Sicher wohnen im Polizistendorf

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Nachdem, was ich bisher hier gesehen habe, dürften mehr als die Hälfte der Einwohner von Kep-City Polizisten und Beamte sein. Kep hat zudem, für einen so kleinen Ort, eine ziemlich große Polizei-Station und alle erdenklichen Amtsgebäude und Ministerien.

Auch viele der kleinen Geschäfte hier, werden von Polizisten betrieben. Da kann es schon mal vorkommen, dass die freundliche Dame im Einkaufsladen in Polizeiuniform an der Kasse sitzt. Die Nudelsuppen-Buden um den Mark rum, sind morgens voll mit Polizisten. Abends am Grill-Stand steht der Verkäufer zwar im Unterhemd, aber noch mit Uniform-Hose neben seiner Frau am Grill.

Natürlich wohnen auch in meiner Nachbarschaft Beamte und Polizisten. Da ist die nette hühner- und entenzüchtende Polizistenfamilie, die Schwester meiner Vermieterin, die hin und wieder eine Polizei-Kampfuniform trägt und eine junge Beamtenfamilie, die noch einen kleinen Gemischtwarenladen betreibt.

Gleich am Anfang, als wir eingezogen sind, hat man uns darauf hingewiesen, dass wir unsere Türen hier nicht abschließen müssen. Kein Wunder, denn ein Dieb wird es sich wahrscheinlich zwei Mal überlegen, ob er in solch einer Gegend in ein Haus einbricht. Die schwerwiegendsten Verbrechen, von denen ich hier bisher gehört habe, waren seltene nächtliche Motorraddiebstähle.

Die Wahrscheinlichkeit, das Opfer eines Einbruchs zu werden ist in Kep also ziemlich gering. Aber, nicht nur das, es ist auch ausgesprochen schwierig, hier in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden. Das liegt allerdings nicht am hohen Polizeiaufkommen, sondern ganz einfach daran, dass es fast keinen Straßenverkehr gibt.

Nur an Wochenenden und Feiertagen nimmt das Verkehrsaufkommen drastisch zu, denn dann kommen die lokalen Touristen aus Phnom Penh und anderen Städten nach Kep, um ein Wochenende am Meer zu verbringen. Das Klientel sind meist große Familien, welche die neue kambodschanische Mittelschicht bilden.

Diese Leute können sich allerdings nur bedingt in Sicherheit wiegen, jedenfalls, was ihren Geldbeutel angeht. Denen nimmt man nämlich für alles, was geboten wird, unverschämt hohe Preise ab. Aber, das ist in den Badeorten anderer Länder ja genauso.

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