. Deswegen bleibt es dir überlassen zu raten, das die gleiche Person ist oder nicht.

  5. Anonymous, deine Einschätzung in allen Ehren, aber mein Beitrag lehnt sich nicht an die besagte Facebook Diskussion, sondern an das was ich persönlich sehe, wenn ich durch die Stadt fahre und von verschiedenen Personen aus Sihanoukvilles Tourismusbranche bestätigt bekommen habe. Dass sich das Durchschnittsalter der Gäste angehoben hat, hatte ich ja erwähnt, aber von mehr Besuchern kann ja wohl nicht die Rede sein. Es sein denn, die halten sich sehr viel in ihren Hotelzimmern auf, weil auf den Straßen und am Strand sieht man sie ja nicht. Auch die sonst so beliebten BBQ-Restaurants sind am Abend im Vergleich zu den Vorjahren ziemlich leer.

  6. Ich bin seit Jahren im Jan/Feb hier in SHV und egal was die Zahlen des Tourismusministeriums sagen, die Straßen, Bars,Gasthauses und Restaurants sind ziemlich leer. Umso erschreckender zu sehen, was hier ringsum so alles investiert wird. Ok, mit den grossinvestoren muss man kein mitleid haben, die verschandeln eh nur die landschaft aber als “Kleinanleger“ würde ich echt noch mindestens die nächste Saison abwarten wie sich die Situation entwickelt (Selbstständigkeit ist ja grosses Thema hier im Blog). Ansonsten, ich genieße die Ruhe und auch die Verfügbarkeit jeden Services mangels “Konkurrenz“ anderer Touris.
    Naja, ich lebe auch nicht hier und seh das aus meiner Perspektive eben so.
    buddel

  7. D.K., eine Anlehnung ist ja kein Kritik, auf FB war halt genau diese Diskussion bereits vor einer Woche oder so. Die Zahlen lt. Tourismus-Department sind geringfügig gestiegen. Die zählen allerdings die Inseltouristen natürlich mit. Das Angebot ist grösser geworden, dadurch verteilen sie sich mehr. Wie gesagt, die jungen Leute, die vorher den Strand und die Restaurants mit gefüllt haben sind grösstenteils auf den Inseln. Es wird gebaut und gebaut und ein Restaurant nach dem anderen macht auf. Der Anschein wird allein schon dadurch belegt. Also die guten Hotels an Otres II und I, sowie am Ochheuteal sind bis Mitte März sehr gut gebucht. Es fehlen in jedem Fall die Russen, die wenn ich mich richtig erinnere, letztes Jahr allein 40% ausgemacht haben. Wenn ich mein Hotel nehme, habe ich die gleiche Erscheinung. Die Russen (das waren bei mir 60%) sind grössteneils weg, sind aber durch Engländer und Franzosen ersetzt worden, und nochmals, alles ältere Semester – über Weihnachten/Jahr bis Mitte Januar Familien mit Kindern. Die Leute waren wohl verwöhnt vom letzten Jahr. Die Online Buchungsportale haben die besten Statistiken. Auffällig ist die noch grössere Kurzfristigkeit. Im Oktober/November bis Mitte Dezember waren es sehr viele nur eine Übernachtung, sprich auch Insulaner.

  8. @ Anonymus:

    Du hast wohl bestimmt recht, wenn gewisse Qualitätshäuser ihre Kundschaft warm halten können! -Aber Du merkst doch auch im Gespräch dass Dir diese Kundschaft nicht über besondere Verbesserungen vom Badeort Sihanouville berichten kann…? “Frisierte” Tourismuszahlen sind gut; -das lockt Investoren an! Komisch ist für mich das Besitzer von besseren Häusern an den Otrés-Stränden über mangelnde Belegung klagen, -während Du vom “trügerischen Schein” sprichst und das Ganze positiv siehst. (?)
    Oder sind die, die jammern wie die Schweizer Bauern: Die jammern vorzu, obwohl man sie ständig mit neuen Maschinen am Ernten erwischt… Wem soll ich glauben? Der Schweizer-Statistik…? Ich glaube was ich sehe; -und hier in Sihanoukville sehe ich nicht, was mir von Statistiken einsuggeriert werden will… Da überzeugt mich die Einschätzung vom Kommentator “buddel” schon eher als die Statistiken vom MOT, welche vielleicht sogar die Zahlen (khmerlike) der grossen Kreuzfahrt-Schiffe als Sihanoukville-Besucher “einpflegen”…!

    Und hier noch über meine Verwirrung weil ich sehen kann dass 2 verschieden genannte Kommentatoren das gleiche “Logo” zugeteilt bekamen von Don Kong’s Blog-Editiersystem:

    “Fast alle Touristikzahlen sind aus dem Hut gegriffen. Da gibt es keine feste Zählkriterien oder fundierte Statistiken”.
    Klaus 15. Dezember 2015 at 19:18 auf koh rong wird ein 5-sterne hotel gebaut

    “Aber es verstecken sich hinter den Kommentatoren viele Leute, die vorgeben zu wissen, was sie vielleicht gar nicht wirklich wissen. Wir waren ja nur gespannt, wer sich da hinter dem Ofen vortraut. Bislang ja nur wenige. Anonym sind ja wirklich alle; auch Don Kong, nehme ich mal an, ist nicht sein richtiger Name”…
    Anonymous 27. Dezember 2015 at 17:50 über deutschsprachige expats in sihanoukville

    Wenn der “in persona” gleiche Kommentator 2 Identitäten hat, könnte er theoretisch auch 2 verschiedene Meinungen kundtun; -und so “um Verwirrung” sorgen bei der Leserschaft…!
    Für wen ist das hilfreich…? -Auch Don Kong könnte als “Willibald” auftreten…smile…!

  9. Kurzer Nachtrag: das grösste Buchungsportal booking.com berichtet von einem 149%igen Zuwachs in dem Zeitraum vom Nov. ´15 bis Anfang Feb. ´16 für SHV. Das mögen Verschiebungen von einem zum anderen Portal sein, aber keineswegs in dieser Höhe. Dafür spricht auch, dass Agoda, für SHV das zweitgrösste Buchungsportal eine Steigerung von 17% von 2014 auf 2015 verzeichnet, und für 2016 bis jetzt 33%.

  10. Da sind aber keine Widersprüche. Die offiziellen Zahlen sind nicht besonders glaubwürdig. Aber ich gehe von den letztgenannten Zahlen aus, weil die erstens mit meiner Erfahrung als Hotelier übereinstimmen und diese Mammutunternehmen eine ausgefeilte Software benutzen.

    Also keine Verwirrung G.S.

  11. Also wir waren 6 Wochen in Thailand von Ende November ’15 bis Mitte Januar 2016 und wir waren sozusagen alleine unterwegs. 60% weniger Touristen, wobei man sagen muss, europäische Touristen! Chinesische Pauschaltouristen waren Scharenweise in der Region Phuket anzutreffen, eine einzige Katastrophe! Wir denken, dass die Gründe für den Einbruch die extrem verteuerten Preise Essen/Wohnen und die zunehmende Arroganz und schlechter Service einen Einfluss haben könnten. Auch das Umweltproblem wird immer grösser und Traumstrände ohne Müll sind vom Austerben bedroht! Wenn man in Europa zum selben Preis ein Topangebot bekommt all ink. 5 Sterne und sauber, überlegen sich halt viele, nicht so weit zu reisen!
    Die südostasiatischen Länder sind deshalb grösser in die Pflicht zu nehmen und für das jewelige Land Preis/Leistungsverhältnisse anzubieten, die auch dem Landesindex entsprechen und sich nicht immer mehr an europäische Preise anzupassen ohne den europäischen Standard je erreichen zu können. Immer mehr hören wir von Leuten, die nicht mehr gewillt sind für Essen und Trinken gleich viel zu bezahlen wie zu Hause.

  12. Wir waren vom 10. Januar 2016 für 6 Wochen in Kambodscha – die meiste Zeit davon in SHV.
    Auch uns ist aufgefallen, wie wenig Touristen unterwegs sind. Offiziell spricht man von Einbussen in der Höhe von etwa 30 Prozent… Die globale Wirtschaft ist im Kriechgang, viele Leute haben Angst vor Reisen (Terroranschläge) und Kambodscha hat noch immer ein erhebliches Image- und Müllproblem! Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Preise entwickeln und was die Regierung für die Reisenden tut… Wir werden aber auf jeden Fall in diesem Jahr nochmals kommen 🙂

  13. Also ich war jetzt 4 mon. wieder in kambodscha sihanoukville. ich werde auch nicht wieder kommen, da ich mich total eingesperrt fühlte. mit dem mororrad kann man sich überhaupt nicht mehr tagsüber auf der strasse bewegen, da man ständig von der polizei angehalten wird. früher war es mit 1-3 $ abgetan…aber nun muss man schon alle taschen ausleeren und was sie an geld finden, wollen sie auch haben. das interessiert mich wirklich nicht mehr…wenn jemand 1 woche im hotel urlaub machen will…dann “ja”. mag man länger in sihanoukville bleiben und vielleicht die umgebung ein wenig mit dem motorrad kennenlernen ein absolutes “nein”!

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