Hilfsbereite Beamte in der Polizeistation

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Wenn man in Kambodscha etwas von einer Behörde haben will, ist neben einem respektvollen Auftreten wichtig, dass man etwas Geduld mitbringt. Die meisten Beamten sprechen nur wenig, bis kein Englisch und was die Belange von Ausländern angeht, ist man vielerorts auch nicht besonders gut informiert.

In Städten wie Siem Reap, oder Phnom Penh, wo schon lange, viele Ausländer leben und arbeiten, sind die Behörden natürlich kompetenter und auch in Sihanoukville wird man in der letzten Zeit etwas dazugelernt haben, aber hier in Kep, steht man damit noch am Anfang.

Ich bin dabei online einen neuen Geschäftszweig einzurichten und brauche dafür eine offizielle Wohnsitzbestätigung. Normalerweise wäre die monatliche Abrechnung des Stromanbieters, oder der Wasserwerke, auf der meine Anschrift und mein Name zu lesen sind, völlig ausreichend, aber all das habe ich hier nicht.

Wasser beziehe ich aus dem eigenen Brunnen und die Stromrechnung läuft auf den Namen des Landeigentümers. Also habe ich mich entschlossen, auf die lokale Polizeistation zu gehen und mir dort meine Wohnadresse mit einem offiziellen Schriftstück bestätigen zu lassen.

Im Grunde ein ganz normaler und einfacher Vorgang, jedoch nicht so in Kep. Es fängt schon damit an, dass man hier komplett darauf verzichtet hat, Hausnummern zu vergeben, was die Angelegenheit nicht einfacher macht. Zudem bin ich offenbar der erste Ausländer, der hier mit solch einem Anliegen aufgetaucht ist.

Obwohl es bei meinem gestrigen Termin mit der Verständigung einigermaßen funktionierte, hat es eine gute halbe Stunde und mehrere Telefonate gedauert, bis die Beamten verstanden haben, was ich von ihnen wollte. Selbst ein hochrangiger Polizist, der mir offen gestand, dass er so ein Schriftstück noch nie gesehen hat, musste erst Anweisungen von seinem Chef einholen.

Ich weiß zwar nicht, was der Chef da am Telefon gesagt hat, aber nach dem Gespräch kam auf ein Mal Bewegung in die Sache. Von meinem Reisepass und Mietvertrag wurden mehrere Kopien angefertigt, wobei sie feststellten, dass mein Mietvertrag nicht von der Gemeinde abgestempelt wurde.

Da in Kep jeder jeden kennt, wurde sofort mein Nachbar angerufen, der ebenfalls Polizist ist. Sie baten ihn, die Sache mit dem Stempel für mich zu erledigen. Ich soll ihm einfach nur den Mietvertrag geben, wenn ich wieder zu Hause bin und am nächsten Tag, also heute, erneut im Büro der Polizei erscheinen.

Zu hause angekommen erfuhr ich, dass man sich inzwischen in der Nachbarschaft erkundigt hat, was ich für ein Typ bin und was ich so mache. Das, was sie erfahren haben, scheint zufriedenstellend gewesen zu sein, denn heute verlief alles vollkommen problemlos.

Ich reichte den nun abgestempelten Mietvertrag und 3 Passfotos nach und musste ein Formular mit Daumenabdruck unterzeichnen. Nächsten Woche soll das Schreiben fertig sein, man will mich dann telefonisch informieren. Alle Beamten auf der Polizeistation in Kep waren durchweg freundlich und bemüht zu helfen.

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