Kambodschanische Flagge vor blauem Himmel.

Kambodscha Reisen – mit dem Zug nach Sihanoukville

Wer in seinem Urlaub in Kambodscha viel Zeit hat und etwas ganz besonderes erleben möchte, der kann zukünftig auch mit der Eisenbahn von Phnom Penh nach Sihanoukville reisen. Denn nach nun 14 jähriger Pause sollen ab April erstmalig wieder Passagiere auf der 266 km langen Süd-Strecke befördert werden.

Das kündigte gestern der Finanzmanager der Royal Railway an, dem Unternehmen, welches mit der Konzession ausgestattet ist, Kambodschas Eisenbahnlinien 30 Jahre lang zu betreiben. Der Beginn des Passagierzugverkehrs zwischen der Hauptstadt und der Küste ist noch vor dem Khmer Neujahrsfest (13. bis 16. April) geplant. Der Termin wurde deshalb gewählt, weil man sich erhofft, dass während der Feiertage der Verkehr auf der Nationalstraße 4 zwischen Phnom Penh und Sihanoukville durch die neue Zugverbindung entlastet und somit Verkehrsunfällen vorgebeugt wird.

Laut dem Finanzmanager soll der Passagierzug mit fünf Waggons fahren und 400 Fahrgäste befördern können. Die Fahrgäste werden zwischen zwei Klassen wählen können, nämlich eine erste Klasse, die mit Klimaanlage ausgestattet ist und eine zweite Klasse, in der man mit Ventilatoren vorlieb nehmen muss. Für Leute, die es eilig haben, ist der neue Schienenpersonenverkehr zwischen Phnom Penh und Sihanoukville jedoch nicht geeignet, denn der Zug fährt nur mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 33 km/h und braucht für die Strecke etwa 8 Stunden.

Fahrpreise sind noch nicht festgelegt worden, aber die Bahnfahrkarten sollen günstiger sein, als ein Busticket. Zusätzlich will Royal Railway auch private Touren über 3 bis 4 Stunden anbieten, wo sich Gruppen einen gesamten Zug mieten können.

Der Passagierverkehr auf Kambodschas Süd-Strecke wurde 2002 aufgrund von hohen wirtschaftlichen Verlusten eingestellt, die Schienen und auch die Züge wurden damit endgültig dem Verfall preisgegeben. Kurz danach wurde der Güterverkehr auf dieser Strecke ebenfalls eingestellt. Erst 2013 wurde der Güterverkehr nach intensiven Instandsetzungsarbeiten wieder aufgenommen. Momentan werden dort ausschließlich Kraftstoff, Kohle, Zement und Seefracht-Container transportiert.

Quelle: http://www.phnompenhpost.com/business/passenger-train-services-resume

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11 Comments

  1. Mein Tipp: Unbedingt mal mitfahren, zumindest bis Kampot! Diese alte Trasse aus der französichen Kolonialzeit führt zunächst am Meer entlang (Hun Sen Beach) und überquert später die N4. Dann folgt sie dem Massiv der Elefantenberge, unterhalb des bekannten Bokor Mountain. 1998 konnten wir uns für 1.-$ per Hängematte in den hölzernen Güterwagen legen, bei offener Tür 🙂 Einmal, in 2005, waren wir 13 Stunden unterwegs – nur bis Kampot. Landschaftlich ist die Strecke ein Genuss und die Tour ist stressfrei, ganz im Gegensatz zu der tödlichen Nationalstaße 4.

  2. Was die Geschwindigkeit angeht, da wird dieser Zug alle Rekorde brechen. In der Liste von unten, versteht sich 😉

  3. Bin begeistert, ging ja schneller als manche gedacht haben !

    Bravo Eisenbahn, vorallem auch fuer die recht bummelmäßige Geschwindigkeit von 33 Km/Std. da können die Reisenden ganz entspannt viel vom Land und den Leuten sehen !

    Werde auf jeden Fall mal mitfahren !

  4. Der vergammelte Bahnhof Sihanoukville erfuhr vor einigen Wochen eine hübsche Renovation. Auch das Umfeld mit Parkplätzen wurde ordentlich hergerichtet und alles deutete darauf hin dass sich da bald etwas tut.
    Gedanklich hatte ich mich auf eine Testfahrt begeben: https://youtu.be/WocI18eMWyQ

  5. Bin äusserst gespannt auf diese Bahn-Zukunft! -Ob sich Passagierzüge rentieren? Wohl kaum wenn es bei einer 8-Std.-Reise bleibt. Man soll ja auch nicht immer glauben, was in Zeitungen steht! Viel eher ist die Geschwindigkeit von 50Km/h realistisch, wie hier von einem verantwortlichen Engineer in einem Interview aus dem Jahre 2012 erklärt —>

    https://www.youtube.com/watch?v=GtNM0wzOXdY

    (ab Zeit 17:14 im Clip) Er meint auch vorsichtig das 70-80Km/h möglich seien.
    Man stelle sich vor: Als in den Anfängen der Eisenbahnzeit die Schweiz in Europa noch ziemlich zurückgeblieben war, hatte es 1847 die erste schweizerische Bahn auf immerhin 42Km/h geschafft!
    Und jetzt kommt man im Jahr 2016, nach 169 Jahren, in Kambodscha auf bestem Schienenwerk und starken Lok’s auf 33Km/h…?

  6. ich bin einen teil der strecke durch die elephant montains zu fuss gegangen muss sagen das Panorama und der seit jahren unberührten Flora war traumhaft es ist aber sehrwohl schon 5 jahre her .ich hoffe es bleibt davon noch etwas erhalten und nicht nur der müll entlang der Bahnstrecke .
    aber ich sage es sind nicht 33meile sondern 55-58 kmh

  7. Ist die Inbetriebnahme nun definitiv dieses Frühjahr? Als ich im Februar 2016 am Bahnhof war, wurde noch mitgeteilt: maybe later…
    Ist aber auf jeden Fall zu begrüssen, auch wenn die Fahrt beinahe doppelt so lange dauert wie mit dem Taxi…
    Gespannt bin ich auf die Preise der Fahrkarten!

  8. @K.F.
    Der Fahrpreis liegt bei 130.–USD in erster Klasse mit zwei Meter Bett und persönlichem Buttler oder Buttlerin !
    In der zweiten Klasse bei 75.–USD und in der Holzklasse 23.–USD mit Spucknapf !

  9. Hallo @Beobachter + @K.F. + Hallo an Alle:

    April, April, meine Ansage zu den Bahn/Fahrkarten-Preisen war ja nur als Aprilscherz gedacht!

    Der erste April sorgt ja seit jeher für Heiterkeit ! Leider gerät der Brauch, an diesem Datum seinen Mitmenschen einen Bären aufzubinden, etwas lahm.
    April, April- mit diesen Worten lösen seit Hunderten von Jahren Menschen in Europa und Nordamerika eine unwahre Geschichte, Erzählung oder Nachricht aus, die sie zuvor ihren Mitmenschen aufgetischt haben. Warum ausgerechnet der erste April für derartige Scherze ausgewählt wurde, ist nicht eindeutig geklärt. Dagegen gilt als gesichert, dass die Redensart “in den April schicken” in Bayern aufkam – 1618.

    Abschliessend wünsche ich Allen ein erholsames Wochenende……………….und eines ist sicher, der erste April kommt in 2017 wieder !

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