Alte Villa aus der französischen Kolonialzeit.

Keps stumme Zeugen der Vergangenheit

Eines der Dinge, die mich an Kep faszinieren, ist die Vergangenheit des Ortes. Von den Franzosen 1908, mit dem Namen Kep-Sur-Mer gegründet, war die Küstenstadt bis Anfang der 1970er Jahre ein florierender Ferienort der französischen und kambodschanischen Elite. Damals galt Kep-Sur-Mer als das weltoffenste und angesagteste Urlaubsziel in ganz Südostasien.

Es gab einen noblen Beach Club, in dem Angehörige des Königshauses, reiche Kambodschaner sowie internationale Jetsetter und bekannte Filmstars zu Gast waren. Das beste Hotel am Platze war das "Knai Bang Chatt", in dem 1967 auch Jackie Kennedy abgestiegen ist.

Heutzutage ist Kep unter Touristen mehr für seine entspannte Atmosphäre und frische Meeresfrüchte bekannt. Vom damaligen Glanz und Glamour zeugen nur noch die Mauern, der längst verlassenen und vom Krieg teilweise schwer beschädigten Häuser und Villen.

Mich, der an fast allem interessiert ist, was mit Geschichte zu tun hat, ziehen diese alten Gemäuer an, wie ein Magnet. Sehr gerne würde ich mehr über die Gebäude erfahren. Wann sie erbaut wurden und vom wem? Welchem Zweck sie dienten und wer dort ein Mal gewohnt hat? Fragen, die heute wahrscheinlich nur noch wenige Menschen in Kambodscha beantworten können.

Die meisten historischen Gebäude in Kep kann man nur noch als Ruinen bezeichnen. Nur eine einzige Villa, die noch aus der Gründungszeit zu seien scheint, macht zumindest von außen einen sehr gepflegten und voll bewohnbaren Eindruck. Bei einigen Villen kann man noch deutlich den Baustil erkennen, der in den 1960er Jahren als "Neue Khmer-Architektur" bekannt wurde.

Auch das kleine Gebäude mit dem halbrunden Tresen versprüht total den Charme der 60er Jahre, obwohl ich mir hier nicht sicher bin, ob es überhaupt aus dieser Epoche stammt. Architektonisch passt es jedenfalls und ich kann mir gut vorstellen, dass dort vielleicht ein Mal der Name einer Cocktail-Bar als Neonleuchtreklame auf dem Dach stand und ein Barkeeper in weißem Hemd und schwarzer Fliege hinter dem Tresen.

Fotos von historischen Gebäuden und Ruinen in Kep, Kambodscha

Posted in Kep.

6 Comments

  1. Kep war wohl mal richtig schön.. Dann aber kam der “völlig Irre” und liess alles kaputt schlagen!! Vom ehemaligen Glanz blieben bloss noch klägliche Reste :(. Danke für die interessanten Fotos. Weiterhin gutes Einleben in eurer neuen Heimat 😉

  2. Schöne Zeilen mit einer Beschreibung, welche mir gefällt…
    Und ein Zeichen dass es Euch Dreien wohl ist am neuen Ort am Meer…

  3. kep ist momentan noch ein ruhiger und beschaulicher ort es wäre viel zu restaurieren,aber es wird auch dort nicht lange dauern bis das gelbe Volk kommt.alles gute.

  4. Schöne Erinnerungen, @DonKong! Unvergesslich meine erste Motobike-Tour nach Kep über die katastrophale RN 2 (mit Phnom Chissor) in 1998. Es gab keine Stromversorgung. In den verlassenen Villen hausten Affen. Manche der Häuser hatten Swimmingpools, von denen es damals im übrigen Kambodscha fast keine gab. Gefüllt waren sie mit Regenwasser und Algen. Gespenstische Atmosphäre – und weit und breit keine Menschen zu sehen.

  5. Wie lange es wohl dauern wird bis die Backpacker und danach die Touristenmassen den Charme dieses beschaulichen Ortes zerstören?

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